NFL: Strafe fürs Knien während der Nationalhymne?

Von MAX ROLAND | Football. Was bei uns so gut wie keine Rolle spielt, ist in den USA der Sport Nummer 1. Die National Football League (NFL) genießt Prominenz wie hier die Bundesliga.

In der NFL hat sich seit 2015 eine Art Protest etabliert: Spieler stehen nicht während der Nationalhyme, sondern knien demonstrativ. Der ehemalige Quaterback des Teams aus San Fransisco, Colin Kaepernick, hatte diese Geste gewählt, um gegen die angeblich rassistisch motiviere Polizeigewalt und „systemische“ Diskriminierung gegenüber Schwarzen zu demonstrieren. Dem Protest folgten viele andere Spieler. Kaepernick und seine Aktion war sofort Zentrum einer hitzigen Debatte. Während er durch linke Stimmen als „Held“ gefeiert wurde, warfen ihm konservative vor, er würde die Flagge und die Menschen, die dafür gefallen wären, mit Füßen treten.

Nun scheint die NFL gegen das Knien vorgehen zu wollen. Wie „Fox News“ unter Berufung auf ein US-Sportmagazin berichtet, soll eine Regelung bezüglich der Protestaktion getroffen werden: Diese sieht vor, dass das Heimteam entscheidet, ob sich die Teams während der Hymne auf dem Feld befinden sollen. Ist das der Fall,wird gegen jedes Team, in dem ein Spieler während der Hymne kniet, ein Strafstoß ausgesprochen. Der Vorschlag wurde bei einem Treffen der NFL-Besitzer am Dienstag gemacht.

So sehr ich die Knie-Aktion ablehne: Ich habe auch meine Probleme mit dem Vorschlag. Letztendlich bleibt freie Meinungsäußerung eben freie Meinungsäußerung-auch auf dem Feld. Und die Leute zu zwingen, bei einer Hymne zu stehen, obwohl sie das nicht aus ihrer Überzeugung heraus tun, tut wohl auch der Hymne keinen Gefallen.