Meine Schulzeit – eine Abrechnung

28 Antworten

  1. Andreas Auer sagt:

    Einmal abgesehen von der subjektiv sicherlich nachvollziehbaren und in sich auch stimmigen Argumentation der Verfasserin möchte ich hier mal eine alte Weisheit anführen: In aller Regel erbringen intelligente Menschen Leistungen TROTZ schlechter und nicht WEGEN guter Umstände. In der gymnasialen Oberstufe kann ich von den Schülern erwarten, dass sie aus Einsicht Leistung und Reife zeigen und nicht, weil sie so tolle Lehrer haben. Dass diese Reife bei weitem nicht bei allen vorhanden ist, geschenkt – aus dieser Gruppe rekrutieren sich dann eben die Freitagsdemonstranten.

    Was die jüngeren Jahrgänge angeht: Sozialkompetenz hin oder her, die gymnasiale Mittelstufe ist eine Hölle, durch die ich als Lehrer nicht hätte gehen wollen, sofern ich auf die verrückte Idee gekommen wäre, in einem Moment geistiger Umnachtung diesen undankbaren Beruf zu ergreifen.

  2. Vetterlein sagt:

    Junge Menschen wie sie, sind für mich,in Berlin geboren, die Stadt zertrümmert und Blockade mitgemacht,erlebt hat und Deutschland wieder mit aufgebaut hat,die große Hoffnung.Bleiben sie hartnäckig.P. Vetterlein

  3. Martha Minsk sagt:

    Sehr geehrte Frau David,

    ich bin sehr begeistert von Ihrem Artikel. Ich selbst habe vor kurzem die 10. Klasse auf einem Berliner Gymnasium beendet. Viele, der von Ihnen beschriebenen aktuellen Schulsituationen, kann ich bestätigen, da ich sie selbst erlebt habe.
    In der Grundschule wurde mir Rechtschreibung ohne jegliche Regeln „beigebracht“ (also eigentlich gar nicht), ich sollte die Worte schreiben wie ich sie höre. Nachdem ich so drei Jahre lang meine Hausaufgaben und sonstigen schulischen Texte geschrieben hatte, ohne Korrekturen meiner Fehler, gab es in der 4. Klasse plötzlich Noten auf Rechtschreibung und meine war -wer hätte das gedacht? – katastrophal. Noch heute habe ich Schwierigkeiten möglichst fehlerfreie Texte zu schreiben.

    In den vier Jahren Gymnasium ist mir persönlich am stärksten die unglaubliche Einflussnahme der Schüler aufgefallen. Durch die schwer nachvollziehbaren mündlichen Noten, sahen sich, vor allem die eher schlechteren Schüler, dazu befähigt mit dem Lehrer über ihre Benotung zu diskutieren. Wenn das Gespräch zwischen Schüler und Lehrer ausartete -und das tat es oft- wurden meistens die Eltern hinzugezogen, die „natürlich“ immer hinter den Aussagen und Meinungen ihrer Kinder standen. Allein durch diese Diskussionen und Streitereien zwischen Schülern und Lehrer ging unglaublich viel Unterrichtszeit verloren. Man brauchte also nur eine handvoll nicht erzogener Kinder, die keine Lust hatten etwas zu leisten oder zu lernen, einen inkompetenten Lehrer (davon gibt es ja zum Glück so wenige) und ein beliebiges Streitthema und der Unterricht wurde durch eine „spannende und lehrreiche“ Diskussionsrunde ersetzt. Und wenn am Ende der Stunde, weil der Lehrer mit seinem Stoff mal wieder kein bisschen vorangekommen war, auch noch Hausaufgaben aufgegeben wurden, dann war wieder genug Stoff für eine Diskussion in der nächsten Unterrichtsstunde vorhanden.

    Die vielen Unterrichtsausfälle durch Schwangerschaften, nicht oder falsch informierte Vertretungslehrer und Referendare waren auch an meiner Schule Standard. Schüler, die wirklichen etwas lernen wollten, konnten das beinahe an jedem anderen Ort besser tun, als in der Schule. Irgendwann begann ich Nachhilfeunterricht zu nehmen und zwar nicht, weil ich in der Schule nicht mitkam, sondern um überhaupt etwas zu lernen.

    Das waren nur ein paar meiner vielen überwiegend negativen Eindrücke meiner bisherigen Schulzeit. Welche Intention das heutige Schulsystem auch verfolgt, es kann nicht darauf ausgelegt sein, den Schüler etwas beizubringen. Ihr Artikel hat mir sehr gut gefallen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Martha Minsk

  4. Volker Kek sagt:

    Erfreulich liebe Autorin, wie man sieht, sind nicht alle jungen Leute dumm und einfältig. Machen Sie weiter so….Ihrer Generation stehen schwere Zeiten bevor. Kämpfen Sie gegen den derzeitigen linksgrünen Stimmungswahnsinn. Die Entscheidung wird in den sozialen Medien fallen, also schreiben, schreiben und kämpfen…. Dr.-Ing. Volker Kek

  5. DJ_rainbow sagt:

    Nur eine kleine Anmerkung: G8 ist nicht per se Mist. Der schönste Freistaat der Welt – also Sachsen – hat seit mittlerweile fast 30 Jahren G8 und fährt ziemlich gut damit. Jedenfalls im Vergleich zu Bildungskloaken wie Berlin, NRW oder Bremen.

    Ansonsten: Wie immer super geschrieben!

  6. Vater sagt:

    Eine Abrechnung, die gewiß von der einen oder anderen persönlichen Abneigung gefärbt ist. Angesichts der deutschen Bildungskatastrophe erscheint mir die Kritik dennoch eher unter- als übertrieben. Ich bin während der gesamten Schulzeit meiner Kinder vor hilflosem Zorn im Dreieck gesprungen. Unzählige Unterrichtsausfälle, machtlose Schulleiter, inkompetente Lehrkräfte, schlampige Stundenvorbereitung, erbärmliches Niveau. Es war ein Omen, als ich bei der Einschulung unseres Ältesten das Thema der letzten Viertkläßlerstunde an der Tafel sah: „Pupertät“. Eine Lehrerhandschrift, wohlgemerkt. Meine Kinder haben beide ein Einserabitur bekommen, ohne nennenswert dafür zu lernen. Welch eine Lebensvergeudung! Ihren wenigen guten Lehrern sei immerhin gedankt.

  7. Marc sagt:

    Danke, Elisa David!
    Großartiger Text!
    Ich hatte es bereits geahnt, Sie haben es mir bestätigt!
    Schreiben Sie weiter, wir brauchen Schriftsteller wie Sie!
    Beste Grüße und alles Gute für Sie – und lassen Sie sich nicht verbiegen!

  8. Maria sagt:

    Ich hoffe, Sie stehen auch einmal auf der anderen Seite…mehr kann ich zu diesem Artikel nicht sagen.

  9. Hans sagt:

    Vor vielen Jahren schrieb ich bereits darüber:

    „Lehrer sind,

    im Gegensatz zur irrigen allgemeinen Vorstellung und Selbsteinschätzung,

    in den allerwenigsten Fällen Pädagogen!!

    Lehrer sind in erster Linie

    „Bandarbeiter“,

    die, am Fließband mit einer Taktzeit von einem Jahr, das Produkt weiter befördern sollen.

    Wobei sie sehr viel Ausschuss produzieren.

    —-

    Pädagogen sitzen in den Unis und Hochschulen.

    Einige wenige in den Regierungspräsidien/Kumis, wo sie, ziemlich hilflos vor der geballten Dummheit des Bandarbeiters, „Ingenieurstätigkeit“ leisten sollen.
    Von den reformatorischen Erneuerungen, welche „die da oben“ sich ausdenken, kommt jedoch seit Jahrzehnten unten fast nichts an.!!
    Für etwaige Kontrollen werden „Potemkinsche Dörfer“ geschickt fassadiert und selbst „Evaluationen“, die heute so „in“ sind, werden in gemeinsamer Seilschaft von Lehrern, unteren Schulbehörden und evaluierenden Fremdfirmen gefakt!!
    Hauptsache, die Schule sieht dabei, auf dem Papier!!, gut aus.

    Alle Reformversuche seit KM Hahn (BW) waren weitgehend fake, der an dem Mobbing der Schüler durch Lehrer nur die Methodik geändert hat.

    Was früher die „Rückhand“ der Backpfeifen-Tussi war, ist heute das „Squeeze-Out“ mit verwaltungsrechtlich absichernder Verfehlungssammlung mit Datum, Zeit und Unterschrift des sammelwütigen Lehrers UND seiner Kollegen (zur Absicherung!!) ….

    Und die verbreitete Einstellung, dass „Eine Krähe der anderen kein Auge aushackt“ !

    Selbst grottenschlechte Lehrer werden „geschützt“, Verfehlungen verharmlost oder unter dreistem Lügen abgestritten und die „Kollegen“ unter allen Umständen mitgeschleppt!

    Gute Lehrer, und es gibt anfangs viele davon, werden von altgedienten Kollegen mit besten Beziehungen zu übergeordneten Institutionen (Seilschaften) bei guten Ergebnissen zurück gepfiffen, gemobbt und mit Lüge und Intrige fertig gemacht.

    Der Lehrer im allgemeinen ist ein Könner des völlig unschuldigen Schüler-und Kollegen-Mobbings.

    Sehr witzig ist in diesem Zusammenhang die Rationalisierung, die betrieben wird, um diese Handlungsweisen zu begründen und zu entschulden/erklären:
    Nur zum Wohle des Schülers/des Kollegen, etc. bla, bla, bla.


    Lehrer, die die, bspw. in BW explizit verbotene, sinnlose Strafarbeit des 2/3/500- maligen Abschreibens eines Satzes/ Buchseite/ Aufsatzes/ etc. durchziehen (wie selbstverständlich ! ), gibt es heute auch noch – und es passiert ihnen gar nichts, wenn sie erwischt werden.

    1. Streiten sie es ab. (Und man legt die Kopie der Strafarbeit vor.)

    2. Lügen sie, das sei ja nur eine Ausnahme gewesen. (Und man legt noch einmal 10 Kopien von unterschiedlichen Schülern vor.)
    [Die Flecken unter den Armen werden jetzt größer.)

    3. Sagen sie, dass es ihnen leid tut und dass sie es nie mehr machen werden.
    (Die nächste Lüge, denn genau eine Woche später passiert das Gleiche…)

    4. Auch diesem, den dienstlichen Gehorsam verweigernden, Beamten ist nichts passiert!

    Es gab einen Eintrag in der Personalakte, der nach 3 Monaten wieder gelöscht wurde = DAS IST GAR NIX.

    Der Lehrer und seine Kollegen machen weiter wie gehabt, jahrelang!

    „Stuttgart ist weit – ich lasse mir doch von denen nicht vorschreiben, wie ICH meinen Unterricht mache!“
    „Wenn die SuS nix lernen, ist das denen ihre Sache! Das hat mit mir nix zu tun.“

    Als Hinweis auf Literaturgrundlagen, z.B.:
    Pamela Druckermann: Warum französische Kinder keine Nervensägen sind.

    Weiter: Walter Mischel. Didier Pleux. Jean Piaget. Rousseau (Emile…). Francoise Dolto !!!! –

    Hier wird exakt beschrieben, was dieser Bespassungs-, Bespiel-, und Förder-/Forderwahn für einen immensen Schaden anrichtet. Konnte sich in D NUR etablieren, weil blind nach USA geguckt wurde…

    UND

    … weil BANDARBEITER = Lehrer sich anmaßen PÄDAGOGEN zu sein!!

    Pädagogen sind i.d.R. Universitätsangestellte mit einem Dr. oder Prof. vor dem Namen, die ein entsprechendes Hauptstudium erfolgreich abgeschlossen haben UND in diesem Bereich Forschung und Lehre betreiben.

    LEHRER SIND PER SE KEINE PÄDAGOGEN – das ist ANMAßUNG

    … und hat zu katastrophalen Folgen im Bildungssystem geführt.


    Einschub:
    !!!!!

    MB würde diesen Menschen auf einen Hirnschaden untersuchen lassen, denn den hat er ganz gewiss.

    Heißt möglicherweise „Grandiosität“ und hat immer etwas mit Minderwertigkeit zu tun….

    Nicht umsonst ist der Beruf des Lehrers stark von „Burnout“ und Depression heimgesucht …
    … wo und wie sind denn die Beziehungen zw. Depression und Grandiosität … ???
    Einschub Ende.

    Aber genau diese Position haben Lehrer durch ihre immensen Verflechtungen (kriminelle Vereinigung zum eigenen Vorteil?) im Moment inne.
    Sie sitzen automatisch in den Schulen (sowieso), den Schulämtern, Kultusministerien, Regierungspräsidien.

    Und über ihre Standesvertretungen GEW, etc. auch noch in allen anderen Entscheidungsgremien und vertreten dort die Interessen von … ??? –
    RICHTISCH: Lehrern.

    (Und nicht die Ingenieure …)

    Die Bandarbeitern, die sich ein schönes Leben machen, mit Pflege der deutschen Eigenschaft „Jammen auf höchstem Niveau!“.

    Und Raten Sie mal, wessen Interessen auf der Strecke geblieben sind, mangels pädagogischem Wissen?? …

    RICHTISCH !! Die der Kinder, Schüler, des Materials, SuS, etc. …

    Tja – ein Beamtenstaat, bei dem die Menschen auf der Strecke bleiben – Kinder sowieso.


    … „Der eingebildete Lehrer“. …
    Nicht nur, dass Lehrer eingebildet wären, …

    … sondern nach .

    DIE bilden sich nur ein, Lehrer zu sein!!

    In Wirklichkeit haben mindestens 80% aller „Lehrer“ keine, aber auch NULL Ahnung von positiver Pädagogik, welche die Grundvoraussetzung für’s Lernen schafft und hätten niemals die Lehrbefugnis bekommen dürfen.

    Es ist eine Totalkatastrophe, wie die Jugend in Deutschland von eingebildeten Idi…. an die Wand gefahren und kaputt gemacht wird!
    Da reissen auch die 20% bemühter und guter Lehrer nix mehr.
    Die stehen gegen die 80% Doofen auf verlorenem Posten.

    Hier sei der Hinweis erlaubt auf .

    Am aller gemeinsten sind die Schuldzuweisungen unfähiger Lehrer an die Eltern –

    Lehrer unterschätzen ihren eigenen negativen Einfluss auf die Schüler völlig –

    Selbstentschuldung sagt der Psychologe, Schutzbehauptung der Jurist, und in Wahrheit ist es Dummheit, Faulheit, Unfähigkeit und der Beamtenstatus, der die Misshandlung unserer Kinder ermöglicht.

    Matti Meri schrieb mir darüber: „Wie können nur professionelle Lehrer die Kinder so behandeln?“ –

    Ergebnis:
    In Deutschland werden die Kinder systematisch von Lehrern! gemobbt, ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten beraubt und seelisch misshandelt – und alle halten dies für normal und richtig.

    Siehe Holger Strohm, Kurt Singer, Bernhard Hassenstein, Manfred Spitzer, Hans Zulliger, Karl Gebauer, A.S. Neill, Matti Meri, Makarenko, Winterhoff, Prekop, Birkenbihl, Hüther, Karen Pryor, Prof. Dr. Elsbeth Stern,… und viele mehr.

    Das Problem und seine Lösung sind also bekannt, wird aber auf Kosten unserer Kinder (unsrer Zukunft?) jahrzehntelang verschleppt.

    Lehrer werden für ihr Fehlverhalten nicht zur Verantwortung gezogen, ja dieses Fehlverhalten wird gar unter den Tisch gekehrt oder bestritten.

    Und immer sind sie von der eigenen Wichtigkeit und Richtigkeit überzeugt, so nachweislich falsch ihr Verhalten und ihre Aussagen auch sein mögen:
    Krähwinkels Schreckenstage sind längst Realität … es sind jedoch die Schreckensjahre unserer Kinder.

    Tja, wenn Lehrer auch Menschen wären, wie die Eltern – dann wäre dies ein selbstregulierendes System: Die Schlechten würden entfernt!
    Dies ist aber nicht der Fall – aus falsch verstandener „Fürsorgepflicht“ werden die „Grauenhaften“ jahrzehntelang durch geschleppt.

    Die anderen Lehrer wissen doch oft nicht, wie grauenhaft ihre Kollegen sind, die sitzen doch nie in deren Unterricht! (nicht mal der SL, obwohl er das Recht und sogar die Pflicht dazu hat! Gehört nämlich zur „Fürsorgepflicht!)

    Das wissen jedoch nur die Kinder und die Vertrauten, denen sie die im „Unterricht“ gedrehten Handy-Videos zeigen.

    Original-Zitate:
    „Wenn eure Eltern euch kein Benehmen bei gebracht haben, dann werdet ihr das bei mir Lernen!“
    „Du schreibst 500 Mal: „Ich spreche in der Schule kein Türkisch.“ “ (Ein Mädchen, die neu in Deutschland ist und kein Wort Deutsch kann!)
    „Wir müssen mal was gegen den X. tun, der stört dauernd den Unterricht. Was können wir denn da machen?“

    Ich kann mir den Unterricht ab und zu sogar „live“ angucken, nur glaubt mir das kein Mensch, wie die Kinder angebrüllt und zynisch fertig gemacht werden:
    „Dich will ich auf dem Ausflug gar nicht dabei haben, aber ich muss Dich ja mitnehmen.“

    Kein Wunder, dass die „Lehrer“ ausbrennen, bei so viel Mißgunst und Hass …

    Matti Meri beschrieb die wichtigste Voraussetzung für den Lehrerberuf in Finland (conditio sine qua non):
    „Mit den Schülern Lachen zu können und fröhlich zu sein!“ (Kein Witz!)

    Das „Geheimnis“ ein guter Lehrer zu sein, ist die Fähigkeit mit den Schülern in positive Verbindung zu kommen / eine positive Beziehung auf zu bauen! (Fack ju Göhte !!!).

    Englisch: To connect.

    Hierzu: Faber&Mazlish .


    Eine Episode aus meiner Lehrerausbildung (Uni TÜ/HD: Pädagogik, Psychologie, Soziologie, (Anglistik) – LAGymSek2):

    Studie in USA:
    Eine Klasse „Schwererziehbarer“ wurde willkürlich aufgeteilt in 2 Gruppen.

    Die 1. Gruppe wurde den neuen Lehrern vorgestellt, als die schlimmsten Schüler aus der Schule! Vorsicht: Gewalttätig! Unfähig zu Lernen!

    Die 2. Gruppe, als die besten aus dieser Schule. Wir setzen alle Hoffnungen in diese jungen Leute! Sie haben die besten Anlagen, trotz des schlechten mileus einen guten Abschluss zu schaffen!

    Ergebnis: In der ersten Gruppe täglich Polizei, Gewalt, Tätlichkeiten gegen die Lehrer, Abbruch nach einem halben Jahr wg. Zusammenbruch und Weigerung der Lehrer.

    In der zweiten Gruppe, wurde nach einigen Wochen intensiver Gespräche, die gar nichts mit Unterricht zu tun hatten, ein gemeinsamer Arbeitsstil entwickelt.
    Es wurde ein gutes Verhältnis erreicht, es gab keine Gewalt gegen Lehrer und fast keine gegen Mitschüler.
    Die meisten erreichten mittelmässige bis gute Leistungen.

    So, und jetzt kommts:
    Nach einem Jahr wurden die Gruppen ausgetauscht.
    Die guten wurden als schlimmste Klasse der ganzen Schule vorgestellt etc.

    Das Ergebnis war nach einem halben Jahr das gleiche wie oben – nur dass die Schüler vertauscht waren…

    Das Resumee für mich war: Was wir erwarten, werden wir bekommen!

    Oder:
    Lehrer machen sich ihre Schüler selber.

    Oder:
    Wenn Schüler schlecht sind, liegt es IMMER am Lehrer!

    Ausnahmslos!!

    Oder:
    Der Durchschnitt ist die Note des Lehrers.

    —–

    Eine große Gruppe Lehrer (80%?) ist per se (wieder/immer noch) reaktionär.

    Und diese passen eben in diesen Zeitgeist rein – damit können Sie sich auch der Anerkennung in dieser (peer-) group sicher sein.

    Wie immer wieder einwandfrei bewiesen wird.

    Bringt Ihnen unter den Kollegen sicher auch Zustimmung – muss aber deswegen weder richtig noch gut sein, eher im Gegenteil:

    „Wer die richtige Lebensweise befolgen will, dessen Weg sollte sich von dem der meisten Menschen fundamental unterscheiden.“

    Diogenes der Kyniker (nicht: Zyniker!).

    Ihr Verständnis von Pädagogik ist, wie heute leider allgemein üblich, das laienhafte Verständnis von „Lehrern“, welche erst einmal gar keine Pädagogen sind!!
    Es sind „Fließbandarbeiter“, die dazu ausgebildet wurden, Schüler ab zu fertigen.

    Pädagogik kommt in der Ausbildung nur spärlichst, wenn überhaupt, vor.
    Und was in Schulen „gängig und alltäglich“ ist, muss deshalb noch lange nicht richtig und gut sein!

    An den Ergebnissen gemessen, ist es katastrophal, was an (deutschen) Schulen passiert.
    Und hat eben mit Pädagogik überhaupt gar nichts zu tun !!!!

    Dass „Lehrer“ sich „Pädagogen“ nennen, ist eine völlige Absurdität: Lehrer sind meist das absolute Gegenteil von Pädagogen = Unpädagogen!

    Hierzu müssten Sie sich aber erst einmal ernsthaft in die Materie einarbeiten, um überhaupt zu verstehen, was der Unterschied zwischen ernsthafter fördernder und positiver Pädagogik und dem allerseits praktizierten Prinzip des

    „Abrichtens zu zwanghafter Fügsamkeit“

    ist, wie es in Deutschland in den Schulen und leider auch oft in Elternhäusern, auch auf Grund des Druckes der Lehrer, geschieht.

    Dazu müssten Sie sich mit ernst zu nehmenden Pädagogen (Wissenschaftlern!) und nicht mit populär-geldgeilen-Autoren oder Lehrer-als-Autoren beschäftigen:

    Alfie Kohn, Prof. Kurt Singer, Faber&Mazlish, Holger Strohm, Bernhard Hassenstein, Manfred Spitzer, Hans Zulliger, Karl Gebauer, A.S. Neill, Matti Meri, Makarenko, Winterhoff, Prekop, Birkenbihl, Karen Pryor, Prof. Dr. Elsbeth Stern …

    Ein Lesetipp: http://www.sueddeutsche.de/karriere/amoklauf-von-winnenden-der-amoklaeufer-in-uns-1.404906-2
    Interessant ab: Ein Blick hinter die Fassade: Demütigungen und Respektlosigkeiten.

    Ich vermute aber, ein einem Universitätsstudium gleichendes intensives Beschäftigen mit wissenschaftlicher (!!!) Pädagogik wird Ihnen zu anstrengend sein – es widerspricht auch der menschlichen Natur, sich mit etwas ernsthaft zu beschäftigen, was die eigene Überzeugung in Frage stellen könnte.

    Dann bleiben Sie halt dabei und beten Stammtisch-Weisheiten (s.o) herunter, der Zustimmung von 80% der Lehrer können Sie sicher sein.

    Millionen Fliegen können nicht irren …

    Getroffene Hunde …?

    Die 50 % sind von einem erfolgreichen Schulleiter in Berlin (Jens Großpietsch), die 80% sind meine eigene Schätzung, wobei ich dies bereits differenziert hatte:

    20% sind richtig gut! 30% sind Mitläufer des schlechten Systems und wären recht einfach auf gut zu ändern und 50 % gehören NICHT in diesen Beruf.

    Ich habe das bereits mehrfach ausführlich dargelegt.


    Von http://www.berliner-zeitung.de/berlin/lassen-sie-uns-ueber-berlin-reden-provokante-thesen-eines-berliner-schulleiters-1366904

    „Herr Großpietsch, Sie haben bei Günther Jauch öffentlich gesagt, dass etwa die Hälfte der Berliner Lehrer falsch im Beruf sei. In ihrem Lehrerkollegium haben Sie sich damit sicher nicht beliebt gemacht.

    Na ja, am nächsten Tag kam ein Kollege und sagte, es seien sogar 70 Prozent der Lehrer. Aber klar habe ich viele erboste Briefe von Lehrern und Schulleitern erhalten. Und es gab die Forderung, dass der Schulrat disziplinarisch gegen mich vorgehen möge. Aber es gab viel zustimmende Post von Menschen außerhalb des Schulsystems.

    Wie begründen Sie Ihre Kritik?

    Wenn man wie ich eine andere Form von Schule will als die übliche 0815-Schule, dann sind viele Lehrer darauf heute nicht vorbereitet.

    Was meinen Sie mit 0815-Schule?

    Da unterrichten die Lehrer Fächer und nicht Kinder. Wer nicht mitkommt, ist selbst schuld. Der Lehrer sollte aber die Stärken und Schwächen des Schülers kennen und die Stärken stärken und die Schwächen schwächen. Das Grundproblem ist, dass jeder ein Lehramtsstudium aufnehmen kann, ohne dass er in irgendeiner Form darauf hingewiesen wird, was auf ihn zukommt. Es findet kein Eignungstest statt. Erst nach Studium und Referendariat wird für einen Lehrer die Frage konkret, ob er überhaupt Lust hat, mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Erst dann zeigt sich, dass viele Lehrer für den Beruf nicht wirklich geeignet sind. Wenn die Pilotenausbildung so wäre, würde ich in kein Flugzeug steigen.“

    ——————–

    Lesen Sie zumindest: . (oder: oder … s.o.).
    Eventuell verstehen Sie dann, dass Ihre Einstellung, die sich sicher im Konsens mit der Allgemeinheit befindet, einfach nur furchtbar und falsch ist – ganz egal, wie dialektisch eloquent, jedoch logisch falsch, Ihre Ausführungen sind. Die schrecklichen Verhaltensweisen von Kindern / Jugendlichen / Erwachsenen (Totschlag am Bahnsteig / Mädchenprügelei in Tübingen / Amokläufe etc ad infinitum !!) sind eine direkte Folge der Erziehung in Elternhaus

    UND VOR ALLEM Schule!!


    Der von Ihnen womöglich praktizierten und allgemein als richtig empfundenen Erziehung…

    Und diese schafft genau diese Erscheinungen!

    Ursache-Wirkung.

    Ganz einfach.

    “ Habe nun, ach! Philosophie,
    Juristerei und Medizin,
    Und leider auch Theologie
    Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
    Da steh ich nun, ich armer Tor!
    Und bin so klug als wie zuvor;
    Heiße Magister, heiße Doktor gar
    Und ziehe schon an die zehen Jahr
    Herauf, herab und quer und krumm
    Meine Schüler an der Nase herum-

    Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen,
    Wenn es nicht aus der Seele dringt

    Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
    Wenn es euch nicht von Herzen geht.“

    Von einem berühmten deutschen Gelehrten

    Ende!

  10. Cornelia sagt:

    Wissen Sie was, Frau David, werden Sie Lehrerin und machen Sie es besser. Sollte bei Ihrem Überblick kein Problem sein.
    Viel Spaß und viele Schüler, wie Sie es eine waren, wünsche ich Ihnen.
    Freundliche Grüße, Cornelia Schwarze

    • Nik sagt:

      Na wer fühlt sich denn da auf den Schlips gegreten? Ich beobachte dieses Phänomen schon bei meinem Sohn in der Grundschule.
      Wie kann es sein, dass man sich von Kindern so dermaßen die Butter vom Brot nehmen lässt? Russen als Deutsch- und Englischlehrer hat und die weder der einen noch der anderen Sprache mächtig sind. Da muss man sich nicht wundern, dass das Bildungsniveau zum scheitern verurteilt ist.
      Innerhalb eines Schuljahres wurde die Klasse ungefähr sechs oder sieben Mal mit einer neuen Sitzordnung beglückt und die Doofen und Unruhestifter können machen was sie wollen und werden auch noch ins nächste Schuljahr durchgeschleppt. Bei intelligenten Kindern gint es kaum bis keine Förderung obwohl diese genauso ein Anrecht darauf haben. Einfach mal vorher nachdenken bevor man unqualifizierte Kommentare schreibt.

  11. Prani Thongyuean sagt:

    Gut geschrieben mein Sohn ist am Gym einer Mintschule 8 Klasse und ist bisher größtenteils verschont geblieben, aber trotzdem in Ansetzten gibt es auch dort solche Mechanismen….

  12. Sille sagt:

    Sehr geehrte Frau David,
    das haben Sie hervorragend zusammengeschrieben. Und mit Sicherheit gäbe es noch viele weitere erwähnenswerte Punkte, an denen unser Bildungswesen krankt. Die fehlende oder abhanden gekommene Motivation der Lehrer, gepaart mit mangelndem Durchsetzungsvermögen, sind nur ein kleiner Baustein der Misere. Ja, die Frage nach den Lehrer-Weiterbildungen immer während der Schulzeit – nie in den Ferien – ist mir genau so unheimlich wie die Tatsache, dass eine große Anzahl verschiedener Verlage den Schulbuch-Markt unter sich aufgeteilt haben. Inhaltliche Qualität steht da nicht an erster Stelle. Dass in Deutsch die Klassiker nicht mehr behandelt werden – und Sie, Frau David, sprechen von einem Gymnasium – ist beängstigend.
    Und dass die Naturwissenschaften im Unterricht in deutschen Schulen ein trauriges Dasein fristen, ist auch schon länger bekannt. Dabei hatte Deutschland genau auf diesen Gebieten wirklich große Persönlichkeiten. Scheint nicht mehr wichtig zu sein. Schade.
    Ihnen, Frau David, alles Gute für die Zukunft!

  13. Lehrer sagt:

    Natürlich: Jetzt sind mal wieder die bösen Lehrer schuld. Und typisch: Gemeckert wird, nachdem man das Abitur hat. Vorher hat man wohl nicht den Mut dazu. Die Autorin hat vom Lehrerdasein keinerlei Ahnung.

    • Nik sagt:

      Ich habe aber Ahnung vom Lehrerdasein und kann diesem Artikel in weiten Teil zustimmen.
      Die wenigen bemühten Lehrer haben kaum eine Chance sich gegen das Gro derer zu behaupten denen es in keinster Weise darum geht die Schüler adäquat darauf vorzubereiten was für den weiteren Bildungsweg wichtig ist.
      Und das das Bildungssystem mittlerweile eine Katastrophe ist sollte selbst im kleinsten Dorf angekommen sein. Für alles und jeden wird in diesem Land das Geld der Steuerzahler zum Fenster rausgeworfen, überall schreit man nach Digitalisierung… aber das man marode Schulen/Kindergärten mal im Vorfeld kernsanieren sollte ist ja nicht wichtig. Das Dach ist undicht, Fenster zugenagelt weil sie anders nicht mehr zu schließen sind, aber Hauptsache das Internet funktioniert. Das ist wohl doch eher die Kategorie „Pferd von hinten aufzäumen“.
      Lehrer die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, aber Hauptsache es ist jemand mit einem Master. Das ist doch total krank. Schreiben nach Gehör, wer auch immer sich das seinerzeit ausgedacht hat muss offensichtlich komische Sachen zu sich genommen haben welche die Hirne völlig vernebelt haben.
      Wenn Sie den Text vollständig gelesen hätten, wovon ich nach Ihrem Kommentar, nicht ausgehe wird das Bildungssystem angeprangerr Zurecht. Lehrer gehören nun einmal auch dazu.
      Da ich auch Mutter eines schulpflichtigen Kindes bin nehme ich kein Blatt vor den Mund und ch habe auch keine Skrupel eine Welle zu machen bei Unfähigkeit des Lehrers.
      Wenn die Lehrkraft nichts taugt muss sie sich halt auf andere Weise ihren Lebensunterhalt verdienen. Auch wenn ich es eine Frechheit und ein Unding finde, dass man vielerorts Lehrer nur befristet einstellt und diese sich zu Beginn der Sommerferien regelmäßig arbeitslos melden müssen kann das nicht zu Lasten der Schüler gehen. Die können nichts dafür.
      Was halten Sie eigentlich von Lehreen die zum kollektiven Schwänzen aufrufen und dies als Pflichtveranstaltung in Form einer Exkursion tarnen und damit Schüler nötigen an den Freitagsdemos teilzunehmen?

  14. Anthea sagt:

    Herzlichen Glückwunsch, dass Sie diesen System unbeschadet überlebt haben😊 Super Artikel, kann ich alles 1: 1 übernehmen auch für unsere Schule. Ihnen alles Gute und viel Erfolg weiterhin!!

  15. W. sagt:

    Dieser Beitrag entspricht zu 100% der Realität an der Schule meiner Töchter in Potsdam. In der Sek ll werden
    Tutoriatsleiterinnen plötzlich in den vorzeitigen Ruhestand geschickt oder in der 12. Klasse an die Uni versetzt. Lehrkräfte von Leistungskursen (Mathe, Englisch) werden ein Jahr vor dem Abitur schwanger bzw. nehmen Erziehungsurlaub für 4 Monate. Vertretung erfolgt durch Referendare, die gar kein Mathe studieren und statt Stochastik zu unterrichten, lieber Tee kochen und Blaubeermuffins backen. Teilweise wurde gar kein Lehrer eingesetzt und die Schüler sollten sich den Abiturstoff selbstständig beibringen. Eine absolute Katastrophe!!

    • Edith sagt:

      Schwangerschaften kann man meist nicht auf den Monat genau planen. So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört.

  16. alacran sagt:

    Genau das, was meine Tochter auch immer gesagt hat ( G8 Abi vor zwei Jahren).
    Der locker erreichter Notendurchschnitt hätte noch besser sein können, aber dazu hätte sie eigene Meinungen bei diversen Lehrern rigoros ablegen müssen. Hochachtung und Respekt zollte sie Lehrern die kompetent, engagiert und ohne ideologische Vorurteile unterrichteten, Leistung einforderten und nicht vor politischen Vorgaben resignierten.
    Die mündliche Note ist tatsächlich ein nahezu unkontrollierbares Machtmittel, das unbedingt auf seinen tatsächlichen Wert zurückgestutzt gehört!
    Der Verzicht auf Noten bei schriftlichen Arbeiten würde diesen Unsinn noch aufwerten!
    Wenn die Klausuren zu „gut“ waren, bekamen die Lehrerlieblinge Supernoten für mündliche „Mitarbeit“ auch wenn sie überwiegend Stroh droschen.
    Aber die tieferen Ursachen für die beklagten Zustände sind im Kommentar von T. Jacobs zutreffend beschrieben und entsprechen den Klagen, die ich von meiner Schwester und befreundeten Gymnasiallehrern hörte.

  17. Max Media sagt:

    Hallo Frau David.
    Ein toller Zustandsbericht, den sie da abgegeben haben.
    Sie sollten ihn ihrer ehemaligen Deutschlehrerin noch einmal vorlegen,
    mit der Anmerkung „Lesenswert“.

    Herzlichen Glückwunsch zu ihrem bestandenen Abitur und alles Gute für
    ihre weitere Zukunft.

  18. Jörg Stingl sagt:

    Obwohl ich Vater von in Bayern beschulter Kinder bin, teile ich die Ansichten der Autorin.
    Es gilt immer mehr: Wenn überhaupt „wird aus Kindern etwas“ trotz und nicht wegen der Schule.
    Das eigentlich Schlimme daran ist, dass dadurch das genaue Gegenteil dessen eintritt, was eigentlich bezweckt ist, nämlich Chancengleichheit.
    Wenn ein Kind aus einem bildungsfernen Elternhaus stammt oder nur einen Elternteil hat, oder wenn beide arbeiten müssen, dann wird dieses Kind automatisch gravierende Bildungsdefizite aufbauen im Vergleich zu Kindern bei denen das Elternhaus die Lücken schließt.
    Trotzdem Wünsche ich „Olim meminisse iuvabit“ (das war unser Abiturmotto).

  19. David sagt:

    Vielen Dank für diesen Situationsbericht, der meinen ohnehin vorhandenen Pessimismus weiter befördert. Sie haben die Situation klar analysiert, Sie verstehen die Zusammenhänge, und Sie können darauf aufbauend Ihre Meinung klar und verständlich formulieren – doch sehr viele (ich schreibe bewußt nicht: die meisten) Ihrer Mitschüler wären hierbei überfordert.

    Es ist eine Schande, wohin dieses Land abgedriftet ist. Ein Weg zurück ist „eigentlich“ unvorstellbar.

    Ihnen selbst wünsche ich alles Gute und viel Erfolg! Sie werden Ihren Weg machen, wobei ich jedoch befürchte, daß Sie dieser Weg aus Deutschland herausführen wird, zwangsläufig fast.

  20. Thomas Jacobs sagt:

    Verehrte Elisa David! Dass unsere Gymnasien oft genug heutzutage weder ausreichend auf den Arbeitsmarkt noch auf ein Studium vorbereiten, ist keine neue Erkenntnis, sondern bedeutet Eulen nach Athen zu tragen! Die Ursachen für den Niedergang des Schulwesens sind vielfältig: Reformwut vor allem auf links-grüner Seite, die zur Absenkung des Niveaus bei gleichzeitiger Anhebung der Notendurchschnitte führte, damit „jeder“ Medizin studieren durfte. Dem folgte ein Absenken der universitären Standards, da man mit dem „Schülermaterial“ arbeiten muss, das von den Schulen kam. Universitätsabschlüsse sind dementsprechend auch verwässert. Promotionen haben heute oft nur noch die Qualität von früheren Examens- bzw. Diplomarbeiten, Examensarbeiten die von Hausarbeiten etc. . Lehrerinnen und Lehrer, die in den letzten 20 Jahren aus diesem System hervorgegangen sind, erweisen sich dementsprechend als Kinder ihrer Zeit, oft zu wenig qualifiziert! Hinzu kommt, dass auch heute nicht wenige KollegInnen den Beruf des Lehrers ergreifen, weil sie für sich keine bessere Alternative sehen und glauben, mit Kindern kämen sie eher klar als mit Erwachsenen und könnten zudem Privatleben und Beruf im Lehrberuf besser vereinbaren! Welch ein fataler Irrtum! Insofern kann ich Ihnen in vielen Punkten zustimmen. Eine solche Ballung an Problemen, wie Sie sie, konzentriert offensichtlich an nur einer einzigen Schule, beschreiben, kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Neben den Nieten im Lehrerberuf, es gibt sie zweifellos, befinden sich sehr viele, die sich stets gut vorbereiten, ordentlich gekleidet in den Unterricht gehen, durchsetzungsfähig, humorvoll, gerecht und didaktisch zumindest bemüht, oft sehr versiert sind und bereit, auch die schmale Freizeit (bei Korrekturfächern und schulischen Sonderaufgaben) noch für die Schule zu opfern! Insofern ist ihre Schelte zumindest einer sehr, sehr verengte „konservative“, ist , bei allem Bedauern (sic!!) für Ihre schlechten, persönlichen Erfahrungen, sicher einseitig und erweckt bei mir den Eindruck der typischen Lehrer- und Schulschelte, der Projektion! Falls es Schulen gäbe, die eine solche Konzentration von Stereotypen entspräche, sollte man sie allerdings schließen, was natürlich nicht geht, nicht geschieht! Ohne jetzt die tatsächlichen Mängel unseres Schulsystemes euphemisieren zu wollen, stelle ich Ihnen typische Lehrererfahrungen dagegen: nicht wenige Kinder, die von zu Hause aus kaum Erziehung genossen haben, kaum integrierbar sind; emotional verwahrloste SchülerInnen, für die nicht selten Lehrer zu Ersatzeltern werden, was diese überfordert; gegenüber Lehrern verbal und körperlich gewalttätige Schüler und auch Eltern selbst an Gymnasien; Eltern, die eigene Erziehungsfehler zur Behebung den Lehrern „überantworten“ und bei „Versagen“ der Lehrer ungehalten sind: typische Projektion; klagewütige Eltern, die die intellektuellen und Verhaltensdefizite ihrer Kinder und ihre eigenen auf dem Rechtswege korrigieren wollen, was für die betreffenden Lehrer und die Schulen stärkste Belastungen darstellt, aber immer häufiger vorkommt; Schüler, die nicht mehr im mindestens belastbar sind; überbordendes Konferenzwesen an den Schulen als Folge der steigenden Probleme, was zu Lasten der Vorbereitungs- und Erholungszeit der Unterrichtenden geht; ständig wechselnde Lehrpläne (Rückschwenk vom G8 zum G9 mit erneuter Umschreibung der Lehrpläne vor Ort, was hunderte von Lehrerstunden einer Schule verzehrt, die man eigentlich zur Vorbereitung und Korrektur benötigt); eine viel zu kleine Zahl von Sozialpädagogen an den Schulen; steigende Zahlen von Unterrichts- und Korrekturverpflichtungen seit Jahrzehnten bei nahezu stagnierenden Gehältern; unglaubliches Anwachsen unsinnigen Papierkrams ( anfertigen individueller Förderpläne, Lerngutachten, Notenersatzumschreibungen, Verschriftlichung von Kursinhalten und Ergebniserwartungshorizonten mit Punkteverteilungen sogar bei schriftlichen „Tests“, nicht nur bei Klausuren und Klassenarbeiten etc.); von pauschaler Lehrerschelte seitens der desaströsen Kultuspolitik ganz abzusehen, die die Lehrer zu recht kränken und demotivierend sind!
    Sie sehen, Frau David, nicht nur die Lehrer sind Kinder ihrer Zeit, auch die Schüler und Eltern, sogar die Politik! Wenn Schule ein Spiegel und gleichzeitig Brennpunkte unserer Zeit ist, und das ist sie, wissen sie, was sich in unserer Gesellschaft zuträgt! Und das ist nicht gut!
    Sie sehen, Frau David, es liegt auf beiden Seiten vieles im argen; vieles ist voneinander abhängig, aufeinander bezogen! Warum bringt es Ihre Generation, Frau David, eigentlich nicht zu stande, statt sich für fridays for future missbrauchen zu lassen, für fridays for school zu demonstrieren, für eine aktive, bundesweite Änderung unseres insgesamt unbefriedigenden Schulsystemes und für mehr Lehrer und für bessere Ausstattungen der Schulen zu streiten…? Dann hätten mehr Schüler sicher bessere Kenntnisse über die tatsächlichen ökologischen Zusammenhänge! Kann es sein, dass viele Schülerinnen und Schüler nach einer von Ihnen offensichtlich erwünschten, harten, konservativen Reform des Schulsystemes gar nicht mehr auf dem Schultyp eigener Wahl verbleiben dürften, weil sie dort überfordert sind, nicht mehr studieren könnten etc. ??

    Mit freundlichen Grüßen eines ehemaligen „Schulsystems-Mitarbeiters“

    • Tomsen sagt:

      Sehr geehrter Schulsystem-Mitarbeiter,
      Ich stimme Ihren Ausführungen zu, allerdings ist es sehr interessant, daß Sie die Autorin als „verengt konservativ“ hinstellen und eine Projektion diagnostizieren.
      Diese Bewertung sehe ich eher als Symptom der Grunderkankung des Systems.
      Meine Tochter hat ihr Abitur gerade an einem G8 Gymnasium in Bad Neuenahr Ahrweiler gemacht, einer „Europa-Schule“. Die Autorin könnte auch hier ihr Abitur absolviert haben.
      Einen Unterschied gibt es allerdings: Schüler werden an dieser Europa-Schule gnadenlos schlechter bewertet, wenn sie im Unterricht oder in den Klassenarbeiten eine Meinung vertreten, die nicht dem derzeitigen Mainstream entspricht.

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