EU-Plastikverbote schädigen die Umwelt

Von KARL DRAMM | Irgendwie klingt es ironisch und auch ein bisschen unglaubwürdig aber es ist wahr, auch wenn es nichts Neues ist: Papier- und Mehrwegprodukte weisen eine weitaus schlechtere Öko-Bilanz auf, als jeder Plastikbecher. Trotzdem will man jetzt bestimmte Plastikprodukte verbieten und durch Papier und Mehrwegprodukte ersetzen – deutsche Umweltpolitik auf dem Zenit der kontraproduktiven Arbeit, Scheinumweltschutz ist das richtige Wort hier.

Jeder kennt sie: die grünen Propagandabilder von vermüllten Stränden, kranken Tieren oder Müllinseln im Meer. Aufgrund dieser Bilder hat das europäische Parlament zugestimmt, das achso umweltschädliche Einwegzeug, also Strohhalme, Wattestächen etc. zu verbieten. Ich persönlich freue mich schon darauf meine Ohren mit einem Bambusstab zu putzen – mein Ohrenarzt umso mehr.

Das Problem scheinen viele Grüne nicht zu verstehen: wir Deutschen können nichts dafür, dass es Müll z.B. im Pazifik oder der Karibik gibt – denn auch wenn es einige „Deutschland-muss-sterben“-Aktivisten stören wird: die Bundesrepublik Deutschland hat (leider) keine Pazifik- oder Karibikanbindung. Ich wüsste auch nicht, dass in Deutschland die Straßen so vermüllt aussähen, wie in Entwicklungsländern. Wir schaffen Probleme, die es gar nicht gibt. Nirgendwo auf der Welt funktioniert die Müllentsorgung besser als in Europa: so funktioniert eben die alt bekannte deutsche Gründlichkeit!

2009 wurde die Glühbirne verboten, weil sie so stromfressend ist. Was aber weitaus umweltschädlicher als der überhöhte Stromverbrauch ist, ist der Fakt, dass zur Herstellung von Energiesparlampen (die Quecksilber enthalten) umweltschädliche Chemikalien benutzt werden – im Übrigen schädlich für Mensch und Tier.

Genau dasselbe Prinzip ist es bei unseren Holz- oder Bambusalternativen, welche nun produziert werden, um Einwegprodukte der Vergangenheit angehören zu lassen: umweltschädliche chemische Stoffe werden zu Produktion benötigt. Aber das Endprodukt ist ja umweltfreundlicher also ist das gut. Wir retten unsere Erde: Hurra! Keine Umweltverschmutzung mehr weil fast ein Fünfzehntel der Erde sich mit Bambus oder noch besser Holz die Ohren putzt und seine Cola schlürft.

Auch: Die Supermarkt-Kette REWE mit ihren roten Plastiktüten. Jeder kennt sie, sie fallen auf. Warum sieht man nie auch nur eine von denen auf den Bildern, die die Grünen und umweltfanatischen Menschen zeigen? Kann es etwa sein, dass Deutschland mit der Vermüllung des Ozeans gar nichts zu tun hat? Kann es nicht auch sein, dass Deutschland einfach viel zu viel rumheult? Keine Pointe nötig.

Die „neuen“, für Geld erhältlichen Plastiktüten bei REWE zum Beispiel haben eine weitaus schlechtere Umweltbilanz als die kostenlosen „alten“ Plastiktüten. So lange, wie man eine der neuen Plastiktüten benutzen müsste, um diesen Umweltrückstand wieder auszugleichen, hält weltweit keine Plastiktüte. Dann eben zur Baumwolltasche greifen. Wobei: dessen Umweltschaden ist 80 mal höher als der, der alten Plastiktüten.

Bei vierfacher Benutzung einer Plastiktüte also müsste man im Gegenzug 360 mal zur Stofftasche greifen um nur den gleichen „Ökologischen Fußabdruck“ zu hinterlassen. Bravo, deutsche Umweltpolitik!

Doch wer denkt, es würden alle vertuschen, dass diese deutsche Scheinumweltpolitik mehr als nur nichts bringt, liegt ebenfalls falsch. Barbara Hendricks aus der SPD gab inzwischen öffentlich zu, dass Papiertüten umweltschädlicher sind als die guten alten Plastiktüten.

Das Ganze bringt, sollte man umwelttechnisch etwas ändern wollen, also genauso viel wie eine Nacktkatze für die Wollindustrie – rein gar nichts! Ein weiterer Beweis für die deutsche Symbolpolitik: Der Schein ist mehr wert als der Nutzen – aber was kann man von den Grünen denn erwarten?

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. karlchen sagt:

    kürzlich waren wir in einer Bar, die in vorauseilendem Gehorsam bereits auf „umweltfreundliche“ Strohhalme umgestellt hatte – kippt man das Getränk nicht gleich herunter, weichen diese auf und man braucht mindestens fünf von den Dingern, weil die immer aufweichen – das nenn ich mal nachhaltig…!

  2. Annamierl sagt:

    Ich kann gar nicht mehr zählen, wieviel papiertüten mir schon beim Einkaufen gerissen sind, obwohl ich sie maximal halb befühle. Besonders praktisch sind sie, wenn’s regnet. Früher konnte man Plastiktüten mehrfach verwenden, ganz zum Schluss als Mülltüte. Heute kauft man extra Mülltüten aus Plastik…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.