„New York Times“ nach falscher Kavanaugh-Anschuldigung in der Kritik

Von Max Roland | Wer erinnert sich noch an Brett Kavanaugh? Als der Richter für den US Supreme Court, den obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten nominiert wurde, kamen auf einmal Vorwürfe ans Licht, er wäre während seiner Collegezeit sexuell übergriffig gewesen. Die Demokraten eröffneten eine Hetzjagd, die am Ende in sich zusammenfiel: Es gab keine Beweise, die eine Schuld Kavanaughs belegten, der Mann wurde vereidigt. 

Nun ist die „New York Times“, die mir mein Politiklehrer mal als Paradebeispiel für guten und ehrlichen Journalismus verkauft hat, wieder an der Geschichte dran: Sie veröffentlichte am Sonntag einen Beitrag, in dem unter anderem behauptet wurde, Kavanaugh habe auf einer Collegeparty seinen Penis einer Kommilitonin „in die Hand gedrückt“. Dann kam raus: Das war so wohl nie passiert. Das Blatt musste sich korrigieren: Die Betroffene hätte mehrmals Interviews abgelehnt und erinnere sich laut Freunden überhaupt nicht an so einen Vorfall. Tja, ups. Auch abgesehen davon soll die Story ein journalistisches Desaster sein: Dünne Quellenlage, viele Quellen nichtmal direkt zitiert, sondern die Infos quasi aus zweiter Hand geholt. Die große New York Times macht Journalismus unter Kreisblattniveau. 

1 Antwort

  1. Südbrandenburger sagt:

    Sehr geehrter Herr Roland,

    leider muss ich Ihnen massiv widersprechen. Die Diffamierung der Kreisblätter kann ich so auf gar keinen Fall stehen lassen. Natürlich bringen die Kreisblätter vor allem regionale Nachrichen, aber dafür sind sie da. An der Ehrlichkeit der Kreisblätter gibt es wenig zu zweifeln. Jede Halbwahrheit wird sofort offenkundig und zum Thema. Auf dem Land kennt man sich und die Verhältnisse. Obendrein haben es übereifrige Journalisten zumindest hier sehr, sehr schwer, ihre Erziehungsabsichten umzusetzen. So etwas wird mit Abo-Entzug bestraft.

    Mit herzlichen Grüßen

    ein Südbrandenburger