Das Problem mit dem Pazifismus- und warum dieser gar nicht mal so human ist

Von MAX ZIMMER | Die Idee, dass es irgendwann keinen Krieg, keine Konflikte und keine Gewalt mehr gibt ist von einem einst utopischen Gedanken zu einer realitätsfremden politischen Agenda verkommen, die versucht jede Form der Werhaftigkeit oder Intervention zu illegitimieren.
Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs und dem Wiederaufbau Deutschlands herrscht, zu recht, ein Gedanke vor: Nie wieder!
Dieser sehr vernünftige Gedanke jedoch wurde von einigen scheinbar etwas missverstanden. Der zweite Weltkrieg entstand aus einer Situation heraus, in der ein faschistisches Deutschland unter dem NS-Regime nach immer mehr territorialer Macht strebte.
Er entstand auch aus den Expansionen und Machtsphären der Sowjets und Japaner im Osten.
Hierbei dürfen wir nicht vergessen, dass der größte Kriegsschauplatz die Ostfront war, an der die beiden totalitären Systeme und Ideologien um die Vorherrschaft kämpften: Nationalsozialismus und Kommunismus.
Der nächste Aspekt, der den zweiten Weltkrieg so schrecklich macht, ist der Holocaust, in welchem aus purem Hass ein Völkermord (Shoa) an den europäischen Juden begangen wurde.
Wenn wir uns also ansehen, was “nie wieder“ geschehen soll, stellen wir fest, dass es sich vor allem um den Totalitarismus eines (oder mehrerer) System(e) handelt, und es somit zu einer politischen, nicht aber militärischen Angelegenheit wird.
Und hier kommen wir zum Problem des modernen, westlichen Pazifismus: Nach den Schrecken des zweiten Weltkriegs vergaß man wohl, dass diese in direkter Korrelation zu den herrschenden Ideologien und Regimen standen. Auch scheint kaum Relevanz zu haben, dass der zweite Weltkrieg nur so “glimpflich“ (Sieg der Alliierten) ausging, weil die Amerikaner ab 1941 interveniert haben (was nicht ganz korrekt ist, sie haben lediglich auf den japanischen Angriff und die deutsche Kriegserklärung reagiert), was ja aus pazifistischer Sicht nicht hätte sein dürfen.
Man kann den Pazifismus als eine herzensgute, aber sehr naive Idee einstufen, die davon ausgeht, dass sich alle evolutionären menschlichen Eigenschaften und auch aktuelle politische Probleme, so wie Extremismus und Totalitarismus in Luft auflösen, wenn man nur genug der eigenen (westlichen) Waffen einstampft.
Denn “Krieg, ja, Krieg ist schlimm“.
Und ja, tatsächlich: Krieg ist schlimm.
Aber Krieg ist eben auch natürlich.
Schon die Stämme vor 15.000 Jahren haben sich gegenseitig bekämpft, danach die Siedler und später die Hochkulturen der Antike.
Die Natur ist ein Kampf, guckt man z.B. in dir afrikanische Savanne oder in den Regenwald, ja selbst in den Ozean.
Krieg ist wahrlich schlimm, sogar ein Verbrechen.
Aber man wird diesem nicht begegnen können, indem die “Guten“ sich einseitig aus der richtigen Intention heraus entwaffnen, und prinzipiell auf jede Form des Kampfes und der Intervention verzichten.
Es ist nämlich besser, wenn auf jeden bösen Mann mit einer Waffe zwei gute Männer mit einer Waffe kommen, als umgekehrt.

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