Corona-Geld: Mit der Bazooka aus dem Helikopter

Von Glenn Antoine |  „Das ist die Bazooka“. Ein Zitat, welches hellhörig macht. Es stammt nicht von Rambo, sondern von Olaf Scholz, dem Finanzminister. Man könnte meinen es wäre ein guter Spruch, aber leider ist es die pure Realität. 


Das Coronavirus wird vielleicht der Auslöser für eine Krise, aber er ist sicher nicht die Ursache. Die Gründe sind älter. Die Zentralbanken überfluten die Wirtschaft mit immer mehr Geld. Probleme werden nicht gelöst, sondern in die Zukunft gedruckt und die Spekulationsblasen werden immer größer. Die EZB hat durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen neues Geld in den Geldkreislauf gebracht – inzwischen für 2.800 Milliarden Euro. Aber Probleme lassen sich nicht durch das Drucken von Papierscheinen lösen. Durch das viele billige Geld findet eine Zombiefizierung der Wirtschaft statt. Dass die Märkte so instabil sind wie sie derzeitig sind, ist nicht die Schuld der Marktwirtschaft, sondern die der Politik des billigen Geldes.


Haben die Notenbanken ihr Pulver verschossen?

Doch was nun in Corona-Zeiten? Die Zinsen sind schon im Keller. Man könnte die Sparer enteignen und die Zinsen in den Minusbereich senken. Mal davon abgesehen, dass das total dämlich wäre, wäre so eine drastische Zinssekung in den Minusbereich nur mit rigorosen Bargeldabhebungsbeschränkungen möglich. Es gibt nur noch einen Ausweg , der der EZB noch offen steht. Der ist aber sehr unkonventionell: das Helikoptergeld.

Wenn Zinssenkungen und Staatsanleihenankauf nicht mehr helfen, muss eben eine neue Idee her. Beim Helikoptergeld druckt die Zentralbank Geld und verteilt es direkt an die Bürger, um so die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stimulieren. Doch hier muss einem wieder mulmig werden. Einfach Geld drucken und es den Leuten geben?
Dadurch, dass die meisten Staaten bis zum geht nicht mehr verschuldet sind, man betrachte die südlichen Länder, muss das Geld direkt von der EZB an die Bürger kommen. Mit erschrecken musste ich feststellen, dass viele selbst aus der FDP genau das nun fordern: Jeder Bürger soll für sechs Monate 1000 Euro bekommen.
Man pumpt also wieder Unmengen an Geld in den Markt und hofft, dass die Menschen konsumieren. Doch es gibt zwei Probleme. Erstens: Warum sollen die Bürger in Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit ausgerechnet konsumieren und nicht sparen? Sollten die Bürger das geschenkte Geld sparen, dann wurden hunderte Milliarden ausgegeben – ohne die erwünschte Wirkung. Zweitens beschleunigt man damit die Inflation in dramatischer Art und Weise. Sollte die EZB weiter machen wie bisher, dürften extreme wirtschaftliche Probleme die Folge sein. 

 

3 Antworten

  1. Moritz Weber sagt:

    Interessanter Artikel aber leider an einigen Ecken schlecht recherchiert. Als Gastbeitrag ok, aber man sollte mehr Qualität erwarten bei einem so wichtigen Thema. Vor allem in diesen schwierigen Zeiten! Der Autor hat einige Hebel nicht richtig verstanden bzw. interpretiert diese falsch, was das eigentliche Bild stark verzerren kann (vor allem für den Laien). Gefährlich!

  2. anwoi sagt:

    Ein knapper, auf den Punkt gebrachter Artikel, der den Ernst der Lage verdeutlicht. Vielen Dank

  1. 26. März 2020

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