Inflation: Wie Zentralbanken den Konsumenten schaden

Von MARVIN WANK | Was ist eigentlich Inflation? Der landläufigen Meinung nach bedeutet Inflation schlicht ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Tatsächlich ist dieses Phänomen, die Teuerung, lediglich eine Folge der Inflation. Inflation kommt vom lateinischen Wort „inflare“, was so viel wie „aufblasen“ bedeutet. Inflation bedeutet, dass Zentralbanken die Geldmenge der Wirtschaftszone, für die sie zuständig sind, erhöhen.

Konkret bedeutet dies, dass die Zentralbank Geld druckt oder elektronisch erschafft und in den Wirtschaftskreislauf einbringt. Im Jahr 2017 waren das bei der EZB unglaubliche 4,1 Billionen Euro, mehr als das BIP von Deutschland und Spanien zusammen. Die Zentralbank „verleiht“ diese gewaltigen Geldsummen zum Leitzins an die Geschäftsbanken. Die führt dazu, dass Preise und Löhne global steigen, da mehr Kapital im Umlauf ist und dieses natürlich auch ausgegeben wird. Ein Lohnanstieg nützt dem Arbeitnehmer freilich nichts, wenn gleichzeitig seine Lebenshaltungskosten steigen.

Theoretisch müssten die Banken diese Kredite irgendwann wieder zurückzahlen, es ist allerdings abzusehen, dass dies nie der Fall sein wird und die Banken ihre alten Verbindlichkeiten schlicht durch immer neue Kredite finanzieren werden. In einem freien Markt könnten die Banken nur das Geld ihrer Kunden verleihen, die Zentralbank hebt diese natürliche Begrenzung auf und fördert damit eine gedankenlose Kreditvergabe, die zudem Blasenwachstum begünstigt.

Diese massive Kreditvergabe nützt vor allem Großunternehmen und Staaten. Denn diese erhalten als Großkunden der Geschäftsbanken das frische Geld zuerst. Da alle anderen Marktteilnehmer sozusagen nichts von der Geldmengenerhöhung wissen, erhöhen diese auch ihre Preise zunächst nicht. Staaten und Konzerne können also mit Geld, hinter dem keine Wertschöpfung steht, reelle Güter und Dienstleistungen erwerben. Erst nach einer gewissen Zeit kommt die Information über die Erhöhung der Geldmenge auch bei kleinen Unternehmen an und diese erhöhen Löhne und Preise. Bis dahin haben Großunterhemen und Staaten aber schon längst eine neue Lieferung Zentralbankgeld erhalten.

Da der Wert des Geldes immer weiter sinkt, werden auch Schulden immer weniger wert. Wenn ein Unternehmen einen Kredit Euro mit 5% Zinsen hat und die Teuerungsrate 10% beträgt, dann muss das Unternehmen 5% weniger von seinem Kredit zurückzahlen. Andersrum ergeht es Sparern: Wer 5% Zinsen auf sein Sparbuch bekommt und die Teuerungsrate 10% beträgt, der verliert 5% seines Ersparten. Üblicherweise sind Konzerne und Staaten die größten Schuldner und einfache Menschen die größten Sparer.

Inflation bevorteilt Staaten und große Unternehmen zulasten anderer Marktteilnehmer. Es ist also kein Wunder, dass die Politik wenig daran interessiert ist, das Wirken von Zentralbanken zu beschränken. Die Zentralbank ist eine staatliche Institution. Ohne das staatliche Privileg, Geld erschaffen zu können, würden Zentralbanken nicht existieren. Wenn Politiker wirklich an finanzieller Gleichheit interessiert wären, dann würde es schon längst keine Zentralbanken mehr geben. Natürlich interessiert Politiker aber nichts mehr als ihr eigener Machterhalt. Und dieser wäre ohne Zentralbanken gefährdet.

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