Propaganda Schlachten unter dem Wahrheitsschirm

Von MAX ZIMMER | Es ist, zumindest für alle ehrlichen Menschen, kein Geheimnis, dass der Kreml immense Informationskontrolle betreibt.
Über den staatlichen Medienkonzern Rossija Sewodnja, der aus der Fusion des ehemals sowjetischen Propagandanachrichtendienstes Ria Novosti und dem Auslandsfunksender “Stimme Russlands“ entstand, werden international mehrere Hofberichterstatter der russischen Regierung und ihrer Hintermänner betrieben.
Die bekanntesten Flaggschiffe dieser, man kann es nicht anders nennen, Desinformationskampagne sind der Fernsehsender “Russia Today (RT)“ und die Internetplattform “Sputnik News“.
Sie sollen International im Sinne Putins “Volksaufklärung“ betreiben, schreiben sich auf die Fahne, die “russische“ Perspektive darzustellen.
Dieser Wahrheitsanspruch wird auch durch den Leitspruch von Sputnik international, “telling the untold“, deutlich.
In Wahrheit aber stellen die Propagandadienste nichts weiter dar als Kremlkonforme Berichterstattung, finanziert vom russischen Steuerzahler.
Neben diesen Nachrichtendiensten und Medien gibt es noch mehrere weitere kleinere Projekte wie Radiosender.
Hierbei handelt es sich jedoch bloß um den offiziellen Teil der Informationsoffensive.
Der andere Teil findet versteckt statt, in den abgedunkelten Trollfabriken russischer Städte wie St. Petersburg.
Durch Leaks und Informanten kam ans Tageslicht, dass in etlichen dieser Troll Fabriken tagtäglich 24/7 dutzende oder gar hunderte speziell damit beauftragte und dafür bezahlte Menschen Social Medias wie Facebook und Twitter, aber auch Foren und Websiten mit pro russischen Einträgen, Postings und Fake Accounts füllen.
Angeblich sollen sie auch über derartige Mittel die US-Wahl beeinflusst haben, was aber wohl viel mehr eine fragwürdige Theorie als fundierte Realität ist.
Tatsache ist aber, dass diese Propagandafabriken des Kremls existieren und Tag für Tag einseitige Desinformation betreiben.
In dieser Thematik kommen wir nicht umher, die Rolle anderer Medien im Bezug auf diese Informationsschlacht zu untersuchen.
Hierbei ist vor allem eine Sorte interessant: Die “alternativen“ Medien.
Ich habe bereits in einem vorigen Artikel über deren meist einseitige Positionierung und Berichterstattung geschrieben.
Und da kommen wir direkt zur Sache: Viele dieser alternativen Medien, als Vorzeigebeispiel nenne ich mal die Plattform “KenFM“ von Ken Jebsen, sind knallharte Amerika- bzw. Natokritiker, die diesen Konflikt daher ziemlich schwarz/weiß einschätzen.
Und ohne das schmutzige “V“ Wort zu nutzen werde ich versuchen zu erläutern, wie man die Sicht dieses Millieus auf die Dinge beschreiben kann: Sie sehen einen durchweg aggressiven Westen, gesteuert von zionistischer Hochfinanz (vor allem in der Federal Reserve), welcher Russland versucht einzukreisen und zu besiegen.
Vor allem das Handeln Russlands in der Ukraine und in Syrien wird von den sich lustigerweise als Pazifisten sehenden Personen verteidigt, ja teilweise gar offen unterstützt.
In ihren Augen sind die Russen berechtigt, geostrategische Kriege um Öl und Gas Pipelines führen zu führen, aber wehe, der Amerikaner stationiert ein Bataillon im Baltikum.
Auf jeden Fall haben sie eine Kernrolle in diesem Informationskrieg inne.
Durch ihre scheinheilige, einseitige und ideologisch durchtriefte Wahrheitspropaganda wird eine Sicht der Weltlage in der berühmten “Mitte der Gesellschaft“ legitimiert, welche in absolut paranoider Weise absurde schwarz-weiß Bilder zeichnet.
Zudem kommt, dass die “etablierten“ Medien durch ihre ausgelutschte Berichterstattung, die häufig als Vorzeigebeispiel genutzt wird, um die “böse Natoverschwörung“ aufzudecken ihr übriges tut.
Dank ihnen und ihrer falschen Berichterstattung in so vielen Berreichen wird eine ehrlich gemeinte, vernünftige pro-West Haltung immer verpöhnter, und das ist traurigerweise sogar irgendwo verständlich.
In diesem schmutzigen Informationskrieg haben wir es also mit verschiedensten Aspekten zu tun, die alle auf einander einwirken und ein Gesamtbild abgeben. Doch aus einer rationalen, objektiven Perspektive ist die Situation weitestgehend außer Kontrolle, denn als Person, die sich mit einem westlichen Selbstverständnis der Nato gegenüber versteht und diese als jahrzentelanges Bollwerk gegen Aggressionen zu unterstützen vermag, muss man leider einsehen, dass einem auch die Nato selbst mit ihrem Handeln nicht wirklich in die Karten, sondern viel mehr den Feinden eines vereinten Westens spielt.

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