Freiheit oder Gleichheit?

Von MARVIN WANK | Glaubt man den Advokaten des umverteilenden Wohlfahrtsstaates, ist nichts wichtiger als die Gleichheit der Gesellschaft, Freiheit ist da zweitrangig. Es spielt für sie keine Rolle, wenn alle Sklaven sind, Hauptsache die Ketten sind gleich lang. Gleichheit ist in meinen Augen nur in einem Aspekt überhaupt von Relevanz: Alle Menschen, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welche Religion sollten vor dem Gesetz gleich sein. Eine staatliche Diskriminierung ist illegitim.

Ebenso illegitim jedoch ist eine staatliche erzwungene Gleichheit auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene. Jeder sollte mit seinem Leben anfange können, was er möchte, solange er dabei das Leben und das Eigentum seiner Mitmenschen nicht beeinträchtigt. Er muss aber entsprechend auch die Konsequenzen für sein Handeln tragen.

Niemand kann objektiv festlegen, was „gut“ und was „schlecht“ ist, dies muss jeder für sich selbst herausfinden. Jeder Mensch hat verschiedene Dinge, die ihm wichtig sind. Entsprechend ist es unmoralisch, Menschen in ihrem friedlichen Tun von staatlicher Seite zu beeinträchtigen.

Der Traum der Sozialisten von einer einkommensgleichen Gesellschaft ist in Wahrheit eine Dystopie. Die Unterschiede in den Einkünften der Menschen sind notwendig und gerechtfertigt. Die Gesellschaft legt über ihr Konsumverhalten fest, wer eine für sie nützliche Tätigkeit ausführt. Diese Personen bekommen entsprechend das meiste Geld.

Einkommensgleichheit wäre ungerecht und würden den Lebensstandard massiv negativ beeinträchtigen. Ungerecht deshalb, weil dann Menschen, deren Arbeit in Wahrheit wertlos für die Gesellschaft ist, das Gleiche verdienen würden, wie Menschen deren Arbeit extrem wichtig für die Gesellschaft ist. Der Abfall des Lebensstandards würde daraus resultieren, dass es aufgrund fehlender Lohndifferenzen nicht ersichtlich ist, welche Jobs benötigt werden und welche nicht. Der Arbeitsmarkt funktioniert wie jeder andere Markt auch. Und essentiell für jeden Markt ist eine freie Preisbildung.

Es ist darüber hinaus auch völlig irrelevant, wie wirtschaftlich gleich eine Gesellschaft ist. Es ist nur von Bedeutung, wie wohlhabend sie ist. Ist es nicht besser, einen möglichst großen Kuchen zu backen, bei dem jeder ein absolut gesehen großes, aber im Verhältnis zu einem anderen vielleicht kleineres Stück bekommt als einen kleinen Kuchen zu backen, bei dem jeder ein absolut gesehen kleines, aber exakt gleich großes Stück bekommt? Den großen Kuchen aber kann nur der Markt backen, der Staat backt höchstens Plätzchen.

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