Reißt Auschwitz ab!

7 Antworten

  1. THE_KRAUT sagt:

    Bin gerade eben über Max Rolands Artikel bei ‚Die Achse des Guten‘ auf dieses Projekt gestoßen. Großartig, weiter so für Ihre tapfere und grundrichtige Meinungsäußerung.
    Leider fürchte ich: das spezifisch Deutsche am Antisemitismus wird niemals verschwinden.
    Dazu ein selbsterlebtes Beispiel.
    Im Haus der Wannseekonferenz Berlin, einer „Gedenk- und Bildungsstätte“, vom deutschen Staat finanziert durch Steuergelder, besuchten meine Frau, eine ihrer Studienfreundinnen und ich vor einigen Jahren die dortige Ausstellung.
    Meine Frau ist Britin, wir sprachen Englisch, die Freundin meiner Frau ist britische Jüdin. Viele ihrer Angehörigen wurden in der Shoah von Deutschen ermordet. Wir alle waren sichtlich aufgewühlt und bewegt angesichts des Grauens und der Erinnerung, geweckt durch die teils herzzerreißenden Zeugnisse und Photos der Ausstellung.
    Aber die Aufseherinnen dieser Ausstellung (ich nenne diese „Damen“ bewußt so), bezahlt durch meine Steuergelder, hatten nichts besseres zu tun, als uns im Kasernenhofton in gebrochenem Englisch anzuherrschen, als 18 Uhr nahte. Denn sie wollten ihren pünktlichen Feierabend.
    Egal, ob jemand, dem sie eigentlich zu Diensten sein sollten, dort sichtlich um Fassung ringt, und vielleicht ein Minütchen länger braucht, um die Fassung einigermaßen wiederzuerlangen.
    „Keine Minute länger als geöffnet ist darf der Jude trauern. Wäre ja noch schöner, daß wir für diese Untermenschen unseren sauer erarbeiteten Feierabend opfern müssen.“
    So oder ähnlich müssen die Gedanken ja schon ablaufen, wenn man solches Verhalten nur ansatzweise erklären soll.
    Dieses Fehlen von Mitleid, diese Gefühl-, Rücksichts- und Gedankenlosigkeit sind für mich das spezifisch Deutsche am Antisemitismus, das sich leider immer wieder Bahn bricht, wenn es es in der öffentlichen oder privaten Diskussion um Israel oder Juden geht. Und diese unappetitlichen deutschen Eigenschaften werden sich leider niemals ändern.

  2. Robert Hagen sagt:

    Ein sehr wichtiger Artikel, der zum Nachdenken über die ausufernde, oft heucherische „Anti-Rassismus-Kultur“, wie auch die bislang praktizierte Erinnerungskultur, zwingt.

  3. Thorben Meyer sagt:

    Typisch Gesinnungsethiker eben: Es geht nicht darum, antisemitische Taten zu verhindern, sondern selbst nichts direkt zu tun, was als fremdenfeindlich ausgelegt werden könnte. Wenn die Menschen, die man im Rausch der eigenen Gutherzigkeit hergeholt dann Dinge tun, die bei Menschen europäischer Abstammung sofort als rechte Hassstraftaten erkannt worden wären, ist man selbst nicht verantwortlich, so die Gesinnungsethik.

  4. A. Meir sagt:

    Sehr lesenswert. Gut das sich jüdische Mitbürger, noch dazu so junge, zu diesen Themen einmischen. Das fehlt unser deutschen Diskussion sehr.
    Die Meinung der Juden in unserer Gesellschaft zum Antisemitismus,, nicht immer nur das Zentralrad der Juden, der kann ja bald mit Margot Käßmann eine Ökomene bilden. Mischen sie sich weiter ein junge Dame!

    • Karl sagt:

      Ich finde eure Denkweise und auch die Themen sehr interessant und bereichernd. Aber dieser Artikel ist wirklich unschön. Er hat in manchen Punkten vielleicht recht, aber allgemein finde ich es unfair wie vereinfachend und subjektiv er geschrieben ist.

      • kasizwo sagt:

        Also bitte: „unschön“ und „vereinfachend“ sind doch keine fundierten Aussagen. Wenn jemand etwas kritisiert, sollte er es begründen. Und außerdem: Ein Erfahrungsbericht darf und sollte sogar subjektiv sein!

  5. le chaim sagt:

    Beeindruckender und berührender Bericht, der den modernen Antisemiten die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte!

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