Maduro will Kubanischen Botschafter zum Kabinettsmitglied machen

Fabio Rodrigues Pozzebom/ABr | CC BY 3.0 br via Wikimedia Commons

Von Sebastian Thormann | In einer Fernsehansprache erklärte Venezuelas Diktator Nicholas Maduro der kubanischen Botschafter in Caracas soll „praktisch Teil des Kabinetts“ werden. Außerdem gebe es jetzt in jedem Ministerium offene Türen für kubanische Diplomaten um “zu koordinieren und voranzukommen”.

In den letzten Jahren hat das kubanische Regime in Venezuela immer mehr an Einfluss gewonnen. Laut Angaben des Weißen Hauses aus dem letzen Jahr sind zwischen 20.000 und 25.000 kubanische Streitkräfte in Venezuela aktiv. Gemeinsam mit Regime-treuen venezolanischen Streitkräften verhinderten sie 2019 die Übernahme der Regierungsgeschäfte durch den verfassungsmäßigen, demokratisch-legitimierten Interimspräsident Juan Guaidó. Ohne diese Maduro-treuen Truppen wären wohl weite Teile des venezolanischen Militärs zu Guaidó übergelaufen.

Proteste gegen die sozialistische Diktatur werden immer wieder blutig niedergeschlagen. Anfang des Jahres versuchte Maduro durch Einschüchterung und Bestechung Guaidó als Parlamentspräsident (und damit kraft Amtes Interimspräsident) abzusetzen. Mitglieder der venezolanischen Nationalgarde verhinderten Juan Guaidó und seinen Anhänger den Eintritt ins Parlamentsgebäude, wo sich per Megafon ein Verbündeter Maduros zum Parlamentspräsidenten erklärte. Die ordnungsgemäße Wahl musste Guaidó und die anderen Abgeordneten der Nationalversammlung, in der die Opposition gegen Maduro die Mehrheit stellt, an einem anderen Ort durchführen, wo Guaidó am Ende in seinem Amt bestätigt wurde.

Bereits Maduros verstorbener Vorgänger Hugo Chávez erklärte in der Vergangenheit: »Kuba und Venezuela sind eine einzige Nation«. In einem Interview mit der Washington Post im März 2019 sagte ein ehemaliger venezolanischen Kommandant, der in die USA geflohen war, dass in Zivil gekleidete Kubaner als „unsere Vorgesetzten und Entscheidungsträger“ auftraten.