Rezession so wahrscheinlich wie zuletzt 2009

Von Marvin Wank | Darauf lässt zumindest ein wichtiger US-Indikator schließen. Dieser vergleicht die Zinsen der US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 3 Monaten mit der von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Umso höher die Zinsen der 10-Jährigen Anleihen im Vergleich zu den 3-Monatigen, umso höher das Risiko einer Rezession. Dieses Risiko ist zur Stunde so hoch wie zuletzt 2009, unmittelbar vor der globalen Finanzkrise.

Die Aussagekraft dieses Indikators beruht auf der Einschätzung der Anleger. Sind sie der Konjunktur gegenüber optimistisch, dann kaufen sie lieber 10-Jährige Anleihen, um sich die guten Zinsen möglichst lange zu sichern und weil sie glauben, dass es der Konjunktur auch weiterhin gut genug gehen wird und sie ihr Geld auch sicher wiederbekommen. Sind sie eher pessimistisch, kaufen sie lieber kurzfristige Papiere, etwa Anleihen mit einer Laufzeit von 2 Monaten wie im Indikator erfasst. So können sie sicherer sein, ihr Geld wiederzubekommen, denn wie es der Wirtschaft in 2 Monaten geht ist besser abszusehen als ihre Entwicklung in den nächsten 10 Jahren.

Selbstverständlich ist dieser Indikator kein unfehlbares Orakel. Aber auch andere Indikatoren deuten auf Blasenbildung und Rezession hin. So haben sich die BIP-Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft merklich verdunkelt. Für 2019 rechnet die Bundesregierung etwa nur mit einem Miniwachstum von 0,5% – abzüglich der Inflation ist das ein Nettorückgang. Gleichzeitg befindet sich der DAX weitherhin auf Rekordniveau. Das könnte auf eine Börsenblase ähnlich der 1929 hindeuten, wo die Aktienkurse trotz schlechten Wirtschaftsdaten in ungeahnte Höhen stiegen.

Die Krise ist sicher, dafür haben die verantwortungslos mit Geld um sich schmeißenden Notenbank gesorgt. Spannend bleibt lediglich der Zeitpunkt – und die Intensität. Gerade letztere könnte enorm sein. Denn anders als 2007 haben die Notenbanken ihr Pulver verschossen, die geldpolitische Trickkiste ist leer. Die angemessenste Reaktion auf diese tickende Konjunkturzeitbombe dürfte Opportunismus sein. Solange die Party an der Börse noch tobt kann sich dort günstig mit Gold, Short-Papieren und Kryptowährungen eindecken. Wenn das Schiff sinkt, kann man wenigstens vorher noch den Schampus klauen.

2 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Gibt es Schlauchboote?

  1. 30. Juli 2019

    […] • Weiterlesen • […]