Die SPD besteuert wie bescheuert: TSG will Vermögenssteuer wieder einführen



Von Manuel Freund | Deutschland ist ein Land des absoluten Steuerwahnsinns geworden. Der Staat ist nämlich der Meinung, er wisse besser, wofür wir unser Geld ausgeben wollen. So hat es mich letztens sehr gefreut, als ich die Meldung gesehen habe, dass der Soli abgeschafft wird. Naja, als ich dann auf den Artikel gegangen bin und erfahren habe, dass wohlhabende Bürger weiterhin zahlen müssen, war die Freude doch nicht mehr so groß. Aber immerhin, zum ersten mal seit Langem will die Regierung eine Steuer senken. Und was macht die SPD zur Feier? Sie bringt einen Vorschlag für eine neue Steuer.

Ja richtig, die Vermögenssteuer steht wieder zur Debatte. Die SPD hatte vor einigen Monaten eine Kommission ins Leben gerufen, die sich damit beschäftigen sollte, unter welchen Konditionen die Vermögenssteuer wieder eingeführt werden soll. Der Vorsitzende dieser Kommission Thorsten Schäfer-Gümbel, Interims-Vorsitzender der SPD, will nun die Ausarbeitung vorstellen und am nächsten Parteitag von der ganzen Partei beschließen lassen. Die Vermögenssteuer soll sich auf ein Prozent belaufen und einen gewissen Freibetrag haben, sodass hauptsächlich Superreiche zahlen müssten. Insgesamt einbringen soll die Steuer im Jahr 10 Mrd. Euro.

Die SPD will mal wieder die bösen Reichen zur Kasse zerren. Allein an der Wortwahl Schäfer-Gümbels merkt man schon, dass es bei dem Vorschlag mal wieder nur um „wir nehmen es den Reichen und geben es den Armen“ geht. Er redet davon, dass viele Reiche in den Vergangenen Jahren „überproportional von der wirtschaftlichen Lage profitiert“ haben.

Es wird so dargestellt, als wurde diesen Leuten das Geld einfach hinterhergeworfen. Diese Menschen sind reich und deswegen werden sie automatisch noch reicher und zocken dabei die Armen ab – ein ziemlich verschränktes Weltbild. Dass solche Leute sich das Geld vielleicht hart erarbeitet haben, fällt der SPD nicht ein. Wer sich von null ein Unternehmen aufbaut und es dann für mehrere Millionen verkauft, darf ca. 50 % davon direkt wieder abgeben. Der kommissarische SPD-Chef betont, dass es in anderen Länder wie Frankreich und GB bereits eine Vermögenssteuer gebe, dessen Satz sogar bei 4 % liegt. Vergessen hat er dabei aber leider, dass man in diesen Ländern auch nicht annähernd so viel Einkommenssteuer und Sozialabgaben zahlt wie in Deutschland (im Durchschnitt GB: 23,4 %; FR: 28,7 %; DE: 39,7 %). Außerdem lieber Herr Schäfer-Gümbel, wenn Frankreich und GB von der Brücke springen, springen Sie dann auch?

Die Vermögenssteuer ist in meinen Augen ein komplett undurchdachtes Konzept. Ich meine, egal auf welche Weise man hierzulandeGeld einnimmt, man zahlst sowieso irgendwie und warum auch immer Steuern drauf. Jetzt bekomme ich also meinen Lohn, von dem ich, wenn ich Großverdiener bin (was hoffentlich bald der Fall sein wird) sowieso schon locker die Hälfte abgeben muss. Und jetzt will der Staat einem von dem verdienten Geld nochmal regelmäßig einen Prozent abziehen. Das ergibt einfach keinen Sinn.
Außerdem ist diese Steuer in Zeiten der 0 % – Zinspolitik einfach schädlich für jeden, der sparen möchte. Durch die Inflation hat man auch davor schon Geld verloren, wenn man es einfach auf der Bank gelassen hat. Wenn es jetzt allerdings auch noch eine Vermögenssteuer gibt, dann hat man überhaupt keinen Anreiz mehr zu sparen.

Liebe SPD, reißt euch zusammen und hört auf, so viel Robin Hood zu lesen, dann bekommt ihr vielleicht auch mal wieder ein paar Wähler.

2 Antworten

  1. Alexandra Hinkel sagt:

    Deutschland mutiert zum Steuerparadies.
    Mittlerweile wird jeder Furz besteuert,der Soli wird halbseitig abgeschafft dafür wird eine CO2 Steuer eingeführt.
    Was eigentlich Migranten/Fluechtlingssteuer heißen müsste,aber um den gutmütigen Deutschen nicht doch noch auf die Barrikaden zu bringen heißt diese Steuer halt CO2 Steuer.
    Hört sich besser an und lässt sich besser verkaufen.

    Eigentlich hält man es in Deutschland nicht mehr aus .
    Aber der Deutsche traut sich einfach nicht aus seinem Schneckenhaus auszubrechen,und diese Politschranzen dahin zu jagen wo sie hin gehören.
    Deshalb egal wieviele Steuern,Verbote noch kommen der Deutsche frisst es möchte man doch kein Nazi sein.
    Ist ja für die Gute Sache.

  2. dasLinkeParadox sagt:

    Superreich ist ist idT knifflig. Auch als markt-liberaler denke ich, das EXORBITANTER Reichtum gesondert besteuert gehört. Wenn Spitzen-Löhne das 100, gar 100facher des soliden Mitarbeiter-Lohnes übersteigen, läuft irgendwas grundlegend schief. Eine solche Schere ist mit „ehrlichem Unternehmertum“ nicht zu generieren.