Eine neue Abspaltung: Poggenburg tritt aus AfD aus

Von MAX ROLAND | André Poggenburg ist aus der AfD ausgetreten.
Wenn es eine Partei gibt, die Erfahrung mit Spaltung hat, dann ist es die AfD. Bereits zweimal trennten sich prominente Mitglieder von der Partei und gründeten eine neue: 2015 erst Bernd Lucke, Hans-Olaf-Henkel und andere mit der „Alfa“ (heute LKR), dann 2017 Frauke Petry mit ihrer Partei „die Blauen“.

Der ehemalige AfD-Frontmann in Sachsen-Anhalt, der Rechtsaußen-Vertreter André Poggenburg, plant nun ebenfalls die Gründung einer eigenen Partei mit dem Namen „Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland“. Er will mit ihr im kommenden Jahr an Ostdeutschen Landtagswahlen antreten.  Poggenburg mit seinem extrem rechten Kurs ist der Parteiführung, die auf ein moderates Auftreten bedacht ist, ein Dorn im Auge. Nachdem er zu Silvester Geschwafel über die „deutsche Volksgemeinschaft“ twitterte, verhängte der AfD-Vorstand eine Strafe gegen ihn. Der Vorstand beschloss, ein temporären Ausschluss Poggenburgs aus allen Parteiämtern für zwei Jahre anzustreben. Dieser Beschluss war jedoch noch nicht durch ein Schiedsgericht bestätigt worden. Der Gipfel des Absturzes des einzigen Shootingstars, der die Rechtsnationalen in der AfD einst unbestritten an der Seite von Björn Höcke anführte. Durch verschiedene Verfehlungen hatte sich Poggenburg immer weiter ins Abseits manövriert.

Jetzt will er also seine eigenen Wege gehen. Poggenburg und ein kleiner Unterstützerkreis wollen tatsächlich ein neues politisches Projekt ins Leben rufen. „Das Projekt Parteigründung geht heute los“, bestätigte Poggenburgs sächsischer Mitstreiter Egbert Ermer dem „Spiegel“ schon am Donnerstag. Geplant sei eine „mitteldeutsche Bewegung“, mit Zweigen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

 

10 Antworten

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Es bräuchte tatsächlich dringend mehr Aufklärung über Russland und den Sozialismus – besonders im Osten unseres Landes.

    • nordseeschwalbe sagt:

      PS: Das ist natürlich ne Antwort auf den Kommentar von „Raubtierkapitalist“….

      • Raubtierkapitalist sagt:

        Meist wird einem entgegnet, dass das Ami-Propaganda sei… Egal was, Ami-Propaganda! „Und unter den Russen in der DDR war ja auch nicht alles schlecht, nicht wahr?!“.

        Gegen sowas kommt man einfach nicht an.

        • nordseeschwalbe sagt:

          Na wie wärs dann mit Aufklärung über Amerika?
          Mit den Kerlen von Bonanza wird man sich doch auch im Osten identifizieren können…?

          • Raubtierkapitalist sagt:

            Aber: „Die USA werden von den Zionisten gelenkt!“.

            Es sind immer wieder die gleichen verschwörungstheoretischen Argumentationsmuster.

            Da kommt man weder mit „Bonanza“ noch mit „Unsere kleine Farm“ weiter 😀

  2. Raubtierkapitalist sagt:

    Dass Poggenburg raus ist, macht die AFD zu keiner liberalen Partei. „Der Flügel“ wird von Nationalsozialisten als „Türöffner“ gefeiert und beklatscht. Die Mehrheit der nach-2015-AFD hofiert Despoten und Sowjetnostalgikern wie Putin. Höcke sagt im TV-Interview einem ominösen „Raubtierkapitalismus“ den Kampf an. AFD-Abgeordnete reisen wiederholt auf die Krim und in die Volksrepubliken Donezk und Lugansk, um den dort herrschenden real-existierenden Sozialismus Legitimation zu verschaffen. Im Osten Deutschlands kleben Sticker mit der Aufschrift „Rosa Luxemburg würde AFD wählen!“. Die Bücherregale und Hirne vieler Mitglieder sind mit dümmlichsten Druckerzeugnissen des KOPP-Verlag gefüllt…

    • karlchen sagt:

      Ja, das ist wahr – deshalb ist es doch gut, wenn es für diese Spinner nun bald eine Alternative gibt…. und außerdem: Wen soll man denn in diesen Zeiten sonst wählen?

      • Raubtierkapitalist sagt:

        Für mich persönlich gibt es aktuell keine Partei, die ich wählen kann – auch nicht das „kleinere Übel“ als „Denkzettel“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses „kleinere Übel“ auf lange Sicht in eine Art Volkssozialismus ausarten würde – auch ohne Poggenburg. Der Konsens dafür ist in weiten Teilen der Basis und auch in Teilen der Parteiführung auf Landes- u. Bundesebene da.

        Nichtwählen ist auch nicht optimal, ich weiß.

        Als Lindner 2017 die Sondierungsgespräche abbrach, hatte ich durchaus Hoffnung. Das hat sich mittlerweile erledigt. Wo die Reise mit der FDP in den nächsten Jahren hingeht, sieht man am Nachwuchs. Nur ein Beispiel: „Marxliberal“ stand letztes Jahr bei einem regionalen JuLi-Treffen auf dem Shirt einer Teilnehmerin.

  3. karlchen sagt:

    Ist doch gut dass der Spinner weg ist