Joe Biden und die #BelieveAllWomen-Doppelmoral der Demokraten

Von Sebastian Thormann | Tara Reade, eine ehemalige Mitarbeiterin Joe Bidens, wirft diesem einen sexuellen Übergriff in seiner Zeit als Senator in den 90er Jahren vor. Die Kampagne des designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten bestreitet den Vorwurf des Übergriffs, der sich in den Gängen des Kapitols abgespielt haben soll. 

Vorweg gesagt gilt: Ob diese Vorwürfe stimmen oder nicht, das kann man aktuell nicht sagen. Es wäre unfair ihn vorzuverurteilen. Was man aber jetzt ganz klar sieht, ist die offen zur Schau gestellte Doppelmoral vieler hochrangiger Demokraten. 

Als vor zwei Jahren Supreme Court Richter Anthony Kennedy in den Ruhestand ging, war die Aufregung im linken Lager groß: Das republikanisch kontrollierte Weiße Haus und der mehrheitlich republikanische Senat, hatten die Chance einen weiteren Richter an den Supreme Court zu ernennen und damit das Kräfteverhältnis zu Ungunsten der verbleibenden linksliberalen Richter zu verschieben. 

Kurz vor der Abstimmung im Senat zur Bestätigung von Brett Kavanaugh als neuen Richter wurde dann ein Missbrauchs-Vorwurf gegen ihn aus seiner Schulzeit öffentlich gemacht. Es gab Anhörungen mit Christine Blasey Ford, die den Vorwurf erhoben hatte. Kavanaugh wehrte sich vehement gegen die Anschuldigung, er veröffentlichte sogar Kalender aus der Zeit in der Hoffnung zu überprüfen, ob er ein Alibi für den fraglichen Abend hatte. Ford konnte sich jedoch an kein Datum für den angeblichen Übergriff erinnern. Die Vorwürfe konnten von keinem Anderen aus der damaligen Zeit bestätigt werden. 

Am Ende stand Aussage gegen Aussage. Der Senat bestätigte Kavanaughs Nominierung unter großen Protesten der Demokraten. Mit dem Hashtag #BelieveAllWomen forderten viele hochrangige Demokraten und linke Aktivisten, man solle “allen Frauen glauben”. 

Diese Haltung wird jetzt wieder zum Thema. Viele der potentiellen Vizepräsidentschaftskandidaten Bidens hatten sich entsprechend geäußert gehabt, etwa Stacey Abrams, Elizabeth Warren, Kamala Harris oder Gretchen Whitmer. Biden selbst sagte in der Vergangenheit zu Übergriffsanschuldigungen: “Was passieren sollte, ist, dass die Frau den Vertrauensvorschuss erhalten […] sollte.”

Aber nun heißt es fast eingängig: “Wir glauben Joe Biden.” 

Nachdem nun die Vorwürfe bekannt wurden dauerte es Tage bis die Anschuldigungen von großen Teilen der Presse überhaupt richtig thematisiert wurden, in 19 Interviews nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er kein einziges persönlich Mal dazu gefragt. 

Anders als Fords Vorwürfe gegen Kavanaugh waren Reades Vorwürfe gegen Biden wohl bereits in den 90ern anderen Personen aus ihrem Umfeld bekannt. Es ist ein anonymer Anruf von Reade Mutter in einer CNN-Sendung bekannt geworden, in der die Rede von den Vorwürfen ihrer Tochter gegen den nicht namentlich genannten Senator für den Reade damals arbeitete thematisiert werden. 

In einem Interview mit Business Insider (https://www.businessinsider.com/former-neighbor-corroborates-joe-bidens-accuser-2020-4?r=DE&IR=T) gab die damaligen Nachbarin von Tara Reade ebenfalls an, dass ihr die Vorwürfe gegen Reade Chef bekannt waren.

Dass alles heißt ausdrücklich nicht, dass feststeht, dass die Anschuldigung gegen Biden wahr sind, auch wenn sie dadurch zumindest etwas glaubwürdiger erscheinen, als die von Ford gegen Kavanaugh. Der wahre Skandal ist und bleibt aber die offensichtliche Doppelmoral, nach der führende Demokraten die #BelieveAllWomen-Moral nicht gegen die eigenen Leute anwenden, sondern nur wenn es ihnen politischen Nutzen bringt.

3 Antworten

  1. Thomas sagt:

    die Mutter von Reade ist 2016 verstorben

    ist das echt dein Ernst ? Da ruft eine Frau anonym ohne Namen und Wohnort bei Larry King an. Ich habe in den 90ern in den USA verwandte gehabt und so vorwürfe gegen Senatoren und Politiker waren auch damals an der Tagesordnung auch bei Larry king und co. Es gibt keinerlei beweise

    und auch DONALD TRUMP hat fairerweise gesagt, dass er das mit den vorwürfen kenne und er auch schon Opfer gewesen sei von diesen Vorurteilen und dass er sich nicht zu den Anschuldigungen gegen Biden äußern könne

    Und diese Frau Reade ist eindeutig eine Lügnerin. Sie hat in der Megyn Kelly Interview-show auch abgelehnt einen Lügendetektortest zu machen. Ganz nervös meinte sie dort, dass nicht sie sondern er sich äußern müsse

  2. Dr. Götze sagt:

    Super recherchiert, belegt und rübergebracht! Kompliment, Sebastian Thormann!

  3. Marc Greiner sagt:

    Das ist nicht überraschend, werden doch alle „Vorwürfe“ und „Beschuldigungen“ – nicht nur sexueller Art, sondern auch im Umweltschutz, Wirtschaft usw. – von den Linken nur mit einem Grund vorgebracht: Die Gegenseite zu Fall zu bringen, bzw. die linke Herrschaft zu sichern. Es hat mit Idealismus, Gutsein, Gerechtigkeitsinn oder so nichts zu tun. Das glauben nur die dummen Mitläufer.
    Vladimir Bukowski hat in seinem Buch „Abrechnung mit Moskau“ es genau auf den Punkt gebracht: „Werfe der Gegenseite das vor, dass was du gemacht hast, gerade machst oder noch machen wirst.“ Es wirkt noch immer. Leider. Und die Medien spielen mit.