Steinmeier will die organisierte Nazi-Keule


Von Max Roland | Die AfD hat im Osten Wahlerfolge eingefahren – die Nazikeule hat nicht funktioniert. Das sollte vielleicht irgendjemand mal unserem Herrn Bundespräsidenten mitteilen. Dieser hat der AfD unter anderem attestiert, „autoritärem“ Denken anzuhängen und sprach ihr die Selbstbezeichnung „Bürgerlich“ ab. Das Bürgerliche zeige sich „in der Verteidigung der Freiheit, der Anerkennung des Individuums und damit auch im Respekt vor Andersdenkenden“. All das sehe er in der AfD nicht, so Steinmeier. Ich habe tatsächlich nochmal nachgelesen: Dieser Satz ist nicht im Bezug auf die Grünen gefallen, auch wenn er dort wie die Faust aufs Auge gepasst hätte.

Nach dem Motto „Immer druff da“ hat unser hochverehrter Herr Bundespräsident direkt einen Plan, um den Erfolgen der AfD entgegenzutreten: Mehr vom selben bitte. Er forderte, die Erinnerung an den Nationalsozialismus ins Feld zu führen. Die eigene Geschichte und die Gegenwart derjenigen, die wählen gehen, seien nicht mehr genügend miteinander verknüpft. „Unsere Verantwortung kennt keinen Schlussstrich.“ Im Klartext heißt das: Wir müssen den Wählern einfach hunderttausendmal „Nazi, Nazi, Nazi!“ entgegenschreien. Am besten hängen wir noch Hitlerbilder im Wahllokal auf, damit die Wähler sich bloß nicht verwählen. Vielleicht kann der Bundespräsident seine Busenfreunde in Teheran kontaktieren – das Regime der Judenhasser hat bestimmt noch ein paar Führerportraits übrig.

Übrigens habe ich bei meiner Recherche zufällig einen Artikel auf tagesschau.de gefunden, der sich der letzten Weihnachtsansprache widmet. Dort forderte er „konstruktiven Streit“. Mhm. Schon blöd, wenn nichtmal der Bundespräsident seiner eigenen Weihnachtsansprache wirklich zuhört.

5 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Heißt einfach: Mit dem politischen Gegner wird nicht mehr konkurriert, sondern er wird kaltgestellt. Demokratie halt. Nicht so ne Diktatur wie die, an die wir uns immer… äh…. erinnern sollen, wo es nur eine richtige Meinung gab und die Gegner (mit allen Mitteln!) bekämpft werden durften, ja sogar mussten, weil sie gemein, verschlagen, verderbt, verlogen, pervers, kurzum: böse waren.

  2. nordseeschwalbe sagt:

    Ja, besonders im „Respekt vor Andersdenkenden“ ist er ganz groß, unser Herr Bundespräsident.

  3. Tatjana Pivovar sagt:

    Guter Artikel! Man darf Nationalismus nicht mit Patriotismus gleichsetzen, das fällt vielen Deutschen leider schwer.

  4. Jacobs sagt:

    Im Gegensatz zu mehreren seiner großen Vorgänger, die auch den Regierenden heftig die Leviten lasen, hat Herr Steinmeier immer „Reden“ nach „politischer Kassenlage“ gehalten, nämlich im Auftrag der Regierenden. Deswegen wurde er gewählt, er, der vormalige Apparatschick, von dem man wusste, dass er der Politik der vermeintlich „moralischen Mehrheit“ keine Knüppel zwischen die Beine werfen, sondern zur Geschlossenheit der Mainstream-Phalanx beitragen wird. Mehr gibt es zu ihm eigentlich nicht zu sagen!