Kindergartenzwang? Franziska Giffey und der Orwellsche Staat

Fotocredit: SPD Berlin/ Joachim Gern

Von MAX ROLAND | Die designierte Familienministerin Franziska Giffey fordert eine Kindergartenpflicht. Auf ihrer Website heißt es: „Wir brauchen eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr und wenn möglich, auch davor. Wir müssen es schaffen, dass 100 Prozent der Kinder mit guten Voraussetzungen in der Schule ankommen.“

Die Idee einer Kindergartenpflicht ist nicht neu. Bereits Giffeys Vorgänger im Amt des Neuköllner Bezirksbürgermeisters, Heinz Buschkowsky, hat eine Kindergartenpflicht in seinem Buch „Neukölln ist überall“ gefordert. Und ja, aus der Neuköllner Perspektive kann ich das auch nachvollziehen: Viele Kinder werden in ihren Familien nicht gut erzogen. Deutsch wird nicht gesprochen, also nicht gelernt und dem Kind fehlen elementare Dinge. Der Fernseher läuft den ganzen Tag über, die Kinder haben keinen Elternteil, der Morgens früh aufsteht, um zur Arbeit zu gehen, und so fehlen wichtige Einflüsse. Über Franziska Giffey muss man sagen: Sie packt die Dinge an, sie wirkt wie eine Frau, die nicht nur redet (wie viele Sozialdemokraten es heutzutage leider tun), sondern auch handelt. Und dafür gebührt ihr Respekt. Aber eine Kindergartenpflicht? Vielleicht hätte sowas in der Neuköllner Situation eine positive Wirkung. Aber was ist mit dem im Grundgesetz garantierten Recht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen? Erziehung ist der verfassungsmäßige Auftrag der Eltern. Es geht aber um viel mehr: Sollen die Kinder jetzt direkt nach der Geburt in ein staatliches System kommen? Sollen die Kinder jetzt möglichst schnell in ein staatliches System kommen, nur um am Ende das Ziel der Chancengleichheit zu erreichen? Chancengleichheit ist sicherlich ein schönes Ziel, aber was ist der Weg dahin? Mir gefällt der Gedanke nicht, dem Staat zu viel Zugriff auf die Kinder zu geben. Was das Kind im Kindergarten lernt, ist prägend für den Erwachsenen, der daraus wird. Ein totalitärer Staat sichert sich daher immer den Zugriff auf das Bildungssystem, auf die Köpfe der Kinder. Nicht ohne Grund haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes Erziehung als Recht der Eltern verankert, denn sie haben gesehen, wie ein totalitäres System auf die Kinder zugriff und sie indoktrinierte. Eine Kindergartenpflicht, wie gut auch immer sie gemeint ist, ist daher grundsätzlich gefährlich. Kinder gehören nicht dem Staat, sondern ihre Eltern sind für sie Verantwortlich.

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