Nordkorea Deserteur Oh Chong-song: Die Menschen fühlen “keine Solidarität“ mit dem Regime

Von MAX ZIMMER | Vor einem Jahr ist der nordkoreanische Soldat Oh Chong-song im Kugelhagel über die Grenze geflohen, das Video der Flucht und der anschließenden Rettung durch südkoreanische Soldaten ging um die Welt.

Der Mann wurde in Südkorea behandelt und lebt nun dort, jetzt hat er der japanischen Zeitung “Sankei Shimbun“ sein erstes Interview gegeben.
Dort sprach der Sohn eines nordkoreanischen Generals das erste mal über seine Flucht sowie über die Menschen in der kommunistischen Diktatur. Obwohl er selbst als Sohn eines Generals in gutsituierten Verhältnissen gelebt hat, verspürte er nach eigenen Aussagen keine Loyalität zur Führung des Landes.
Geflohen ist er aber weniger aus politischen Gründen, sondern viel mehr spontan.
An dem Tag der Flucht habe er versehentlich einen Checkpoint durchbrochen. “Ich hatte Angst, dass ich exekutiert werde, wenn ich umdrehe, also rannte ich über die Grenze” sagt der 25-jährige.

Über die Stimmung in der Bevölkerung sagt Oh:
“In Nordkorea sind die Menschen untereinander, gegenüber der Politik und ihren Anführern gleichgültig. Das gilt vor allem für die jüngere Generation, 80 Prozent meiner Generation fühlen keine Loyalität zu Kim, sie sind gleichgültig.
Es ist doch natürlich, kein Interesse oder keine Loyalität zu einem System zu haben, in der das Vererben von Macht hingenommen wird, und das nicht einmal seine Bürger ernähren kann.“

Oh Chong-song war nicht der erste Flüchtling aus dem abgeschotteten Land, der sich an die westliche Presse gerichtet hat.
Auch andere Menschen die es geschafft haben, Kims Freiluftgefängnis zu entkommen, berichten von katastrophalen Zuständen in dem von Totalitarismus geprägten System.
Die verstörenden Geschichten der Opfer sind es, die auch heute noch auf traurige Weise das Scheitern der kommunistischen Systeme, egal ob Nordkorea, Kuba oder Venezuela der Welt vor Augen halten.
Auch zeigen sie die moralische Diskrepanz auf, die zwischen den westlichen Demokratien allen voran der USA, und den sozialistischen Diktaturen dieser Welt besteht, deren Flüchtlinge, sofern sie nicht durch Mauern und Selbstschussanlagen aufgehalten werden, von den Ländern der anderen Seite aufgenommen werden.

1 Antwort

  1. karlchen sagt:

    Ja, die Menschen in totalitären Systemen werden gleichgültig, depressiv, besser nichts mehd fühlen, sonst hält man es nicht aus.
    Interessanter Artikel!