Hamasflaggen hoch, Israelflaggen runter?

Von EVA GOLDERBIET |Wir alle kennen die Bilder aus dem Jahr 2014, als die Polizei in eine Wohung eindrang, um eine Israelflagge zu entfernen, während auf Berlins Straßen „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ gerufen wurde. Eine Prioritätensetzung, die kein Mensch verstanden hat. Doch Blau-Weiß mit Davidstern muss es ja wirklich in sich haben. Denn offenbar ist das dortige Handlungsmuster kein Einzelfall.

Schauen wir mal nach Wien. Dort gingen im März 2019  Anhänger der Organisation „Boycott, Divestment and Sanctions“, kurz „BDS“, auf die Straße , um gegen den Staat Israel zu protestieren. Sie haben nicht etwa gegen die Politik Netanyahus demonstriert, sondern gegen Israel – und seine Existenz.  Etwas, was ich, insbesondere als Jüdin, schwer auszuhalten finde.  

Aber zurück zur Demonstration und dem Bezug zur Polizei. Das, was bei der beschriebenen Demonstration vorgefallen ist, beweist ein erneutes Mal, dass Antizionismus und Antisemitismus dermaßen nicht etwa unterschiedlich sind, sondern dass fast immer das eine auf dem anderen aufbaut: die Demonstranten hielten Symbole terroristischer Organisationen in die Luft, forderten zu einer gewaltsamen Auslöschung Israels auf und riefen direkte und unverschämte antisemitische Parolen. Die Polizei grenzte diese  „Kundgebung“ lediglich von der Außenwelt ab. Die rechtswidrigen antisemitischen Parolen und die Aufforderung zur Gewalt gegen Israel ignorierte sie.

Gegenüber dieser antisemitischen Demonstration versammelten sich Menschen, darunter junge jüdische Studenten zu einer Gegendemo. Sie hielten eine Flagge ihres jüdischen Studentenbundes hoch und mehrere Israelflaggen. Was macht die Polizei? Sie wird auf die friedlichen Gegendemonstranten aufmerksam und erteilte einigen Teilnehmern eine Geldstrafe von jeweils 150€. Die Begründung: „Störung der öffentlichen Ordnung und Ordnungsstörung durch Schmährufe“. Außerdem kamen Polizisten auf die Gegendemonstranten zu und schimpften, die israelische Flagge wäre eine Provokation. Jaja, das provokante Blau-Weiß mit Davidstern. Aber wir wissen ja, dass an jeder Eskalation, wo Israel beteiligt ist,  Israel auch schuld hat: Hier provoziert eine Israelflagge unangemessen, und im Nahen Osten provoziert halt Israel mit seiner Existenz, was? 

Als ein jüdischer Student „Lang lebe Israel!“ rief, wurde er sofort von der Polizei umzingelt, die mit ihm in sehr groben Ton sprach. Die Polizisten beschuldigten ihn, „Fuck Palestine“ gerufen zu haben, was er und seine Demonstrationskollegen stark abstreiten. In einem Falle wie diesem glaube ich diesen Studenten wohl eher als der Polizei. Das Verhalten der betroffenen Polizisten ist unfassbar unverschämt. Gegen den BDS hingegen hat es keine Polizeimaßnahmen gegeben: Kein Bußgeld, keine mündlichen Verwarnungen, gar nichts.

Kurz gesagt: die Polizei hat Gegendemonstranten mit einer Härte behandelt, die bei den BDS-Demonstranten nicht nur gerechtfertigter wäre, sondern auch angebrachter.  Doch Antisemitischer Hass konnte auf den Straßen Wiens ohne Probleme ausgedrückt werden – eine Israelflagge führte zu Ordnungsmaßnahmen.  Da stellt sich die Frage, wie sich die Polizei darauf kommt, sich so zu verhalten, wie sie es tat – und aus welcher Motivation?  Antizionistische Motivation vielleicht?  Es ist  unfassbar, was dort passiert ist. Entweder man schützt die Meinungsfreiheit – oder man schützt sie nicht. Was insbesondere die Polizei in diesem Fall nicht tun sollte, ist selektieren – schon gar nicht in dieser Art. Der freie Rechtsstaat gebietet, dass die Israelflagge nicht wegen „Provokation“ entfernt, sondern im Zweifel mit einer Hundertschaft verteidigt wird, wenn es denn sein muss. 

4 Antworten

  1. Marc Greiner sagt:

    Das beste ist, ab und zu nach Israel in die Ferien fahren, ist schön dort und man unterstützt auch noch die israelische Wirtschaft. Dann im Privaten nicht aufs Maul hocken sondern Stellung beziehen für Israel.

  2. Alice Day sagt:

    Nun ja, gegen die „neuen Juden“ ergo die armen, systematisch unterdrücken Muslime, kommen die „alten Juden“, mittlerweile ja fast alle „NaziKollaborateure“, halt nicht an. Islamaphobie ist der neue Antisemitismus, das müssen die alten Juden aber erst noch lernen! Orientierung dürfen sich alte Juden gerne bei Knobloch, Schuster, Friedmann und Co holen. Für einen Nationalstaat Israel zu fechten, ist bereits Todsünde, denn damit unterdrücken die „alten Juden“ die „neuen Juden“ (arme Palästinenser) , offenbahren sich also als die neuen Antisemiten. Capice?

  1. 15. Mai 2019

    […] über Hamasflaggen hoch, Israelflaggen runter? — Apollo News […]

  2. 17. Mai 2019

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