Der Untergang der SPD

Von MARVIN WANK | Hätte man vor 20 Jahren auf der Straße nach den deutschen Volksparteien gefragt, wären die Antworten klar gewesen: CDU und SPD. Doch während die CDU auch im Jahr 2019 noch den Kanzler stellt, dümpelt die SPD bei Umfragewerten um die 15%. Gut, könnte man meinen, auch in anderen Ländern schwächeln die traditionellen Volksparteien. Doch damit kann man den Niedergang der SPD nicht allein erklären.

Die SPD ist heute eine andere Partei als noch vor einigen Jahrzehnten. Wäre Willy Brandt noch am Leben, wäre er vermutlich kein Genosse mehr. Die SPD hat traditionell Politik für die „kleinen Leute“ gemacht, für die Arbeiter. Klar, da war schon immer eine ganze Menge Sozialismus und subtile wie offene Klassenkampfrhetorik dabei. Und auch gesellschaftlich waren die Sozialdemokraten schon immer Gegner des Liberalismus.

Aber die SPD von damals hätte niemals unsinnige Feinstaubgrenzwerte gefordert – damit der kleine Mann seinen Job bei VW behält. Die SPD wäre früher niemals für ein bedingsloses Grundeinkommen eingetreten – sie war die Partei der Arbeitenden, nicht der Untätigen. Der SPD unter Größen wie Brandt wäre es auch nie im Traum eingefallen, einen derart antiamerikanischen Kurs zu fahren, wie sie es derzeit tut – und zwar unabhänging davon, ob der Präsident Demokrat oder Republikaner ist.

Stattdessen versucht man jetzt, die Grünen in rot zu sein. Identitätspolitik, Kollektivismus und Ökofaschismus machen die SPD im Jahre 2019 aus. Die SPD war einmal eine Partei, die zwar keine liberale Politik gemacht hat, aber immerhin ehrliche und bodenständige. Die SPD von Heute will eine unmögliche Utopie, die ihrem eigentlichen Klientel nicht einmal kurzfristig zu Gute kommt. Nein, liebe Sozialdemokraten: Schuld an eurer Erfolgslosigkeit sind nicht Rechtspopulismus, rechte Trolle oder Fake News. Der Grund, warum euch keiner mehr wählt, seid ihr.

1 Antwort

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Ja, seit „die alte Tante“ auf Pipi Langstrumpf macht, ist sie nicht mehr ernstzunehmen.