Gebt den Hanf frei!

Von Marvin Wank | Bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts, insbesondere aber in den letzten Jahren, wird über die Illegalisierung der Droge Cannabis im öffentlichen, aber auch zunehmend im politischen Umfeld debattiert. So gaben etwa einige Staaten der USA, welche als Nation bisher stets für ihre Hardline-Politik gegenüber Drogen bekannt, das Rauschmittel frei.  Am 22.02.2018 debattierte dann auch der Bundestag über eine Reform der Prohibitionspolitk gegenüber Marihuana.

Wie zu erwarten, befürworteten die gesellschaftlich liberalen Politiker, also die Fraktionen der FDP, Grünen und Linken eine Freigabe, während sich die gesellschaftlich konservativen Fraktionen, also vor allem CDU/CSU und AfD, dagegen aussprachen.

Im Speziellen setzen sich Freien Liberalen für Modellversuche ein, anhand derer die Auswirkungen von Cannabis wissenschaftlich erforscht werden sollen. Cannabis sollte demnach nur in Apotheken oder speziellen Geschäften verkauft werden dürfen. Anders also als Alkohol, der jedes Jahr etwa 75.000 Deutsche umbringt und teilweise ab 16 legal gekauft und konsumiert werden darf.

Wesentlich umfassender sind dagegen die Legalisierungspläne der Grünen, die Cannabis komplett straffrei machen wollen und zudem einen öffentlichen Verkauf in speziellen Geschäften fordern. Nach Meinung von Dr. Kirsten Kappert-Gonther, dem drogenpolitischen Sprecher der Grünen, behebe der Vorschlag der FPD das Problem des Schwarzmarkts nicht; Eine wirksame Alters- und Reinheitskontrolle könne so nicht gewährleistet werden.

 

Union und AfD wiesen auf die gesundheitsschädliche Wirkung von Cannabis hin. Dabei bezogen sie sich insbesondere auf das, unbestreitbare nachgewiesene, besonders hohe Gefährdungspotential für Kinder und Jugendliche. Dabei ignorierten sie den Fakt, dass der Schwarzmarkt sich wenig um Altersgrenzen schert – im Gegensatz etwa zum legalen Verkauf.

Erfrischen konsequent, wenn auch völlig absurd, war die Antwort des AfD Politikers Dr. Axel Gehrke. Dieser antwortete auf den Zwischenruf eines FDP-Abgeordneten, ob er nicht konsequenterweise auch Alkohol und Tabak verbieten wolle, mit: „Ja. Und wir haben auch keinen Grund eine dritte Droge zuzulassen“. Wie gut Alkoholprohibition funktioniert hat, haben wir in den 20er-Jahren in den USA gesehen. Wie gut Cannabis-Prohibition funktioniert, können wir an den schätzungsweise 4 Millionen deutschen Konsumenten heutzutage erkennen.

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