Gendersternchen kommt vorerst nicht in den Duden

Von ERIK SNIPER | Jeder kennt das *, dass die weibliche und die männliche Form einer Berufsbezeichnung oder ähnlichem zusammenstellen soll. So kommen grammatikalische Auswüchse wie Lehrer*innen, Schüler*innen oder Arbeitnehmer*innen zustande. Alternativen zum Gendersternchen sind die X-Form (Dix Studierx) oder Klammern (Lehrer(inn). Die gesündeste Form der Doppelnennung ist wohl die grammatikalische Ausschrift „Lehrer und Lehrerinnen“. Das Land Berlin hat eine Debatte angeregt, ob diese Form von sprachlicher „Gleichberechtigung“ in den Duden aufgenommen werden soll. Das Land Baden-Württemberg hat sich ebenfalls für eine Aufnahme stark gemacht. Doch nun hat der Rat für deutsche Rechtschreibung entschieden, dass das Gendersternchen vorerst nicht aufgenommen wird. Man hatte am Freitag in Wien darüber diskutiert und kommt zu folgendem Schluss: „Aufgrund der Beobachtung der geschriebenen Sprache ergibt sich derzeit keine eindeutige Tendenz, wie durch Orthografie die Schreibung geschlechtergerecht gestaltet werden kann.“ Interessant ist auch folgende Passage aus dem Statement der Experten: „Die weit verbreitete Praxis, immer von Frauen und Männern in weiblicher und männlicher Form, im Plural oder in Passivkonstruktionen zu schreiben, wird der Erwartung geschlechtergerechter Schreibung derzeit am ehesten gerecht.“ Der Duden ist das wichtigste deutschsprachige Wörterbuch. Wenn die Redaktion sich entscheidet, bestimmte Neologismen oder Wörter, die politischen Diskussionen entspringen, aufzunehmen, hat dies zum Teil weitreichende Folgen. Sich dem Gender-Wahn nicht zu beugen, war die beste Entscheidung, die sie treffen konnte.

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