Draghi, druck unsere Boni!

Von MARVIN WANK | Trotz eines Verlustes von mehr als einer halben Milliarde, trotz beinahe historisch niedrigem Aktienkurs, trotz einer maximal symbolischen Dividende hat die Deutsche Bank ihren Investmentbankern einen beeindruckenden Gesamtbonus in Höhe von über 1 Milliarde Euro gezahlt.

Nun plädiere ich bekanntermaßen dafür, Unternehmen absolute Freiheit bei der Verteilung ihres Eigentums zuzusprechen. Doch wird die schiere Fähigkeit zur Akkumulation dieses Kapitals auf dem Rücken der Gesamtbevölkerung ausgetragen.

Denn als Kreditinstitut ist die Deutsche Bank, neben den Nationalstaaten, einer der größten Nutznießer des Fiat-Geldsystems. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen wäre es einem Unternehmen niemals möglich, seine Mitarbeiter ungeachtet des Verlustes so fürstlich zu entlohnen – ihm würde schlicht das Kapital fehlen.

In unserem Geldsozialismus jedoch, erhalten Banken als Erstes das von der EZB aus dem Nichts geschöpfte Geld. Da diese daher die Erstbesitzer der neu erzeugte Geldmittel sind, geht der Erstempfänger noch von einer unveränderten Geldmenge aus, der Wert des Geldes ist für den Erstempfänger also noch nicht gemindert. Das Papiergeldsystem löscht den Informationscharakter des Geldes vollkommen aus.

Nur so können Banken diese exorbitanten Löhne zahlen – oder überhaupt existieren. Das gesamte Bankenwesen hängt wie ein Krebspatient im Endstadium am Schmerzmitteltropf der EZB, wohlwissend, dass dieser das Ende nur noch kurzfristig hinauszögern wird.