EU: Gegen den Dollar, für Teheran

Von MAX ROLAND | Endlich interveniert ein Friedensnobelpreisträger auf dem Markt. Die EU will eine größere Rolle im Handel spielen. Dabei setzt Brüssel jetzt auf den Euro. Und die USA will man zugunsten des Irans hintergehen.

 

Die EU-Kommission will mehr Euros auf dem Markt sehen: Sie empfiehlt den Mitgliedsstaaten jetzt, die Nutzung des Euros auf wichtigen Märkten, wie dem Energiesektor, zu fördern. „Der Euro sollte das politische, wirtschaftliche und finanzielle Gewicht der Eurozone widerspiegeln“, sagte EU-Währungskommissar Valdis Dombrovskis dazu. Die multilaterale Weltordnung werde zunehmend geschwächt, sagte Dombrovskis weiter. Die Antwort darauf, müsse ein global stärkerer Euro sein. Das bedeutet vor allem eines: Die Zurückdrängung des Dollars. Klar, denn der Euro, Hart und fest wie ein drei-minuten-Ei und nur eine mediterrane Schnapsidee vom Kollaps entfernt, wird es auf jeden Fall mit dem Dollar aufnehmen können.

Das eigentliche Ziel ist aber etwas ganz anderes: Die EU will einen wichtigen Partner umgehen, um mit einem Verbrecher-und Terrorstaat Handel zu treiben. Oder andersherum. Völlig egal wie herum, denkt sich Brüssel auf jeden Fall: Hauptsache wir können mit dem Iran handeln. Um die US-Sanktionen zu umgehen, muss man den Dollar umgehen können. Wo wir von mediterranen Schnapsideen gesprochen haben: Die EU-Außenbeauftragte Mogherini hat einen Plan präsentiert, wie man die US-Sanktionen alternativ umgehen könne. Man will jetzt eine „Handelsplattform“ in Europa schaffen. Den Iranern soll diese Handelsplattform in Europa gehören: Haben wir auf der einen Seite den Iran, der Öl verkaufen will, und auf der anderen Seite ein europäisches Unternehmen, welches dieses kaufen will, dann  soll es das Geld aber auf dieser europäischen Handelsplattform deponieren. Das Geld gehörte dann Teheran, bleibt aber in Europa. Wenn der Iran dann von einem anderen europäischen Unternehmen etwas  kaufen will, dann kann dieses das Geld von der Plattform beziehen. So werden direkte Transaktionen verhindert. Unterstützt wird die Idee des Friedensnobelpreisträgers EU von anderen, ähnlich demokratischen Regierungen wie der chinesischen und der russischen.  Mit Russland, China und dem Iran gegen den Schurkenstaat USA! Ignoranz ist Stärke! Krieg ist Frieden! Und Rückschritt Fortschritt. Nicht verstanden? Egal, Mund halten und bei der Europawahl 2019 brav für die Parteien stimmen, die die totale EU zum Dogma erheben, von der FDP, die sich ein Loch in den Bauch freut, mit Macron antreten zu können, bis zu den Grünen, die im Europaprogramm sagen: Wir setzen auf eine Politik, die europäische Solidarität zum Kompass macht. Europa ist unsere Zukunft! Eine andere darf es nicht geben. Oder so ähnlich.

1 Antwort

  1. strawberry fields sagt:

    Donnerwetter, sind die doof. Aber wenn schon in den Untergang, dann mit Volldampf!
    Andererseits bin ich schon froh, von ganz lieben Diktatoren vor dem bösen bösen amerikanischen Raubtierkapitalismus beschützt zu werden!
    Und davor, selbst denken zu müssen! Wird ja langsam anstrengend…

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