Angriff auf Kippa-Träger in Berlin: Die Steine, die geworfen werden

Von MAX ZIMMER und ADRIÁN | Eigentlich ist es gar keine Meldung mehr wert: erneut wurde ein Kippa-Träger Opfer eines Angriffs. An der Berliner S-Bahn-Station Nikolassee wurde er zuerst aufgrund seines Glaubens auf hebräisch angepöbelt. Doch damit nicht genug: anschließend warf der Angreifer noch einen Stein nach ihm, der zum Glück aber sein Ziel verfehlte. So weit, so üblich – im “toleranten“ Deutschland.
Bevor die Polizei eintraf, flüchtete der Angreifer. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet und ermittelt jetzt wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und (antisemitischer) Beleidigung.

Was den Fall besonders macht, ist die erstaunliche Symbolik, die in ihm wohnt:
Am Gazastreifen werden Steine auf Israel geworfen, in Berlin mittlerweile Steine auf Juden.
Jeder, der behauptet, der Hass der gegen Israel geschürt wird, hätte nichts mit Antisemitismus zu tun, wird sich für solche Vorfälle in Zukunft mit verantwortlich machen.
Wenn die täglichen Angriffe militanter Palästinenser auf Israel verharmlost und als legitimer “Befreiungskampf“ stilisiert werden, wird sich dies auch auf die jungen Araber auswirken, denen von kleinauf an eingeredet wird, sie seien die Opfer einer jüdischen Aggression gegen ihre Heimat.
In Kombination mit einer antisemitischen Religion und einer Terrorpropaganda, die bis in die muslimischen Wohnzimmer Europas vordringt, wird eine Saat des Hasses gesät, die niemand bei Sinnen noch als “Israelkritik“ kleinreden und rechtfertigen kann.
Der neue Antisemitismus kommt als Israelkritik daher, geht über das Werfen von Steinen am Gazastreifen, und endet beim Werfen von Steinen auf Kippaträger in deutschen Großstädten.

Nur eine klare Haltung der deutschen Gesellschaft und Politik gegen Antisemiten aller Couleur und ein bedingungsloses Bekenntnis zum Existenzrecht Israels sind eine angemessene Reaktion auf Taten, die an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte erinnern. Letztes Jahr nach dem Angriff auf einen Kippa-Träger folgten aber eine halbherzige Diskussion über Antisemitismus und eine Kundgebung, die „Berlin trägt Kippa“-Kundgebung, über die wir bereits berichteten. Islamischer Antisemitismus wurde, obwohl der Angreifer damals arabischer Herkunft war, fast komplett außen vor gelassen. Stattdessen gröhlte die Vorsitzende der jüdischen Studentenunion lieber, dass AfD-Mitarbeiter „hier nicht wilkommen“ seien.
Die Araber, die in ihren Vierteln von den “Besatzern Palästinas“ sprechen und die Juden als Feinde sehen, haben nie miterleben müssen, wozu dieses Gedankengut führen kann.
Es waren die Deutschen, die die Leichenberge in Auschwitz, Dachau und Buchenwald mit ansehen mussten, die sich schämen mussten, so etwas vollbracht zu haben.
Es waren die Deutschen, deren jüdische Nachbarn verschwanden, enteignet und ermordet wurden.
Die neuen Antisemiten, die sich in unserem Land einnisten, können unsere Gefühle bei dem Wort “Antisemitismus“ nicht nachempfinden, und sie wissen nicht, wieso Israels Sicherheit unsere Staatsräson ist.
Also sollte es unsere Aufgabe sein, ihnen klar zu machen, dass wir von unserer Solidarität zu Israel und den Juden hier bei uns nicht abrücken, und dass ein Leben in Deutschland auch bedeuten muss, ein Leben neben Juden zu führen zu können.

6 Antworten

  1. einkritischerblick sagt:

    „Nur eine klare Haltung der deutschen Gesellschaft und Politik gegen Antisemiten aller Couleur und ein bedingungsloses Bekenntnis zum Existenzrecht Israels sind eine angemessene Reaktion auf Taten, die an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte erinnern“

    Ach, immer diese selben, heruntergeleirten Satzbausteine…. „Haltung zeigen“ fordern auch die Linken und Antifa, wenn es um moslemische Bereicherung bzw. Niederknechtung deutscher Befindlichkeiten geht.

    Dann gibt es die anderen Doedel, fuer die „Haltung zeigen“ nur bedeuten kann, sich gegen Antisemitismus zu positionieren und so.

    Meine Frage ist: wer zeigt denn einmal Haltung fuer Deutschland und die wuensche und Beduerfnisse der hiesigen Bevoelkerung und Religion? Warum kommen staendig irgendwelche Idioten damit ums Eck, dass sich die Deutschen immer fuer irgendwas einzusetzen haetten – ausser fuer sich selbst?

    Fuer Moslems, fuer Juden, fuer die Umwelt und das Klima, das selbstredend nur von Deutschen gerettet werden muss…. fuer bedrohte Kroeten, Voegel und andere Tierarten, fuer die armen und vergessenen dieser Welt….

    …aber BITTE, BITTE NIIIIIIIIEMALS FUER SICH SELBST.

    da wundert mich der aktuelle Zustand nicht. Gut, dass ich nicht mehr in Ex-Deutschland bin, Viel Spass dann beim Haltung zeigen…

  2. PetrusII sagt:

    Ich habe mich viel mit der Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert beschäftigt.
    Um es kurz zu machen:
    „Nach meiner Erkenntnis sind da Gut und Böse längst nicht so einseitig verteilt, wie es häufig dargestellt wird.“

    Bei Interesse Eurerseits erzähle ich gerne mehr.

    Alles Gute für 2019!

    PetrusII

  3. Raubtierkapitalist sagt:

    Das wird in den nächsten Jahren noch andere Ausmaße annehmen. Der Deckmantel „Antizionismus“ ist gesellschaftsfähig und wird politisch befeuert und propagiert.

    Hier kann man eigentlich nur auf Israel hoffen: Einreiseverbote für bestimmte deutsche Politiker, Ausweisungen, Erklären zur unerwünschten Person, entsprechende öffentliche Statements, dass sich diverse deutsche Politiker ihre verlogene Staatsraison sonst wohin stecken können.

  4. Dwayne sagt:

    Sehr wahr. Auch wenn solche Angriffe natürlich nicht wünschenswert sind, muss man schon fast froh sein, dass die “Antizionisten“ anfangen, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Lieber zu früh als zu spät…

  1. 14. Januar 2019

    […] über Angriff auf Kippa-Träger in Berlin: Die Steine, die geworfen werden — Apollo News […]

  2. 14. Januar 2019

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