Die autoritäre Revolte

Von MAXI ZIMMER | Die autoritäre Revolte geht nicht von der neuen Rechten, sondern von der neuen (alten) Linken aus. 

Autoritäre Revolte – Das ist der Titel eines Buches, das sich mit der aufkommenden “neuen Rechten“ und einer angeblich mit ihr einhergehenden antifreiheitlichen Politik beschäftigt.
Ironischerweise trifft genau dieser Begriff auf die moderne Linke zu, insbesondere auf Sarah Wagenknechts Sammelbewegung “Aufstehen“.
Denn was hier stattfindet ist nichts anderes, als eine durch und durch autoritäre Revolte.

“Es geht nicht fair zu. Nicht in unserem Land, nicht in Europa und auch nicht auf der großen Bühne der Weltpolitik. Profit triumphiert über Gemeinwohl, Gewalt über Völkerrecht, Geld über Demokratie, Verschleiß über umweltbewusstes Wirtschaften. Wo nur noch Werte zählen, die sich an der Börse handeln lassen, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. Dagegen stehen wir auf: für Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt, für Frieden und Abrüstung, für die Wahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“

So lautet die ideologische Selbstbeschreibung im digitalen Manifest von Sarah Wagenknechts sozialistischer Bewegung.
In den letzten 150 Jahren hat sich am Kernthema der linkskollektivistischen Ideologen nichts geändert: Es geht um das “Gemeinwohl“, um die Überwindung des Eigeninteresses und um die Verstaatlichung der Privatsphäre.

So fordert man, wie üblich, höhere Steuern für die bösen Reichen, mehr Umverteilung, mehr Regulierungen und Gängelungen für die Wirtschaft und mehr “Gemeinsamkeit“ und “Solidarität“. Es ist eine Schande, dass Sozialisten aller Couleur es immer wieder schaffen, ausgerechnet diese Begriffe für ihre unmenschlichen Vorhaben zu missbrauchen. Denn an dem kalten Bürokratiemonster, den sich Linke als “solidarischen Umverteilungsstaat“ vorstellen, ist nichts menschlich.
Ganz im Gegenteil.

Die Verstaatlichung zwischenmenschlicher Hilfe und das Abtreten von Nächstenliebe durch Steuern an eine anonyme Institution ist nicht solidarisch. Das Befehlen und Drohen des bewaffneten Finanzamtes ist kein humaner Akt, sondern eine Manifestation gesellschaftlichen Versagens und Unfähigkeit zur zwischenmenschlichen Hilfeleistung.

Der blanke Autoritarismus des “Sozialstaates“ fällt jedem auf, der nicht mit linken Scheuklappen auf der Gerechtigkeitsschiene fährt. Der Wohlfahrtsstaat ist nichts anderes, als der Ideologie getriebene Befehl zu einer pseudo Gemeinschaftlichkeit, der von oben herab statt aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Die Wurzel des linken Staatsverständnisses liegt in Karl Marx Wahnvorstellung von einer “Diktatur des Proletariats“ und ferner in der revolutionären Tyrannei der französischen Revolution.

Die Bewegung “Aufstehen“ ist nichts anderes, als ein Sammelsorium linker Etatisten und Staatsgläubiger Sozialisten, denen nichts an komplexer Gesellschaftskritik oder differenzierter Lösungsansätze gelegen ist, sondern die vor allem durch plumpen Linkspopulismus zusammen gehalten werden: “Steuern rauf, Umverteilung hoch, Freiheit, Selbstverantwortung und Eigentum reduzieren.“ Dazu das einfache, aber ewige Feindbild der bösen Reichen, der gierigen Konzerne und des ungebändigten Raubtierkapitalisms. Eine, wie die Geschichte traurigerweise gezeigt hat, Ideale Grundlage für staatliche Willkür, Autoritarismus und nicht zuletzt Verbrechen an der Menschlichkeit.

2 Antworten

  1. Raubtierkapitalist sagt:

    Die Neue Rechte steht den Kommunisten da in nichts nach.

    Aktueller Bestseller in diesen Kreisen ist das Buch „Marx von rechts“.

    Darin kommt natürlich nicht nur Marx gut weg. Folgerichtig endet der Autor bei Lenins Umsetzung der marxschen Ideen: „[…] der nächste, der »leninistische« Schritt – zum politisch organisierten Antikapitalismus“.

    Wie Marx zum Helden der Neuen Rechten wurde

    https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/plus176005445/Wie-Karls-Marx-zum-Helden-der-Neuen-Rechten-wurde.html

  2. kasizwo sagt:

    Ja, alles richtig – aber ich kann mir nicht helfen: Ich habe Schwierigrigkeiten damit, die Begriffe „autoritär“ /„Autorität“ in diesem Sinne zu verwenden – vielleicht weil die Linken den Kampfbegriff der Anti-Autorität geprägt haben. Stets sind sie doch bemüht, natürliche Autoritäten (Eltern, Lehrer, aber auch Unternehmer etc.) zu diskreditieren und zu entmachten. Die Kinder, Schüler, das Volk etc. sollen dann die Macht übernehmen und ihre kindlich-naiven Ideen notfalls mit Gewalt durchsetzen. Sie herrschen dann – in Ermangeling natürlicher Autorität – durch Zwang und Terror. Autorität ist im Gegensatz dazu etwas Erworbenes, Gewachsenes.
    Ansonsten aber ja: Diese Frau Wagenknecht sollte sich schön mal wieder hinsetzen. #Sechs!Setzen!

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