„Historische Verantwortung“ live und in Farbe: Linke, Grüne, SPD und CDU stimmen gegen Verbot von BDS

Bild (via Wikipedia Commons): Takver
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Von MANUEL FREUND |  Immer wieder stellen sich die Regierung und die linke Seite des Bundestages auf die Seite von muslimischen Terrorregimenm  wie der Ayatollah-Diktatur im Iran – wir erinnern uns an das freundliche  „Happy Birthday“ unseres Bundespräsidenten – oder auch in Gaza. Israel hingegen wird stiefmütterlich behandelt – Deutschland stellt sich teilweise antisemitisch motivierten Resolutionen in der UN häufig nicht entgegen und unterstützt teilweise sogar dezidiert antiisraelische Resolutionstexte. 

Nun kam es im Bundestag zu einem Vorfall, bei dem ich wirklich schlucken musste. Es geht um eine Organisation namens BDS. BDS ist kurz für „boycott, divestment and sanctions (zu Deutsch: Boykott, Disinvestitionen und Sanktionen) und hat einen Hauptgegner: Israel. Das erklärte Ziel der Kampagne: Israel solle die „unrechtmäßige Besetzung arabischen Landes“ beenden. Bereits hier liegt eine typisch antisemitische Ambivalenz vor: Gemeint sein könnten „nur“ Gebiete wie Siedlungen in der Westbank – oder gleich das gesamte Gebiet Israels. 

BDS wirft Israel schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Diese wurden mit Menschenverbrechen wie Sklaverei verglichen. Auf Sklavenschiffen wurden Sklaven an Ketten zusammengebunden und einfach ins Meer geworfen, weil sie krank waren. Die Sklavenhalter hängten die Sklaven an den Armen auf, bis diese komplett ausgerenkt waren. Da die Sklaven sich nun nicht mehr selbst helfen konnten, starben sie meist elendig. Und den Juden werden ähnlich schlimme Verbrechen vorgeworfen? Ich bin mir gerade nicht sicher, ob die nicht die Nazis und die Juden verwechselt habt. Ach ja: Gleichsetzungen von Israel und Nazi-Deutschland sind bei BDS und co. an der Tagesordnung, seien es Bilder einer Israelischen Flagge mit Hakenkreuz statt Davidstern, oder einfach der leider viel zu oft geäußerte Satz, dass „das, was die Israelis mit den Palästinensern machen“ ja auch eine Art Holocaust wäre. 

Die Bewegung BDS setzt sich dafür ein, Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch zu isolieren Jetzt einmal die ernsthafte Frage: Was ist das Problem mit Israel? Für einen Linken ganz klar: „Die haben die Palästinenser verdrängt“. Aber jeder, der das ernst meint, sollte sich mal die Geschichte Israels anschauen. Schon 200 vor Christus war Israel jüdisch, damals war der Ururururgroßvater von Mohammed nicht einmal in Planung. Irgendwann kamen dann die Römer und vertrieben die Juden. Später wurde Israel christlich, dann besiegten die Moslems die Christen, dann kamen die Kreuzzüge und dann wieder die Moslems (um es kurz zusammenzufassen). Nachdem die Juden aus Osteuropa, Deutschland und verschiedensten weiteren Regionen Europas vertrieben wurde,  fanden immer mehr Juden eine neue Heimat im „heiligen Land“, eine Entwicklung, die mit der Gründung des Staates Israel nach dem Grauen des Holocausts ihren Schlusspunkt fand. Die Moslems haben geschichtlich gesehen – im Gegensatz zu dem,  was Linke ständig behaupten – gar keinen Anspruch auf Israel. 

Der Bundestag will uns allerdings erzählen, dass Antisemitismus gar nicht so schlimm ist. So fordert die ja angeblich notorisch antisemitische Partei AfD ein Verbot der Bewegung. Jegliche finanziellen Unterstützungen von Gruppen, die sich selbst mit BDS identifizieren, soll gestoppt werden – eigentlich auch total logisch. Trotzdem stimmte keine Fraktion für den Antrag: Die „besondere historische Verantwortung“ für Israel hatte an diesem Tag wohl mal wieder frei, tippe ich. Union, SPD, Grüne und Linke stimmten gegen den Antrag: Die FDP enthielt sich. Die vier zustimmenden Parteien haben damit ein eindeutiges Zeichen gesetzt: De facto tolerieren sie damit Antisemitismus. Ein guter Freund von mir machte einmal den Selbstversuch und ging mit Kippa in die Schule. Obwohl er diese nur wenige Stunden aufhatte, bekam er noch Wochen später antisemitische Kommentare im Internet. Deutschland ist wahrlich an vorderster Front wenn es um den Kampf gegen Antisemitismus geht: Man verleiht einem Mädchen, dass seine Klassenkameraden verpfiffen hat, weil diese Witze über die Nazi-Zeit gemacht haben, einen Preis, aber solidarisiert sich de facto mit einer antisemitischen Propagandabewegung. Herzlichen Glückwunsch –  das muss diese „historische Verantwortung“ sein. 

4 Antworten

  1. dasLinkeParadox sagt:

    Alle msulimischen Länder waren usrprünglich mal christlich, jüdisch, buddisthisch, „heidnisch“…. bevor sie zwangs-islamisiert wurden. Der Fortschritt in deisem Prozess besteht darin, das die Friendensreligiösen heute kein Schwert mehr brauchen. Die Selbstverachtung in den neuen Eroberungsgebieten reicht völlig aus, um allein mit dem „schlechten Gewissem“ ihre Schlachten zu gewinnen. Dieses moderne „Kauft nicht bei Juden“ ist da nur ein besonders anschauliches, hündisches Beispiel wie degeneriert wir mittlerweile sind!

  2. kittyfreemont sagt:

    BDS ist „Kauft nicht beim Juden“ reloaded.
    Und die FDP sollte sich für ihre Enthaltung schämen.

  3. David sagt:

    Von welcher BT-Abstimmung sprechen Sie? Die Drucksache, auf die Sie sich offensichtlich beziehen, trägt das Datum vom 29.04.19:

    https://www.bundestag.de/presse/hib/640590-640590

    Eine Abstimmung hätte dann nur in derSitizung der aktuellen Woche stattfinden können: Es gab jedoch keinen derartigen Tagesordnungspunkt. Worauf also beziehen Sie sich? Auf eine zurückliegende Abstimmung?

    Ganz abgesehen davon: Da die AfD einen solchen Antrag einbringt, wird er natürlich (!) von allen Blockparten abgelehnt. Welch fatale Haltung!

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