Jusos wollen bis zum 9. Monat abtreiben

Von MAX ROLAND | Anfang Dezember war der Bundeskongress der SPD-Jugend, der Jusos. Ein kleiner Ausflug in den sozialistischen Hass.

 

Die SPD-Jugend will Abtreibungen bis zur Geburt. Verteidigt wird das vor allem mit der Diskreditierung der internen Gegner des Antrages. (Foto: Helmut Reckling. Lizenz)

Auf dem Bundeskongress der Jusos wurde ein Antrag debattiert, die Paragraphen 218 und 219a abzuschaffen: Das Abtreibungsverbot und das Werbeverbot für Abtreibungen (in Deutschland sind Abtreibungen nicht legal, nur entkriminalisiert). Der Antrag sah dabei vor, gar keine Fristen zu setzen. Das bedeutet: Abtreibung bis zur Geburt, bis in den 9. Monat, ohne medizinische oder sonstige Gründe: Der Wille der werdenden Mutter würde dann ausreichen.

Zwei Rednerinnen, die dem Realo-Flügel der Jusos, der „pragmatischen Linken“ angehören, meldeten dort starke Bedenken an.  Eine Medizinstudentin stellte drastisch dar, was das bedeuten könnte: „Ihr könnt euch vielleicht auch vorstellen, dass eine Spätabtreibung manchmal zu einer frühen Geburt führt. Und was ihr euch vielleicht auch vorstellen könnt ist, wenn  das Kind, dass eigentlich abgetrieben werden sollte, dann auf dem OP-Tisch nicht mehr sterben will. Wenn das Kind, was eigentlich abgetrieben werden sollte, plötzlich anfängt, auf dem OP-Tisch zu stöhnen.“

Eine weitere Rednerin schloss sich ihr an:  „Durch diese Forderung wird es möglich, zu jedem Zeitpunkt in der Schwangerschaft, diese ohne medizinische Indikation abzubrechen. (…) Ja: Jede Frau sollte selbst für sich und ihre Frauen entscheiden dürfen. Aber auch das Leben im Mutterleib ist Leben. Und dieses Leben muss geschützt werden.“

Dann kam eine gewisse Sabrina auf die Bühne. Allein von ihrem Aussehen her wusste ich sofort, was sie jetzt sagen würde: Sie trug ein T-Shirt, auf dem „Feminist“ stand, sie hatte ein kantiges, hasserfülltes Gesicht. Anschnallen, es geht los. „Ich habe mich gerade bei den letzten paar Beiträgen gefragt, ob wir bei den Jusos oder auf dem Deutschlandtag sind. Es kann doch nicht euer Ernst sein, so eine pathetische Rhetorik hier an den Tag zu legen. (…) [Es] wurde gerade gesagt, wir müssen für irgendetwas einstehen. Ja: für die lebenden, für die Frauen, und nicht für irgendwelche ungeborenen!“ Die Rednerin legte ein unfassbares Maß von Taktgefühl und Intelligenz an den Tag, welches dem schwierigen Thema Abtreibung angemessen ist. Auch, als sie sagte, das Menschenrecht gelte „zuerstmal für die Frau und dann für alles andere“.

Die JuSos haben den Antrag, Abtreibungen ohne irgendwelche Auflagen vollkommen zu legalisieren (auch bis zum 9. Monat), übrigens beschlossen.

3 Antworten

  1. Markus sagt:

    Heute (12.12.2018) vor 20 Jahren auf den Tag genau (12.12.1998) hatte eine gute Freundin einen Abtreibungs-Termin. Das Kind war ungeplant, ist passiert, sie war 18 und noch in der 13. Klasse im Gymnasium. Ihre Familie und die ganze Umgebung hat sie damals zur Abtreibung gedrängt. Der Vater des Kindes hat einen beinahe unmenschlichen Druck auf sie ausgeübt, das Kind töten zu lassen. Sie wollte ihr Kind aber nicht töten lassen. Weil sie wußte, daß ich Abtreibungen niemals gutheißen würde, hat sie in der Nacht, gestern vor 20 Jahren, bei mir übernachtet, und wir haben den Termin heute Vormittag, vor 20 Jahren, gemeinsam verstreichen lassen und sind damals in Regensburg gemeinsam frühstücken gegangen. Ihr Junge, Lukas, ist heute 19 Jahre alt, hat sein Abi gemacht und sie hat geheiratet und noch vier Kinder bekommen. Sie ist eine glückliche Frau.

  2. Martin W. sagt:

    Konsequent weitergedacht sollte man Frauen das Recht einräumen, ihre Kinder bis zu ihrem 18 Lebensjahr abzutreiben. Dann wären auch die Jusos kein Problem mehr, weil dann Mütter und Väter ausreichend Zeit und Möglichkeit hätten bei missratenen Nachwuchs ihre Entscheidung zur Elternschaft zu korrigieren.

    Disclaimer: Achtung Ironie!

  3. karlchen sagt:

    Ach die SPD…
    Die Ratten versuchen einfach, das sinkende Schiff zu verlassen und die letzte grüne Position, die noch nicht von der CDU getoppt wurde, zu besetzen… Wird nix nützen.

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