Schülerstreik: Fridays for… ähm, für was überhaupt?

Von MANUEL FREUND | Das Thema Fridays for Future, also die Aktion von Greta Thunberg freitags wegen dem Klimaschutz die Schule zu bestreiken, wurde in letzter Zeit immer populärer und so ist es kein Wunder, dass auch meine Klasse, die gut und gerne jedem Mainstream hinterherrennt, von der Massenschulschwänzerei Ohr bekam. Nicht selten wurde das Thema im Unterricht von Lehrern oder Schülern angekratzt, doch die leeren Klassenräume gab es bei uns am Freitag noch nicht. Einige meiner „poitisch-interessierten“ Klassenkameraden haben letztens allerdings den Plan gefasst, sich den Sinnlosdemonstrationen anzuschließen. Dabei wollen sie nicht nur demnächst Schule schwänzen, sondern auch gegen Ende des Schuljahres öfter mal die Schule ausfallen lassen, um sich mit anderen ahnungslosen Schulverweigerern zusammenzutun.

Noch während des Gespräches fiel auch die Bemerkung, dass der Freitag (bezogen auf die Schulfächer und -länge) unbefriedigend sei und dies ein Grund mehr wäre, dem Unterricht am Freitag fernzubleiben. Es ist üblich, dass Schüler wenig motiviert sind, die Schule zu besuchen, jedoch ist meine Klasse in dieser Hinsicht Vorreiter. Ich bezweifle, dass es in anderen Klassen so oft ernsthafte Gespräche darüber gibt, einfach kollektiv vom Nachmittagsunterricht wegzubleiben, da der Lehrer oder die Lehrerin, ja „sowieso nichts dagegen tun kann“. Dies passiert wohlbemerkt in einer gymnasialen Oberstufe, in der wir alle keine Schulpflicht mehr haben. Dass das Demonstrieren am Freitag für viele Schüler nur eine Legitimation ist, freitags die Schule zu schwänzen, was sie am liebsten sowieso tun würden, wird an meiner Klasse augenfällig.

Desweiteren hat noch keiner in meiner Klasse, außer mir, jemals ernsthaft in Erwägung gezogen, politisch aktiv zu werden. Besonders nicht diejenigen, die die Idee, sich Fridays for Future anzuschließen, in die Klasse gebracht und am meisten unterstützt haben. Auch fiel auf, dass die Schwächsten im Fach WiPo (Wirtschaft/Politik) am lautesten für Fridays for Future getönt haben. Woher das plötzliche Interesse für Politik?

Das Allerdollste ist aber, dass mindestens drei der stärksten Befürworter regelmäßig mit dem Auto (CO2-Schleuder) zur Schule gebracht wurden, während ich, der sich am meisten gegen die Aktion aussprach, wie fast immer mit dem Fahrrad gekommen war.

Die Krone der Lächerlichkeit erreichten die Pseudo-Umweltaktivisten in meiner Klasse allerdings erst, als ich sie am nächsten Tag fragte, wer denn Greta Thunberg sei. Keiner der Schüler und Schülerinnen, die sich am Vortag noch so für die von ebendieser ausgehenden Aktion Fridays for Future eingesetzt haben, hatte auch nur die geringste Ahnung, von wem die Rede sei. Dies alles zeigt doch, dass viele aus meiner Klasse, die unter dem Vorwand des Umweltschutzes die Schule verweigern, sich nicht ernsthaft für den Klimaschutz interessieren.
Sie suchen nur eine Möglichkeit, die Schule zu schwänzen, ohne dass unsere naiven Lehrer dies eintragen, und ich bin mir sicher, dass dies nicht nur in meiner Klasse so ist.

Wer keine Lust auf Schule hat, kann nach der neunten Klasse mit einem Hauptschulabschluss abgehen und eine Lehre o.Ä. anfangen. Wer allerdings Abitur möchte, sollte sich damit abfinden, drei bis vier weitere Jahre in der Schule zu gehen und nicht Demonstrationen und Umweltschutz zweckzuentfremden, um die Schule schwänzen zu können.

2 Antworten

  1. Olaf Rainer sagt:

    Ich muss sagen das ich als Außenstehende Person es schon recht unfair finde einfach so über seine Klasse zu berichten. Es wirkt auch nicht so als wäre alles was hier beschrieben wurde wahr sondern ziemlich überspitzt damit der Artikel interessanter wird

    • Jan Schneider sagt:

      Hallo Olaf!

      Dir ist klar, ass hier weder Stadt noch Namen der Schule genannt werden? Somit weiß niemand, mit Ausnahme des Autors und der Betroffenen, welche Klasse gemeint ist. Außerdem lässt sich dies zuhauf auch in anderen Klassen wiedee finden. LG