Kampfhunde verbieten?

Von MAX ROLAND | Beim Durchgehen meiner Nachrichtenapp fiel mir ein Artikel ins Auge: „Kampfhunde müssen nun endlich verboten werden“ ist die Überschrift, die bei mir schon grob erahnen lässt, was kommt. Die „Berliner Morgenpost“ scheint wohl den Hundehasser der Redaktion unbeaufsichtigt an die Tastatur gelassen zu haben. Und als Halter eines Parson Russel Terriers (kein Kampfhund, hält sich aber für einen) nehme ich das persönlich. Zeit, mal zu sehen, warum Kampfhunde verboten sein sollten.

Im Rahmen des wohl bekannten Vorfalls in Hannover (wo ein Kampfhund seine Halterfamilie, eine Mutter und ihr Kind tötete) fordert der Autor das Verbot der Züchtung und Haltung von Kampfhunden. „Sicher: Viele Hunde können zuverlässige Helfer sein (…) Hunde können aber auch das exakte Gegenteil sein. Weil sie von Natur aus Raubtiere sind, weil manche Halter sie zu Kampfmaschinen erziehen, weil man nie sicher sein kann, dass beim Familienhund nicht doch das wilde Tier durchbricht. (…) Die öffentliche Sicherheit ist weit wichtiger als die Freiheit, „Kampfhunde“ zu halten. Es ist Zeit, Zucht und Haltung von Rassen, die als gefährlich eingestuft werden, komplett zu verbieten.“

Okay, ich muss zwar sagen, dass der Autor Recht hat – Kampfhunde können gefährlich werden. Aber Kampfhunde verbieten? Finde ich ne spannende These, wobei „spannend“ mit „absurd“ gleichzusetzen ist. Die Art, wie hier argumentiert wird, die stört mich. Es ist eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, also verbieten? Vor dem Hintergrund des Unglücksfalles klingt das vielleicht zynisch, aber wollen wir jetzt alles verbieten, was potentiell gefährlich werden könnte? Wir haben bereits strikte Vorschriften, was bestimmte Hunderassen angeht.

 

Und was soll mit den Kampfhunden passieren? Sollen sie alle staatlich organisiert getötet werden? Ich verstehe diese Position nicht. „Von Natur aus Raubtiere“: Ja, aber welche, die der Mensch über Jahrhunderte gezähmt hat. Der durchschnittliche Haushund könnte wohl mehr schlecht als recht in der Natur überleben (meiner wäre auch schlicht zu faul). Das Risiko für sich selbst soll jeder, der sich einen Kampfhund zulegt, selber abwägen. Wenn ein Kampfhund andere angreift, sind Strafen gegen den Halter zu verhängen und der Hund gegebenenfalls einzuschläfern. Aber ein Verbot nach dem Motto „Papa Staat, hilf“? Ein geringes Maß an Eigenverantwortung kann wohl selbst der deutsche Staat seinen Bürgern zutrauen.

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