Deutscher Pass für Zweitfrau?

Von ERIK SNIPER | Ein Syrer, der seit 1990 in Deutschland lebt, ließ sich und seine Frau einbürgern. Doch es stellte sich heraus: Er hatte eine Zweitfrau in Syrien. Die Einbürgerung wurde zurückgezogen, der Syrer klagte. Dieses entschied: Die Einbürgerung bleibt rechtskräftig.
Eine im Ausland geschlossene Zweitehe schließt einen Einbürgerungsanspruch in Deutschland nicht aus. Diese Ehe stehe einem wirksamen Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht entgegen, entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zur Einbürgerung eines Syrers. Sein Fall muss nun erneut geprüft werden (Az. BVerwG 1 C 15.17). Da die Ehe im Ausland geschlossen wurde, liegt kein Verstoß gegen das deutsche Polygamie-Verbot vor. Die Einbürgerung des Syrers war zurückgenommen worden, nachdem seine Zweitehe bekannt geworden war. Gegen diese Rücknahme klagte er vor Gericht. Der Bauingenieur hatte im April 2008 eine Deutsche und im Juni 2008 in Damaskus eine Syrerin geheiratet.

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