Der Habeck-Zug kann über Wasser fahren


Von Elisa David | Laut der aktuellen Forsa-Umfrage, geht es für die Grünen zur Zeit bergauf. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde es die Sonnenblümchenpartei mit 25 Prozent auf Platz 2 schaffen, direkt nach der CDU, die mit 26 Prozent nur haarscharf darüber läge. Gute Ergebnisse in solchen Umfragen sind nichts neues für die Partei, da sie schon seit Monaten Rekordwerte erzielt.  Grund für diesen Erfolg soll das Thema Klimawandel sein – bei dem die Regierung sich schon seit längerem nach den Grünen richtet.

Dieser Zuspruch muss unserem Robert nun zu Kopf gestiegen sein. Denn auf die Frage des Deutschlandfunks, wie es denn zu sehen sei, dass nun auch andere Parteien versuchen würden, den „Klimaschutz“ zu ihrem Thema zu machen, antwortete Habeck: „Wir sind doch jetzt schon längst in einer Rolle einer quasi Regierungspartei im Wartestand.“ Dass die aktuelle Regierung sich den Vorschlägen der Grünen anschließt und sie auch in ihre eigenen Programme aufnimmt, empfindet er als positiv. Er sieht die Aufgabe seiner Partei darin, den anderen zu zeigen, wie Klimaschutz geht. 

Huch. So weit ich das in Erinnerung habe, sind die Grünen zur Zeit immer noch die kleinste Partei im Bundestag. Denn es ist nun mal keine Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Die einzige Wahl die uns interessieren sollte, wenn es um Machtverhältnisse geht, ist die, bei der die Grünen gerade einmal 8,9 % hatten. Darum ist dieses „die Grünen machen es vor und alle anderen ziehen hinterher“, auch nicht ganz das, was man unter Demokratie versteht. Eine „Quasi-Regierungspartei im Wartestand“ gibt es nicht. Entweder man hat genug Stimmen, oder nicht. Dass man dieses lästige Wahlergebnis aussitzt bis man endlich offiziell den Platz bekommt, den man verdient und schon lange einnimmt, nur weil irgendwelche Umfragen es gerade gut mit einem meinen, ist nicht ganz im Sinne des Erfinders. Und vor allem stellt sich mir nun die Frage, woher Habeck schon so genau wissen will, wie die nächste Wahl ausgeht. Hat er in seine Glaskugel geschaut, oder hat er das aus einem seiner Kinderbücher? Bis zur Wahl ist noch viel Zeit, da kann sich noch so einiges ändern. Und wenn es tatsächlich nach eigener Aussage nur die Klimapolitik ist, die die Grünen groß gemacht hat, wie wollen sie als Regierungspartei überleben? Bis zum Weltuntergang ist es auch noch ein bisschen hin und bis dahin gibt es noch so nebensächliche Dinge wie innere Sicherheit, ein funktionierendes Rentensystem oder eine stabile Infrastruktur. 

Darüber scheint Habeck sich keine Sorgen zu machen, er macht lieber weiter, wozu er glaubt berufen zu sein – den anderen vormachen wie Klimaschutz geht. Auf dem Gebiet scheint er ja im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein. Und so kritisiert er die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer für ihr Festhalten an einem ausgeglichenen Haushalt. Er spricht davon, dass „eine massive Investition in Klimaschutz“ genau das sei, was wir jetzt brauchen. Investition? Das letzte Mal als der Duden meine Abendlektüre war, bedeutete „Investition“ noch nicht „Unmengen an Geld aus dem Fenster werfen um ein reines, grünes Gewissen zu bekommen“.

Was mir auch etwas Angst macht ist, den Begriff „massive Investition“ aus dem Mund eines grünen Linken zu hören. Denn die sind nicht gerade für ihren ausgesprochenen Realitätssinn bekannt und vor allem nicht für ihre Sparsamkeit mit fremdem Geld. Wenn jemand, der beim Ausgeben von Steuergeldern, nicht einmal mit der Wimper zuckt, schon einsieht, dass die Bekämpfung seiner Wahnvorstellungen teuer sein wird, mag ich mir die ganzen Nullen garnicht vorstellen. Er ist der Meinung, dass man dann eben an anderen Stellen sparen müsste und laut der „Welt“ ist eine solche Stelle bspw. der Verteidigungshaushalt. Und jetzt bekomme ich es erst recht mit der Angst zu tun. Er will die Verteidigungsausgaben kürzen, ist das sein ernst? Wenn man da noch mehr spart, können wir die Bundeswehr gleich ganz einstampfen. Alles was die dann noch können, ist auf die sich nähernde Rauchwolke zeigen und „Da sind sie!“ schreien. 

Jetzt kann man nur noch hoffen, dass der gute Robert sich gerade ein bisschen in seiner Märchenwelt verliert, denn wenn die Grünen tatsächlich an die Macht kommen, können wir einpacken. Ein bisschen erinnert das Selbstbewusstsein Habecks, an das unseres „Gottkanzlers“, der Merkel nach seinem Sieg – großzügig wie er ist – einen Ministerposten anbieten wollte. Und wenn wir uns anschauen in welcher Versenke Martin jetzt versunken ist, wissen wir auch, wie das für ihn ausgegangen ist. Hochmut kommt vor dem Fall – hoffen wir auf die Schwerkraft. Und jetzt ruft doch alle mal Robert.

3 Antworten

  1. Da Tri sagt:

    Zeit für Roooooooooobärt

  2. Jannis S sagt:

    Das Bild mit Maddin stimmt irgendwie. Hab ich noch gar nicht dran gedacht. Vielleicht das wirklich nur ein hype

  1. 13. August 2019

    […] über Der Habeck-Zug kann über Wasser fahren — […]

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