Der guteste Mensch der Republik spricht ein (weiteres) Machtwort

Von MAX ZIMMER | Hebert Grönemeyer, einer der besten Menschen Deutschlands.
So muss er sich zumindest fühlen.
Seitdem das Wort “Gutmenschen“ mit negativen Konnutationen belegt wurde, passt es an dieser Stelle nicht ganz so gut, jedoch muss man festhalten, dass wenn irgend ein Mensch für die Betitelung mit diesem Wort gemacht ist, dann Grönemeyer.

Der Sänger hat mal wieder mit einer mutigen verbalen Unterstützung für unsere Mutti gezeigt, dass er einer der bravsten Bürger Deutschlands ist, und Merkel ein Kompliment für ihre Flüchtlingspolitik ausgesprochen.
So habe Merkel 2015 “absolut richtig gehandelt“, als sie unter chaotischen Zuständen und ohne jegliche Organisation und Planung unkontrolliert hundertausende Menschen hereingelassen hat, wohl wissentlich, dass dies eine enorm destabilisierende Wirkung haben wird.
Auch drei Jahre später und um zehntausende Einzelfälle und ein paar Terroranschläge klüger hat das moralische Gewissen der Nation seinen Standpunkt nicht geändert.
Zwar räumt er ein, habe man die “enormen Probleme“ unter den Tisch gekehrt, und damit den “Rechten“ (man muss ja schließlich auch mal die wahren Schuldigen bennen!) den Raum geboten, lenkt damit aber auch direkt wieder von jeglicher Kritik an der Regierung ab, indem er in den Kritikern (den “Rechten“) das eigentliche Feindbild sieht.

Dieses jüngste Statement von Grönemeyer ist nur ein weiterer Ausdruck seines Gutmenschentums (ja, ich benutze tatsächlich diesen Begriff), der bereits in der Vergangenheit zum Standard Repertoire im Marketing des Sängers gehörte.
So trat er auch auf dem “Wir sind mehr“ Konzert in Chemnitz auf, einer staatlich inszenierten Propaganda Aktion gegen Unmut in der Bevölkerung über die Migrationspolitik, und damit einhergende Stigmatisierungen der betreffenden Kritiker.
Ein besonderes Merkmal dieses “Gutmenschentums“ sind die guten Worte und damit die moralische Erhabenheit, ohne eine wirklich gute Handlung tätigen, und damit einen echten guten Willen beweisen zu müssen.

Mit simplifizierten und schön klingenden Thesen und Aussagen kann man vielleicht den Applaus gutgläubiger, naiver Massen für sich gewinnen, die Moralkeule gegen alles einzusetzen was den eigenen Thron der ethischen Deutungshoheit gefährdet, und mit unproduktiven tollen Phrasen daherzukommen ist jedoch keine valide Argumentation für irgendwas.
Wenn für Grönemeyer die Asylpolitik der Groko eine Erfolgsgeschichte ist, dann soll er das so sehen.
Jeder hat ein Recht auf seine Meinung, und das ist auch gut so.
Dass er sich aber im Licht der Selbstgefälligkeit sonnt, während er andere Meinungen, die sein Narrativ gefährden mit Schlamm bewirft, und versucht durch Wortkeulen eine politische Opposition niederzuknüppeln, zeigt die tiefe Diskrepanz zwischen tollen Worten und “Gutmenschentum“, und echtem guten Handeln.

Dass Grönemeyer gleichzeitig ankündigte, die britische Staatsbürgerschaft anzustreben, ein Land, dass der Europäischen Union gerade entflieht und keine abertausenden Migranten aus dem Nahen Osten aufgenommen, und sein Recht auf Grenzschutz wahrgenommen hat, ist dabei nur die Kirsche auf dem Sahnehaupt der Torte, die die charmelose Dreistigkeit der Moral Elite darstellt.

2 Antworten

  1. Martin W. sagt:

    Gut reden + schlecht handeln=> Gutmenschentum=> Gesinnungsethik(Max Weber)

    Aus der FAZ: „Verantwortungsethik zählt in der Politik mehr als Gesinnungsethik: Hier trifft Weber in seinem Vortrag „Politik als Beruf“ eine noch heute bedeutsame Unterscheidung. Gesinnungsethik beschreibt ein Handeln, bei dem das ethisch reine Motiv des Handelns wichtiger ist als das Resultat des Handelns – heute findet sich hierfür gelegentlich der abwertende Begriff des „Gutmenschentums“. Weber zeigt hierfür Verständnis, empfiehlt dem Politiker eher eine Verantwortungsethik, die ein Handeln beschreibt, dessen Ergebnis wichtiger ist als das Motiv. Der Politiker wird an seinen Taten gemessen. Auch die Demokratie benötigt charismatische Führernaturen. Der Herrschaftsbegriff ist ein bedeutsamer Bestandteil der Soziologie Webers: „Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“ Er unterscheidet drei Formen legitimer Herrschaft: die rationale/legale Herrschaft, die wie die Bürokratie im Glauben an die Legalität gesetzter Ordnungen ruht; die traditionale Herrschaft, die wie das Patriarchat auf dem Glauben an Traditionen beruht; sowie die charismatische Herrschaft, die wie im Beispiel des Propheten auf Hingabe an die Vorbildlichkeit, Heldenkraft oder Heiligkeit einer Person und der von ihr geschaffenen Ordnung beruht. Weber war, obgleich das Konzept vage blieb, besonders von der charismatischen Herrschaft fasziniert – daher auch sein unbändiger Zorn auf unfähige Politiker wie Kaiser Wilhelm II. Aus der Herrschaftssoziologie folgt ein distanziertes Verhältnis zum Parlamentarismus. Weber: „In der Demokratie wählt das Volk seinen Führer, dem es vertraut. Dann sagt der Gewählte: ,Nun haltet den Mund und pariert.‘ Volk und Parteien dürfen ihm nicht mehr hineinreden. Nachher kann das Volk richten; hat der Führer Fehler gemacht – an den Galgen mit ihm!““

  2. karlchen sagt:

    Bestimmt ist der Herr Grönemeyer so „gut“, dass er sein ganzes Geld verschenkt und seine Haustür offenlässt für alle Obdachlosen, Flüchtlinge und sonstige (dann schnell nicht mehr) besitzlose Menschen… Ganz sicher.

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