Kölner Richterin verurteilt Mörder zu zwei Jahren auf Bewährung

Von ERIK SNIPER | Ahmet R. (19) schlug im August letzten Jahres in der City von Bergisch Gladbach den Familienvater Thomas K. überraschend und ohne jede vorhergegange Provokation zusammen. Nach einem gezielten Schlag ins Gesicht ging Thomas K. zu Boden und brach sich den Schädel. Nach der Tat feierten die Kumpels von Ahmet R. ihn noch. Thomas K. starb einen Tag später in der Klinik von Köln-Merheim. Ahmet R. beging die Tat offensichtlich, um seinen Freunden zu imponieren. Per Definition ist diese Tat mit dem Mordparagraphen zu bestrafen, und da der Täter volljährig war, steht ihm auch die Höchststrafe zu. Doch jetzt darf der Täter das Landgericht Köln als freier Mann verlassen. Die vorsitzende Richterin Ulrike Grave-Herkenrath verurteilte ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zwei Jahren auf Bewährung. „Vielleicht gibt es die Erwartung, dass der Täter leiden soll, wie Sie leiden, das steht aber nicht im Fokus des Strafverfahrens.“ sagt die Richterin zu den Hinterbliebenen des Familienvaters. Ihr gehe es um den Erziehungsgedanken. Sie widersprach auch der Staatsanwältin, die zwei Jahre und acht Monate Gefängnis gefordert hatte. Ahmet R. muss zehn Sozialstunden pro Woche leisten, ein Anti-Agressions-Training absolvieren und regelmäßig Drogentests bestehen. Die Kinder des ermordeten, neun und dreizehn Jahre alt, verfolgten den Prozess teilweise. Als die Witwe von Thomas K. nach dem Urteil den Gerichtssaal verließ, weinte sie.