Rentner-Skatgruppe muss die eigene Gemeinde räumen-für Muslime

Von MAX ROLAND | In vielen Kirchengemeinden treffen sich wöchentlich Senioren, um gemeinsam Karten zu spielen. So auch in der Matthias-Claudius-Gemeinde. Jeden Dienstag treffen sich in den Räumen der bremischen Gemeinde 10 Rentner zum Skat spielen, seit sieben Jahren. Nur letzten Dienstag nicht. In der Gemeinde fand eine Veranstaltung für alleinerziehende Mütter statt. Dabei waren auch mehrere Muslimas. Weil diese gerne ihr Kopftuch ablegen wollten,durfte die Skat-Runde nicht stattfinden, denn das Gemeindehaus müsste dafür Männerfrei sein. Das, sagen zumindest die Rentner, habe ihnen eine Kirchenmitarbeiterin gesagt. Zwei der Rentner sagten gegenüber der „Bild“: „Wir Christen bekommen in unserer christlichen Gemeinde Hausverbot, weil hier eine muslimische Veranstaltung stattfindet.“ Und: „Unser Rauswurf hat mit Toleranz nichts mehr zu tun. Wir müssen uns in einer kirchlichen Einrichtung an muslimische Regeln halten. Das macht mir Angst.“

Die Kirchengemeinde hat die Vorwürfe inzwischen quasi dementiert. Pastorin Birgit Locnikar sagte, es hätte einen freien Raum gegeben, aber das sei wohl nicht richtig kommuniziert worden. Die Skatgruppe widerspricht: „Das Haus mußte männerfrei sein, weil die muslimischen Frauen ungestört ihre Kopftücher abnehmen wollten.“

 

Ob die Darstellung der Pastorin stimmt, oder ob die Rentner recht haben, weiß ich nicht. Sollte die Skatgruppe jedoch recht haben: Wie absurd werden die Kirchen in diesem Land noch? Wenn sich christliche Gemeinden archaischen, islamischen Regeln unterwerfen, dann ist das keine „Toleranz“, dann ist das ein Kniefall gegenüber Ansichten und Normen, die mit unseren westlichen Ideen nicht mehr viel zu tun haben. In der Vergangenheit haben wir diese westlichen, aufklärerischen Ideen der Kirche abgekämpft Und nun beugt sich die Kirche dem genauen Gegenteil?

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