Jihadisten übernehmen Kontrolle über syrische Provinz

Von TOBIAS PILZ | Der Al-Kaida-Ableger „Hayat Tahrir al-Sham“ schloss eine Vereinbarung mit den Syrischen Rebellen in Idlib, wie die Austria Presse Agentur berichtet. Nach eigener Aussage hat das Jihadistenbündnis „Hayat Tahrir al-Sham“ (HTS) am Donnerstag, den 10.1.2019 ein Abkommen über eine Waffenruhe in der Provinz Idlib geschlossen und damit die Region komplett unter ihre Kontrolle gebracht. Das Abkommen wurde laut HTS mit rivalisierenden Rebellengruppen geschlossen, die mit der Türkei verbündet sind und von ihr unterstützt werden.

Das Jihadistenbündnis HTS ist ein extremistisches und islamistisches Bündnis verschiedener Milizen in Syrien, welches von vielen Staaten, unter anderem von der Türkei, Kanada und den USA, als Terrororganisation eingestuft wird. Man vermutet, dass die Gruppe von Saudi-Arabien und Katar unterstützt wird. Der Al-Kaida-Ableger HTS war aus der Al-Nusra-Front, dem syrischen Al-Kaida-Ableger und späteren IS-Verbündeten, hervorgegangen und hielt bereits große Teile Syriens unter seiner Kontrolle.

In den vergangenen Tagen hatte HTS nach heftigen Kämpfen mit rivalisierenden Gruppen weitere Gebiete erobert. In der Region gilt bereits eine brüchige Waffenruhe, seitdem die Türkei und Russland im September eine Vereinbarung zur Einrichtung einer Pufferzone um Idlib getroffen haben. Zwar wurde die Vereinbarung zum Abzug der Jihadisten aus der Pufferzone und zur Öffnung mehrerer wichtiger Verbindungsstraßen durch Idlib nur teilweise umgesetzt, doch konnte damit bisher eine Offensive der syrischen Regierungstruppen abgewendet werden.