Ich will Mutti zurück!

Von AIR TUERKIS | Merkel tritt ab – als Parteivorsitzende und bald auch als Kanzlerin. Hurra?

Das Problematische daran: es soll auf Merkel einen Nachfolger geben. Eigentlich wäre es ja konsequent, jetzt wo Mutti weg ist, die CDU abzuwickeln. Wie sollen auch Peter Altmeier und Konsortien ohne ihre Mama selbstständig überleben? Das ist doch brutal.

Als Nachfolger kommen jedenfalls gleich zwei „konservative Hoffnungsträger“ in Frage:

Auf der einen Seite Friedrich Merz, seit Jahr und Tag der „konservative Gegenspieler“ von Merkel. Als ihm die Ludwig-Erhard-Stiftung einen Preis verleihen wollte, lehnte er ab: Der Vorsitzende der Stiftung, Roland Tichy, müsste erst ausgeschlossen werden. Sein Blog „TichysEinblick“ sei teilweise rechtspopulistisch. Aber das beste ist, dass er erst jüngst gemeinsam mit Jürgen Habermas (ja, dem Jürgen Habermas) und anderen eine Erklärung unterzeichnet hat. Diese fordert: „mit der vertieften Integration der Außen- und Sicherheitspolitik auf der Grundlage von Mehrheitsentscheidungen und dem Ziel einer gemeinsamen europäischen Armee zu beginnen. Eine Haushaltspolitik für die Euro-Zone […] und eine gemeinsame Arbeitsmarktpolitik, bis hin zu einer europäischen Arbeitslosenversicherung sind jetzt nötig […]“. Was ist seine Mission? Die Basis so zu erschrecken, dass sie am Ende mit Karrenbauer zufrieden ist?

Auf der anderen Seite gibt es Jens Spahn, der Jüngste unter den Rebellen. Aktuell ist er Gesundheitsminister und als solcher hat er eine innerliche Wandlung vollzogen: Er ist nicht mehr konservativer Rebell von Muttis Gnaden, sondern echter Sozialrevolutionär. Er will nicht nur, dass Organe zu Staatseigentum mit Widerrufsrecht erklärt werden, sondern will den Pflegenotstand mit voller Breitseite Sozialismus bekämpfen, ganz nach venezuelanischen Vorbild.

Als letzte Kandidatin wäre da Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie fordert eine Frauenquote und unterstützt Merkel ansonsten vollumfänglich. Sie könnte allerdings in die Egon-Krenz-Tradition einsteigen und als Insolvenzverwalterin auftreten. So gesehen wäre sie sicherlich die beste Alternative.

Da Merkels Rücktritt aber Druck von der CDU nimmt und die Wahl eines neuen Vorsitzenden (der auch nichts verändern wird) die CDU und damit Merkel als Kanzlerin stabilisieren wird, muss man objektiv sagen: Merkel, bitte bleib! Nachdem wir deine Nachfolger gesehen haben, bitten wir für alles böse Blut demütig um Verzeihung und wünschen uns, dass du deine Entscheidung nochmal überdenkst.

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4 Antworten

  1. Edward sagt:

    Ich sehe das ein bisschen anders als der Autor.
    Klar ist es problematisch, wenn die Partei politisch stabilisiert wird, und die Merkel Linie ihre eigene Ära überdauert, da die Kandidaten letztlich gleichgeschaltet sind.
    Aber ich setze einfach Hoffnung in die Gläubigwürdigkeit von Friedrich Merz, und setze auf seine marktliberalen, konservativen und pro-westlichen Positionen, um wieder klare Positionen und ein bisschen Schneid in die CDU, die seit Kohls letztem Erfolg- der Wiedervereinigung- vor sich hin vegetiert zu bringen.
    Vielleicht will er ja wirklich “mehr Kapitalismus wagen“ und hat durch seinen Posten als Vorsitzender der Atlantikbrücke einen klar pro-amerikanischen Kurs.
    Zumindest wäre er inhaltlich eine wirkliche Abwechslung zur 18-jährigen mitte-links “konservativ“ Ära von Mutti Merkel, in der die CDU tagtäglich mehr Charakter und Inhalt verloren hat.

    • karlchen sagt:

      Ja, das wäre schön – würd ich auch gerne glauben… Aber es spricht einfach so vieles dagegen.
      Die Hoffnung stirbt jedenfalls zuletzt!

  2. baghira sagt:

    Aaaaaaargh!!!
    Du hast recht!
    Jetzt wollte man sie so dringend weghaben und dann – – – diese Scheiße! Es ist zum Mäusemelken.

  3. Freier Radikaler sagt:

    Ja der merz könnte eher die nahles ersetzen, denen fehlt doch auch personal.
    Und dann seit an seit mit macron deutschland komplett ausschlachten, um den eurowahnsinn noch ein paar jahre zu verlängern. Bloß der überlebt die nächste wahl ja auch nicht….

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