Nimmt die SPD eine türkische Faschistin auf?

Von MAX ROLAND | Kann man mutmaßliche Faschisten in einem Parlament tolerieren? Der AfD wird zumindest (wie heute) jeder dumme Satz von irgendeinem Mitglied zum Vorwurf gemacht.

Zumindest die Grünen hatten ähnliche Konsequenz auch in den eigenen Reihen gezeigt. 2015 drängten sie die hamburgische Bürgerschaftsabgeordnete Nebahat Güçlü aus der Partei, nachdem diese bei einer Veranstaltung einer Föderation von rechtsnationalen türkischen Vereinen aufgetreten war, zu der auch die faschistischen „Grauen Wölfe“ zählen. Die Hamburger Grünen forderten Güçlü damals auf, auf Ihren Listenplatz zu verzichten: Sie lehnte ab und zog in die Bürgerschaft ein. Danach verließ sie aufgrund des massiven Drucks die Partei. Das Ende der Karriere einer Frau, die sich mit Faschisten assoziiert hat?

Nein. Denn die SPD hat Güçlü nun aufgenommen. „Auf Probe“, wie sie selbst sagt. Anscheinend haben die Sozialdemokraten den Beteuerungen der Abgeordneten Glauben geschenkt: Sie hätte von nichts gewusst, keine Ahnung gehabt, wer hinter dem Verein gestanden habe, der sie eingeladen hatte.

Der Fall war aber nicht das einzige Mal, dass die neu-Genossin in kritischer Gesellschaft aufgefallen war. 2016 traf sie sich mit dem Hamburger Chef der türkisch-nationalistischen Rockergruppe „Osmanen Germania“ getroffen. Hat sie dort auch von nichts gewusst? Es wird auf jeden Fall in Zukunft einen etwas interessanteren Beigeschmack haben, wenn die SPD die AfD wegen echten oder angeblichen „Nazis“ und „Faschisten“ angreift…

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