Jüdische Genossen kritisieren Maas in offenem Brief für Israelpolitik

Von Jan Schneider | Im Jahre 2018 bekam unsere Republik einen neuen Außenminister – einen Mann, der vorher als Justizminister seine politische Unwissenheit kenntlich gemacht hat und einer der unbeliebtesten Spitzenpolitiker Deutschlands war. Die Erwartungen waren von Beginn an niedrig, doch Maas begann vielversprechend. Seine erste Reise als Außenminister führte nach Israel, schon mal ein guter Anfang um zu zeigen, dass Deutschland 70 Jahre nach der Shoah etwas gelernt hat und den Schutze Israels als deutsche Interesse ansieht. Doch weit gefehlt: Maas Besuch war nichts als Heuchlerei. Er behauptete, wegen Auschwitz in die Politik gegangen zu sein, ließ seinen großen Worten aber keine Taten folgen. Es ging ihm nicht um Auschwitz – der Mann, der von einigen wegen seiner ausgiebigen Präsentation auf Social Media schon als „Foto-Minister“ bezeichnet wurde, hatte Selbstdarstellung im Sinn. Für mehr scheinen ihm die Juden und Israel nicht gut genug zu sein.

Mehrmals stimmte Deutschland unter seiner Führung auf UN-Ebene für israelfeindliche Resolutionen, die Bundesregierung erkennt die rechtmäßige Hauptstadt Israels, nämlich Jersualem, nicht an. Erst kürzlich machte Heiko aus dem Saarland wieder auf sich aufmerksam. Das Dekolonialisierungskommitee der UN verurteilte Israel für das Vorgehen in den Golan-Höhlen, wobei Erdoğan, Assad und Putin in keinem Wort erwähnt werden. In sieben von acht Resolutionen stimmte Deutschland gegen Israel, und das Seite an Seite mit Staaten wie dem Iran und Palästina. 

Das empörte nun auch den Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten, also Maas eigene Parteigenossen. Die jüdischen SPD-Mitglieder äußerten sich kritisch gegenüber dem Bundesaußenminister. In dem offenen Brief heißt es, kurz vor der Verleihung des Preises für ,,Verständigung und Toleranz“ an Maas würden Menschen in Israel vor den Bombenangriffen der Hamas fliehen, Jüdinnen und Juden in Deutschland hätten eine Menge Angst um ihre Familienangehörigen in dort. Währenddessen würden Maas’ Diplomaten wieder antiisraelische Resolutionen annehmen. Weiter wird im Brief gefordert, künftig gegen solche Resolutionen zu stimmen. Ob das wirklich passiert, ist aber mehr als fraglich. Im Wortlaut heißt es: ,,Wir schämen uns dafür, dass Deutschland für diese Resolutionen gestimmt hat“. Das tun wir von Apollo auch. 

Bei der Frage Israel oder Palästina darf es aus westlicher Sicht keine zwei Meinungen geben. Ein Blick auf den Konflikt offenbart die klare Trennlinie zwischen „Gut“ und „Böse“: Entgegen aller Propaganda werden andere Glaubensrichtungen in Israel toleriert und akzeptiert, es gibt muslimische Parteien im Parlament, es herrscht Religionsfreiheit. Von all dem kann man in der islamistischen Hamas-Diktatur nur träumen. Ein Land, welches Minderheiten aller Art derart verfolgt, wie es auf dem Gebiet Palästinas der Fall ist, verdient die Solidarität des Westens nicht. Wiederholt brachen Hamas-Kämpfer die Waffenruhen in Nahost. Während Israel um rein militärische Ziele bemüht ist, bombardiert die Hamas gezielt Zivilisten. Und damit wird Israel alleine stehen gelassen. Ausgerechnet von Deutschland, dem Land, in dem es vor weniger als einem Jahrhundert einen der beispiellosesten Genozide der Menschheitsgeschichte gab, darf man mehr Solidarität mit Israel erwarten. Antiisraelismus ist nicht weit weg von Antisemitismus. Von daher, wehret den Anfängen. Nicht nur von Rechtsaußen sind Juden in Deutschland bedroht, nicht einmal die Bundesregierung steht hinter Israel.

8 Antworten

  1. Sebastian Laubinger sagt:

    Israel und der (vermeintliche!) Kampf gegen den Antisemitismus sind ein wohlfeiles Feigenblatt fuer diesen Minister, den Herrn Maas.

    Ich glaube ihm kein einziges Wort. Waere er ein Freund Israels, er wurde nicht nur gegen jede Israel-gerichtete Resolution stimmen lassen, er wuerde auch bei jeder Gelegenheit mit Wort und Tat den Wert dieser Freundschaft unterstreichen.

    Die SPD buhlt wie verrueckt um Waehlerstimmen, und ich fuerchte, diese Gimpel glauben, Muslime waeren ihre Waehler von morgen . . . und da viele Muslime stramme Antisemiten sind, ist es nachgerade unverzichtbar (aus der Sicht dieses Maas-Maennchens), Israel immer und immer wieder an den Karren zu fahren.

    ISRAEL sollte unser Freund in dieser Region sein, Israel sollten wir IMMER und SOFORT helfen, wenn nicht aufgrund unserer Vergangenheit, sondern dann einfach, weil sie die einzige Demokratie in der Gegend sind, wo jeder nach seiner Facon selig werden kann!

    • Sebastian Laubinger sagt:

      Klarstellung: Ich finde, Deutschland schuldet Israel sehr, sehr viel, aber bei denen, die das anders sehen, zieht oft das Argument, das Israel eine Demokratie ist und dort Atheisten, Christen, Muslime, Frauen, LGBTX etc. sehr gut leben koennen…

  2. Dr. Bennet Jäger sagt:

    Der Antisemitismus war und ist fester Bestanteil der Sozialisten und sogenannten Kapitalismus-Kritiker. Er ist in linken Parteien fest verankert, weshalb man diese Parteien auch nicht hofieren sollte.

  3. karlchen sagt:

    Es gibt also doch noch vernünftige Menschen in der SPD…

  4. moneypenny sagt:

    Man kommt nicht umhin, zu erkennen, dass unsere Regierung trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse antisemitisch agiert.
    Ungebrochene Tradition, auch in der DDR gepflegt…
    Schrecklich!

  5. Max Media sagt:

    Bitte den angesprochenen Brief verlinken.
    Vielen Dank.

  6. Jorgos48 sagt:

    Folgenden Kommentar fand ich heute im Internet.
    Heiko Maas: Minister für Mittelmaß. Wäre er nicht Außenminister, sondern Frühstücks-Ei, würde man ihn wohl der Güteklasse B zuordnen: Dutzendware aus der Legebatterie der Parteipolitik.

  1. 21. November 2019

    […] über Jüdische Genossen kritisieren Maas in offenem Brief für Israelpolitik — Apollo News […]