Ist der freie Markt schuld an der Zentralbank Politik?

Von MAX ZIMMER | Eines der wohl bedeutendsten politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts ist den meisten Menschen kaum präsent.
Neben dem ersten und zweiten Weltkrieg, dem Kalten Krieg und dem Fall der Berliner Mauer steht ein ebenfalls sehr weitreichendes Ereignis, welches schon viel früher, im Jahre 1913 statt fand.
In diesem Jahr fand auf der US Insel Jekyll Island ein Treffen statt, bei welchem sich die einflussreichsten Bankiers der Wall Street trafen, um einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten, welcher später unter Woodrow Wilson verabschiedet wurde.
Er sah die Einführung einer nationalen Zentralbank in privater Hand inklusive gesetzlichem Zahlungsmittel und Aufhebung des Goldstandarts vor.
Zudem wurde die Einkommenssteuer eingeführt, die zuvor von vielen als verfassungswidrig eingestuft wurde.
Das gesetzliche Zahlungsmittel Dollar war von nun an eine inflationäre Währung in privater Hand, geschützt von dem Gewaltmonopol des Staates.
Es wurde weder dem Goldstandart noch dem Markt überlassen, sondern per Gesetzen und Regulierungen der Bevölkerung aufgezwungen. Keine Spur von “Kapitalismus“.
Die Folgen des Freifahrtscheins zum inflationären Gelddrucken waren schon ein Jahrzehnt später zu spüren, mit der bis dato heftigsten Finanzkrise der amerikanischen Geschichte.
Als Reaktion erließ der damalige US Präsident Franklin D. Roosevelt den New Deal Act, unter welchem der freie Finanzsektor, welcher noch nicht monopolisiert worden ist, massiv reguliert wurde.
Zudem wurden das erste mal in der amerikanischen Geschichte staatliche Sozialprogramme wie Arbeitnehmerschutz, Mindestlöhne und Versicherungen eingeführt.
In einem Land, welches 150 Jahre ohne aus kam, wurden über nacht staatliche Sozialprogramme eingeführt, nur 10 Jahre nach Einführung der Zentralbank und der Einkommensteuer.
In den 150 Jahren ohne wurde aus dem ehemaligen Waldgebiet, welches Amerika war, die führende Wirtschaftsmacht der Erde.
Kaum wurde das Geldsystem teilverstaatlicht, mussten ganz nach ökonomischem Regelbuch weitere interventionistische Eingriffe folgen, Stichwort Interventionsspirale.
In den Jahrzenten nach den 30ern und 40ern folgten weitere staatliche Maßnahmen zur Abschaffung des freien Marktes, regelmäßige “Systemkrisen“ inbegriffen.
Das, was vom Kapitalismus übrig ist, wird ebenso bekämpft wie alle, die das Zentralbank Monopol anfechten wollen.
Mit Schlagwörtern wie “Neoliberalismus“ (welches im Übrigen nichts anderes beschreibt, als die interventionistische Konjunkturpolitik nach Keynes) werden alle Gegner unseres Wirtschaftsystem überzogen, und mit realitätsfernen Phrasen wie “Raubtierkapitalismus“ diskreditiert.
Diejenigen, die die massiven Folgen der Finanzakkumulation bedingt durch das inflationäre Finanzsystem erkannt haben, schließen sich meist denen an, die Feuer mit Benzin löschen, und den Staat und seine Eingriffe vergrößern statt verkleinern wollen.
Wenn wir heute über den Zusammenbruch der Mittelschicht reden wird nie thematisiert, dass dieser durch die EZB Zinspolitik, die Erhöhung der Geldmittel und der dadurch folgenden Abwertung der Vermögen und durch erhebliche Steuer- und Abgabenbelastung von etwa 40% des Erarbeiteten zusammen hängt, dass staatliche Marktregulierungen der Jobkiller und Löhnsenker schlecht hin sind, oder dass die staatlichen und bürokratischen Vorgaben den Kleinunternehmer zerquetschen.
Um es mit den Worten des Meinungsblogs “Eigentümlich Frei“ zu sagen, wird uns täglich ein Gespenst des Neoliberalismus an die Wand gemalt, und die Menschen werden gegen die verkrüppelten, halb abgestorbenen Reste der Marktwirtschaft gehetzt.
In Zeiten der Bürgerversicherung, Rentenerhöhung, Mindestlöhne, Grundeinkommen, Sozialwohnungen und kostenloser ÖPNV werden auf dem Rücken der arbeitenden Mittelschicht und ihrer Zwangsgebühren Namens Steuern sozialistische Projekte a lá DDR durchgeboxt.
In unserem Staatsfunk wird mit gebührenfinanzierten Sendungen wie der Anstalt, Mann Siebert, der Heute Show und anderen linkslastigen Propagan ähm Kabarett Veranstaltungen gegen den bösen Kapitalismus gehetzt, ohne Erwähnung der Tatsache, dass wir einen Staatsanteil an der Wirtschaft von 50-60% haben. Ohne dass uns gar mal etwas von der Federal Reserve oder der EZB erzählt wird, und dass unser Markt vielleicht gar nicht so frei ist, wie die Linken Kabarettisten es uns einbläuen wollen.
Und vielleicht hat das ja sogar System.
Denn je mehr die Marionetten in Berlin, Brüssel und Washington von den Menschen und der Wirtschaft kontrollieren, desto mehr kontrollieren die Puppenspieler.
Und sind das nicht die, die man im Öffentlich Rechtlichen zu bekämpfen vor gibt?

3 Antworten

  1. Miseslebt sagt:

    Sehr guter Artikel. Aber wer sind genau „die Puppenspieler“ und „die Marionetten“?

    • FightforLiberty sagt:

      Ich denke, dass damit die korrupten, korporatistischen Strukturen des Staates und der Bankenkartelle gemeint ist.

      • Miseslebt sagt:

        Hmmm aber sind die Regierungen nicht die eigentlichen Übeltätet? Da überschätzt man den Einfluss der Lobbyisten vielleicht, wie die Anstalt den der Mont Pelerin Society!

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