Ein guter Tag, um über Freiheit zu reden

Von MAX ZIMMER | Am 8. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Truppen formell, was den zweiten Weltkrieg und die Herrschaft des Faschismus über Deutschland und Europa offiziell beendete.
Heute wird der 8. Mai, zu Recht, als Tag der Befreiung begangen.
An diesem Tag wurden wir Deutschen von einem der schlimmsten Regime der Geschichte befreit, und hatten Jahrzehnte voller Demokratie, Fortschritt und Wohlstand vor uns.
Naja, zumindest ist dies ein Teil der Geschichte.
Aber nur ein halber Teil.
Denn es waren nicht alle deutschen, die das Glück hatten, befreit zu werden.
Im Osten nämlich besetze Stalins Rote Armee die deutschen Gebiete, von Königsberg und Preußen bis nach Sachsen und Thüringen.
Hier folgte eine brutale Verfolgung und Vertreibung der verhassten Deutschen aus eben jenen Ostgebieten.
Auf die ohne Zweifel grausamen Verbrechen, die von den Nazis an der Ostfront begangen wurden, antworteten die Russen mit ebenfalls unmenschlichen Taten. So wurden auf diesen Vertreibungsrouten millionen von Menschen getötet, misshandelt, vergewaltigt oder beraubt.
Die Zahl der von Sowjets ermordeten Zivilisten wird im 7-stelligen Bereich geschätzt.
Die darauffolgende Besatzung ist nicht weniger repressiv.
Sowjetische Politkomissare und Militärpolizisten etablierten in jeder Ortschaft ihrer Besatzungszone sozialistische Verwaltungsorgane, bis hin zur Gründung eines von Moskau aus kontrollierten Sozialistischen Staates.
Auch die von den Russen befreiten Konzentrationslager wurden nicht geschlossen, sondern lediglich umfunktioniert.
Anstatt dass die Nazis hier nun Juden, Behinderte und Homosexuelle “konzentrieren“, taten dies nun Kommunisten mit vermeintlichen Nazis, Regime Gegnern der DDR und generell politischen Oppositionellen.
Dazu kommt die Berlin Blockade, Mauerbau, SED und Stasi Herrschaft.
Und nicht nur Deutschland ergeht es so, sondern komplett Osteuropa wird zu einem einzigen sowjetischen Satellitenstaaten Gebiet.
Von Befreiung kann hier wohl keine Rede sein.
Den Akt der Befreiung mussten hundertausende deutsche selbst vollbringen, als sie in den Folge Jahren in Scharen in die westliche Bundesrepublik flohen.
Irgendwann war auch dies nicht mehr möglich, und das Regime zog die berühmte Mauer hoch (übrigens ein Symbol der “Befreiung“).
Von da an mussten sich Flüchtlinge aus der DDR andere Wege suchen, um in den Westen zu kommen.
Viele wurden an der Mauer erschossen.
Heute ist das alles genau so Vergangenheit, wie der Nationalsozialismus selbst.
In beiden Fällen aber bleiben Wunden, denn beide Fälle haben eines gemeinsam: beide waren aufeinander folgende deutsche Diktaturen.
Der Unterschied ist nur, dass wir aus der einen gelernt haben, nicht aber aus der anderen.
Paradox ist es doch, dass Karl Marx Geburtstag fast parallel zum Tag der Befreiung angegangen wird.
Während die Westdeutschen dank der damaligen wirklichen Befreier, den Alliierten, dem Marschallplan, Ludwig Erhards Marktwirtschaft, der EU und Nato auf knapp 70 Jahre Freiheit, Frieden und Wohlstand zurückblicken können, müssen die Ostdeutschen dieser Tage auch all jenem Gedenken, dem die Staatsgründung der DDR sowohl voraus- als auch nachgegangen ist.
Obwohl die Ideen von Marx und Engels mehr Leid über die Welt- einschließlich Deutschland gebracht haben, als es die Nazi Schergen je könnten.
Der Nationalsozialismus als Ideologie ist nämlich temporär.
Ein Phänomen der Zeit.
Der Kommunismus aber hält sich, wie wir am Geburtstag Marx‘ sehen können, wacker.
Auch heute noch findet er, im Vergleich zu der Wahnideologie der Nazis eine relativ breite Zustimmung in der Bevölkerung.
So hat sich die ehemals marxistische SPD schon längst als Volkspartei etabliert, stellte Kanzler und Kabinette.
Die Nachfolge Partei der auf die SED folgende PDS, “die Linke“, sitzt mit knapp 10% im Bundestag.
Und mit der Antifa, der MLPD und anderen radikalen Vereinigungen hat sich eine offen kommunistische Szene entwickelt.
Die Frage, ob wir aus der Geschichte lernen, stellt sich also nicht.
Die Antwort liegt auf dem Tisch, und sie lautet nein.
Die oberste Maxime nach dem Gräul des Nationalsozialismus war und ist “Nie wieder!“.
Aber obwohl der Kommunismus und seine real politische Auslegung, der Sozialismus, das Niveau des Nazi Terrors nochmal mindestens um das zehnfache an Leid und Zerstörung übertroffen hat, gilt er immer noch, auch nach Stalin, Mao, Castro, Jong-Il, Ho-Chi-Minh und Honecker als mehr oder weniger akzeptierte Idee.
Sozialistischen Organisationen, Parteien, Ideen und Narrative werden offen als politische Ideen diskutiert, ihre Forderungen und Programme teilweise ohne kritisch hinterfragt zu werden öffentlich postuliert.
Natürlich ist nicht jeder, der politisch oder ökonomisch Linke Ideen vertritt ein totalitärer Kommunist, der morgen mit Stalin dir große Säuberung durchführen würde.
Aber wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass in Teilen auch marxistische Vorstellungen gesellschaftsfähig werden.
Und auf ihnen bauen alle Verbrechen von Lenin bis Maduro nun einmal auf.

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