Journalismus als Risikoberuf: Wehe dem, der denkt und spricht

Von MAX ZIMMER | Innerhalb weniger Monate sind gleich zwei Journalisten mitten in Europa getötet worden, weil sie zu viel wussten.
Nur vier Monate nach dem Autobombenanschlag auf die maltesische Journalistin Daphne Caruana ist jetzt auch in der Slowakei ein investigativer Journalist umgebracht worden. Der 27-jährige Jan Kuciak wurde zusammen mit seiner Verlobten in dem Haus der beiden erschossen.
Der Zeitpunkt des Anschlags lässt das Motiv erahnen- Kuciak war mitten in Recherchen für Korruptions- und Betrugsfälle in der slowakischen Regierung, und ihrer Verbindung zur organisierten Kriminalität.

Dass der freie, unabhängige Journalismus in Europa nicht nur politisch und gesellschaftlich unter Druck gerät, sondern auch in gleich mehreren Fällen in den letzten Jahren auf schockierende Weise angegriffen wurde, ist mehr als besorgniserregend.
Von Boris Nemzow über Charlie Hebdo, Daphne Caruana und den jüngsten Entwicklungen in der Türkei bis hin zu Jan Kuciak- der physische Angriff auf den Journalismus sollte uns allen zu denken geben.
Es kann nicht sein, dass Menschen sterben, weil sie unbequeme Karikaturen malen, Informationen veröffentlichen oder Standpunkte vertreten.
Und es kann und darf nicht sein, dass sich ein Journalist, egal welchen politischen Lagers und Denkens, beim Schreiben seines Lebens oder seiner Freiheit fürchten muss.
Man kann nur hoffen, dass sich das freie Wort und die Feder durchsetzen, denn George Orwell hat bereits gewarnt: “Eine Welt ohne freie Meinungsäußerung ist eine Welt der Tyrannei“.

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