Frankreichs Wirtschaft boomt – Deutschlands nicht

Von Jan Schneider | Wenn man über Deutschland spricht, hebt man politisch vor allem die starke Wirtschaft hervor. Deutschlands Produkte sind weltweit geschätzt, man spricht von deutscher Ingenieurskunst, deutscher Disziplin etc. Frankreich ist auch als starke Nation bekannt, aber wenn es um Wirtschaft und Arbeit geht, denkt man momentan jedoch vor allem an Dauerstreiks und Gelbwesten.

Das verzehrt jedoch die Realität: seit seinem Amtsantritt hat Präsident Emmanuel Macron viel bewegt. Momentan wächst die Wirtschaft doppelt so stark wie die Deutsche. Führende Ökonomen rechnen damit, dass der Nachbar seinen Vorsprung in den kommenden Jahren noch ausbauen wird. Deutschlands Volkswirtschaft hingegen stagniert. Während Emmanuel Macron mit seiner Regierung starke marktwirtschaftliche Reformen durchsetzt, welche trotz vieler Proteste im Land funktionieren, wagt man in Deutschland keine Reformen. Dies kritisiert auch der französische Allianz-Chef Ludovic Subran in einem Interview mit der WELT. Als die FDP 2017 Jamaika absagte, war auch ein Grund, dass die Union nichts neues wagte. Merkel will in ihrer Restzeit nur verwalten, sie möchte ihr “Vermächtnis” nicht kaputt machen. Auch unter Kramp-Karrenbauer würde sich wohl kaum etwas ändern. Kommen tatsächlich 2021 die Grünen an die Macht, ist es wohl endgültig vorbei mit der starken deutschen Wirtschaft.

Frankreich übrigens setzt weiter auf Atomkraft und wird seine Klimaziele erreichen. Die Kurzschlussreaktion der Schwarz-Gelben Bundesregierung 2011 nach dem Atomunglück im japanischen Fukushima und der Atomausstieg verkörpern den deutschen Politikstil: ängstlich und vor allem gutmenschlich. Macron ist es egal, wie seine Reformen beim Volk ankommen, er setzt sie um und sie wirken. Merkel möchte stattdessen die ganze Welt retten. Macron liegt in den meisten Umfragen für die Präsidentschaftswahl vorne. Sein Approval-Rating ist zwar für französische Verhältnisse schon fast traditionell schlecht, dennoch gibt es bei konservativen und Sozialisten keinen Heilsbringer; Marine le Pen, die 2017 bereits gegen ihn unterlag, bräuchte in einer möglichen Stichwahl mehr als 50% im multikulturellen Frankreich. Das scheint unvorstellbar. Macron ist also auf dem Weg, sein Land grundlegens zu reformieren, und das wirkt. 

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