Polizeieinsatz wegen Protestplakat einer 14-jährigen Schülerin

Von EVA GOLDERBIET | Eine Bekannte von mir hat das zu Sehende Plakat erstellt und sie und ihre Mutter wurden daraufhin von der Direktorin einbestellt, die die Polizei ermitteln ließ.

Eine Bekannte von mir ist auf einer „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. An ihrer Schule hängen viele linke Plakate und Botschaften, die gegen Meinungen und politische Einstellungen, die nicht dem linken Spektrum angehören, ganz offen und ungeniert hetzen. Letzen Juli ist ein Aushang aus einem Projekt einer 10. Klasse hervorgegangen, das den Namen „Umgang mit Minderheiten im Spiegel der Geschichte“ trug. Dort hingen Plakate, auf denen der „Umgang“ mit den Rohingya und mit einer indischen Minderheit beschrieben wurden. Außerdem gab es aber noch ein Plakat, auf dem eine Statistik zu sehen war, die die Anzahl von fremdenfeindlichen Anschlägen auf Flüchtlingsheime zeigte. Diese Statistik beinhaltete die Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung. Die Zahlen dieser Stiftung sind zehn mal so hoch, wie die des Bundeskriminalamtes. Meine Bekannte störte zurecht die Einseitigkeit und die gefälschten Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Wie jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand weiß, bedeutet rechts nicht rassistisch, genauso wie links nicht automatisch Antifa bedeutet. Das war ein Plakat zu viel für für meine Bekannte. Vor Wut riss sie es hinunter. Doch diese Maßnahme reichte ihr nicht: sie wollte unbedingt der Schule antworten, was sie von alldem hielt und wollte wegen der einseitigen Information die ihrer Meinung nach fehlende Information ergänzen. Einige Zeit davor geschah die Vergewaltigung und der Mord an der 14-jährigen Susanna Feldmann durch einen mehrmals kriminell aufgefallenen illegal eingewanderten Migranten aus Syrien. Wenn die Grenzen nämlich kontrolliert werden würden, wäre dieses Mädchen noch am Leben. Meine Bekannte ist selber 14 Jahre alt und macht sich auch häufig Gedanken darüber: Was wäre, wenn sie Susanna wäre? Was hätte sie gewollt, was hätte sie gedacht? Es kann jeder Frau heutzutage passieren vergewaltigt zu werden, denn durch das unkontrollierte Einwandern von Kriminellen ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, Opfer eines solchen Vorfalls zu werden. Meine Bekannte recherchierte zuhause nach Informationen zu 4 ähnlichen Fällen, vielleicht erinnert sich der Leser noch an diese Namen: Susanna, Mireille, Mia und Maria. Alles junge Mädchen, die von illegalen Einwanderern vergewaltigt und/oder ermordet wurden. Sie hätten noch alle am Leben sein können…

Sie fertigte ein großes Plakat an, auf dem kurz und knapp jeweils die Namen der Mädchen, Informationen über ihre Vergewaltiger/Mörder, und die jeweiligen Tatmotive zusammengefasst waren. Riesengroß waren die Portraits der Mädchen neben den Texten. Am nächsten Tag pinnte sie ihr Plakat an die Wand, ohne dass sie jemand sah. Ihre Botschaft an die ganze Schule war deutlich.
Als sie am nächsten Tag wieder in die Schule kam, war ihr Plakat nicht mehr da. Nur die Pinnnägel, die sie benutzt hatte, steckten in der Pinnwand. Das machte sie besonders wütend. Es war sofort klar, dass jemand von den Lehrern oder anderen Arbeitern in der Schule das Plakat entfernt hatte, weil es nicht zu der politischen Ideologie der Schule, die den Schülern täglich eingetrichtert wird, passte. Sie konnte die entstandene Situation nicht einfach so lassen: sie wusste nicht, wer genau das Plakat entfernt hat, also verstellte sie ihre Handschrift und schrieb auf einen Zettel die Worte an die Person gerichtet, die das Plakat abgenommen hatte: „Danke, Gutmensch aus * Name der Schule * , dass du mein mühevoll vorbereitetes Warn-/Gedenkplakat zensiert hast!“. Natürlich wurde auch diese Botschaft heruntergenommen. Der Angesprochene hat es also empfangen.

Mehr wollte E. auch nicht. Doch das Spiel war lange noch nicht vorbei: die Direktorin der Schule hatte die Polizei hinzugezogen, damit diese den „schlimmen Täter“ findet. Mit dem Fund eines Videos von meine Bekannten – auf dem sie ihre Aktion dokumentierte und mit Text hinterlegte – im Internet konnten die Polizisten ihre Identität feststellen. Eine Woche nach dem Abhängen des Plakates klingelte bei ihr zuhause das Telefon. Die Direktorin persönlich sagte ihrer Mutter, dass sie sie am nächsten Tag im Büro erwarte. Sie wollte der Mutter den Grund nicht nennen, egal wie die Mutter sie auch fragte. Glücklicherweise steht die Mutter politisch hinter ihrer Tochter und begrüßte ihr Handeln.

Am nächsten Tag kam ihre Mutter in das Büro der Direktorin, die sich etwas Verstärkung geholt hatte: den stellvertretenden Schulleiter. Die Mutter war erst alleine gekommen, um das Kind vor zu viel Stress zu schützen – meine Bekannte blieb im Auto und wartete. Empört ist die Schulleiterin an die Mutter herangegangen und hat ihr die Situation erklärt. Sie zeigte ihr das Plakat und den Zettel. Die Direktorin war völlig verdutzt, als die Mutter die Tat als mutig einstufte und sie alles andere als negativ empfand. Es stellte sich heraus, dass jemand anderes über das Plakat eine schwarze Schlinge gehängt hatte.Meine Bekannte wurde gerufen damit sie bestätigen konnte, dass sie ausschließlich das Plakat aufgehängt hatte, und mit der Schlinge rein gar nichts zu tun hatte. Eigentlich hätte sich damit die Sache auch schon geklärt. Jedoch hatte die Direktorin anscheinend nicht genug gekriegt: sie verhörte meine Bekannte regelrecht – sie grub noch mal aufdringlich die Gründe für das Aufhängen des Plakates heraus. Die Direktorin sprach in einem sehr anmaßenden Ton, es wäre Hausfriedensbruch gewesen, was natürlich vollkommener Quatsch ist. Sie warf meiner Bekannten entgegen, sie hätte einen POLIZEIEINSATZ verursacht und dass es so schrecklich schlimm wäre! „Du hast eine Anzeige bei der Polizei ausgelöst! GEGEN UNBEKANNT! Und weißt du was: das Wort Gutmensch…. weißt du eigentlich, was das bedeutet?! Das ist EIN KAMPFBEGRIFF VON PERSONEN VOM RECHTEN RAND!!!“.
„Weißt du eigentlich, dass du eine STRAFTAT begangen hast?! Weißt du eigentlich, dass dein Video auf YouTube erniedrigend für die Schule ist?!“

„Ich habe den Schulnamen nicht erwähnt!“

Alles was in jenen Minuten geschehen war, sieht vielleicht von der Leserseite ziemlich harmlos aus. Aber man muss sich das erst einmal vorstellen: ein 14-jähriges Mädchen hängt in ihrer Schule ein harmloses Warnplakat auf und daraufhin will die Schulleiterin höchstpersönlich das Kind zurechtrücken und erniedrigen. Denn das, was dort geschehen ist, war pure Erniedrigung. Meine Bekannte wurde die nächsten Tage krank – es war viel Stress für sie.

Interessanterweise verschlechterten sich ihre mündlichen Noten in fast allen Fächern nach diesem Ereignis, obwohl sie ihr Verhalten im Unterricht absolut nicht geändert hatte. Nun überlegt meine Bekannte die Schule zu wechseln.

Wegen Vorfällen wie diesem sind Angebote, die von politischer Diskriminierung betroffenen Schülern helfen sollen, sich zu Wehr zu setzen, richtig und vor allem notwendig. Die eigentlichen DDR-Methoden sind nicht diese angeblichen „Denunziationskampagnen“, sondern Lehrer, die das Neutralitätsgebot ignorieren.

Die Autorin Eva Golderbiet ist selbst 14 Jahre alt.

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. Peterlon sagt:

    Hello. And Bye.

  2. Raubtierkapitalist sagt:

    @Eva

    Aufsichtsbeschwerden direkt bei der zuständigen Schulbehörde und Dienstaufsichtsbeschwerden gegen konkrekt benannte Lehrkräfte können ein Mittel sein. Selbst eine Dienstaufsichtsbeschwerde ohne Konsequenzen für die entsprechende Lehrkraft, sorgt beim Lehrer doch erstmal für etwas Magenschmerzen. Was kommt jetzt auf mich zu? Habe ich es übertrieben? Sind meine (links)politisch bedingten Wertungen zu offensichtlich? Die werden das doch nicht als Schikane erkennen? Berufliche Konsequenzen? Das sind die Fragen, die sich der Lehrer dann stellt.

    Ich hatte hier letztens schonmal einen Artikel von Dir gelesen, in dem es darum ging, dass man dich (als Jüdin?) zwingen wollte, Auschwitz zu besuchen. So habe ich das in Erinnerung. Vielleicht liege ich um diese Uhrzeit auch etwas daneben.

    Wie auch immer: Bei solchen Schritten sollte man natürlich abwägen: Wie lange bleibe ich noch an dieser Schule? Wie werden andere Lehrer danach mit mir umgehen? Werden dadurch die Noten schlechter? Egal, denn wegen dem ganzen Terz werden mir sowieso schon schlechtere Noten verpasst. Ich werde die Schule sowieso wechseln… Usw. usf.

    Bei welchem Zeitgenossen die (Dienst)Aufsichtsbeschwerde dann letztendlich auf dem Schreibtisch landet, ist natürlich auch so eine Frage…

    Wie gesagt: Alles vorher abwägen. Unbedingt mit den Eltern ausführlich darüber sprechen. Beschwerde gut ausformulieren. Da kann auch ein Anwalt aus dem Bekanntenkreis helfen.

    Manchmal geht’s auch einfacher. Mich ließ mal die Schulleitung antanzen und drohte damit, mich von der Schule zu werfen bzw. Überlegungen dahingehend anzustellen. Drohgebärden, Unsinn für den sie keinerlei Handhabe hatten. Ich habe dann recht locker reagiert: Ich legte der Schulleiterin die Visitenkarte eines Rechtsanwalts auf ihren Schreibtisch, sagte kurz und knapp, dass sie sich diesbezüglich an ihn wenden solle und verließ das Büro. Ihr Blick glich dem eines DDR-Grenzsoldaten 1989 >>> etwas verdutzt 😀

    Danach war in jeder Hinsicht Ruhe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.