Erdogan kündigt an: Afrin fällt heute

Von AIR TUERKIS | „Ich hoffe, dass Afrin, so Gott will, bis zum Abend vollkommen fallen wird“ sagte Erdogan heute in Ankara. Internationale Beobachter äußerten ihre Zweifel, doch es bleibt allenfalls eine Frage der Zeit, bis die eingekesselte kurdische Stadt im Norden Syriens erobert wird. Die Fronten bleiben höchst unklar. So kämpfen die islamistischen Teile der FSA und syrischen Opposition an der Seite der Türkei, was in Konsequenz des kurdischen Kampfes gegen islamistische und IS-nahe Organisationen logisch erscheint. Etwas verwunderlich wirkt es allerdings, dass das Assad-Regime und der Iran (im Kampf gegen Erdogan) an der Seite der kurdischen YPG-Milizen stehen. Wohl wollen beide Staaten den türkischen Machtausbau im nahen Osten verhindern. An der Seite der Kurden kämpfen aber ebenfalls Teile der syrischen Opposition, und zwar jene Kräfte, die mit den USA verbündet sind. Insofern kämpfen Iran und westliche Verbündete, welche ja im Normalfall in stärkster Opposition zu einander stehen, auf der gleichen Seite, während sich die syrische Opposition gegenseitig bekämpft. Die ohnehin schon verqueren Allianzen im nahen Osten sind im Hinblick auf die Kurden also extrem paradox. Vielleicht ein Grund dafür, warum die Saudi-Arabien-Israel-USA-Achse bisher so wenig beherzt interveniert. Langsam wäre es aber mal an der Zeit, dem Möchtegern-Sultan die Ausgedientheit seines Systems vor Augen zuführen.

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