Tod den USA!

Von ADRIÁN | Der Iran ist wohl eines der gespaltensten Länder der Welt. Noch vor einigen Monaten demonstrierten gigantische Massen gegen das Mullah-Regime. Doch es gibt auch viele Regierungstreue.
Es ist der Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979. Damals besetzten islamistische Studenten die Botschaft der USA im Iran und nahmen Mitarbeiter (US-Staatsbürger) 444 Tage lang als Geiseln. Ursprünglich waren die Demonstrationen heute mehr als Gedenkfeier gedacht, aber es kam anders.
Trump stieg vor einigen Monaten aus dem Iran-Deal aus und kündigte neue, härtere Sanktionen gegen den Iran an, die ab morgen in Kraft treten. Grund genug für die zehntausenden Iraner, bei den Demonstrationen ihren Unmut kundzutun. Aber nicht etwa über die Regierung, die ihnen diese Sanktionen eingebrockt hat, sondern über Trump, weil er sich traut, ihnen etwas entgegenzusetzen. Die Schuld liegt schließlich immer bei jemand anderem.
Das „teuflische Dreieck“ nennen die Iraner die drei Staaten USA, Israel und Saudi-Arabien. Was darf bei einer guten Demonstration im nahen Osten nicht fehlen? Richtig, brennende Flaggen! Unter rufen wie „Nieder mit den USA“ wurden haufenweise US-amerikanische, israelische und saudische Flaggen verbrannt.
Auch von oberster Stelle erhielten die Demonstranten Unterstützung. Mohamed-Ali Dschafari, Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, sagte „Herr Trump, drohe niemals dem Iran“. Hier könnte man sich fragen: werden die Demonstranten von der Regierung bezahlt? Oder warum sonst sind dort Leute wie Dschafari anwesend? Aber nein, auf keinen Fall will sich der Iran nach außen stabiler darstellen. Ein Schelm, wer dabei böses denkt.

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