CNN-Korrespondent im Weißen Haus: Die Unangreifbaren

Von MAX ROLAND | Es ist erneut zu einem Zwischenfall zwischen dem US-Präsidenten und dem Netzwerk gekommen, welches ihn seit Tag 1 aus tiefster Seele zu hassen scheint: CNN.

 

Jim Acosta 2016 bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps. Foto: Gage Skidmore

 

Bei einer Pressekonferenz zum Ausgang der Zwischenwahlen stellte der Korrespondent des Senders, Jim Acosta, eine Frage zu der Migrantenkarawane, auf die Trump sich im Wahlkampf mehrmals bezogen und von einer „Invasion“ gesprochen hatte. Trump beantwortete diese: „Sie haben eben eine andere Meinung als ich“. Damit war die Frage beantwortet, Trump wollte dem nächsten Reporter das Wort erteilen: Doch Acosta gab das Mikro nicht ab. Seinen heroischen Kampf gegen den faschistischen Präsidenten wollte der große Kämpfer für die Wahrheit (also zumindest so, wie CNN sie interpretiert), wohl nicht beenden. Er redete weiter auf den Präsidenten ein. „Seien Sie nicht unhöflich“, wies Trump den Korrespondenten zurecht. Acosta machte weiter, sah sich wohl schon auf einer Linie mit der Weißen Rose, und stellte einfach eine weitere Frage. Trump beantwortete diese sogar kurz, forderte ihn dann aber erneut auf, das Mikro abzugeben. Als eine Angestellte des Weißen Hauses ihm das Mikro abnehmen wollte, schob er ihren Arm zur Seite. Dann reichte es dem Präsidenten: CNN sollte sich schämen, jemanden wie ihn für sich im Weißen Haus arbeiten zu lassen. „Sie sind eine unhöfliche schreckliche Person. Sie sollten nicht für CNN arbeiten.“  „Sie sind eine unverschämte Person. (…)  So sollten Sie Menschen nicht behandeln“. So gab Trump Acosta ordentlich Kontra.  Wie am gleichen Abend bekannt wurde, hat das Weiße Haus Acosta die Presseakkreditierung entzogen. Acosta sei zu weit gegangen, sagte Pressesprecherin Sanders.

Die Entziehung der Akkreditierung, die objektiv gesehen natürlich völlig gerechtfertigt war, machte natürlich auch in den Medien Schlagzeilen. Selbstverständlich auf die erwartete Lesart: Aus dem unmöglichen Verhalten Acostas wurde ein heldenhafter Akt für die Pressefreiheit, und aus Trump, der das Hausrecht durchsetzt, wird der böse Despot, der sich vor der mutigen Presse fürchtet.  Die Deutsche Presse berichtet völlig verkürzt über den Fall: So schreibt die „Süddeutsche Zeitung“, Trump hätte einen „handfesten Streit angezettelt“. Acosta wird als ruhiger, professioneller Reporter dargestellt.  „Die Zeit“ verdreht die Ereignisse sogar direkt: Das Hamburger Blatt schreibt, Trump hätte den Reporter unmittelbar persönlich angegriffen, was schlicht und ergreifend falsch ist.

Nur mal so Nebenbei: Als der damalige Wahlkampfmanager Trumps, Corey Lewandowski, 2016 eine Journalistin, die ihn belästigte (sie soll ihn angepackt und sich mit Fragen aufgedrängt haben), am Arm ergriff, brach der Sturm der Medien los: Dieses Verhalten sei unmöglich, Lewandowski sollte entlassen werden, und, und, und. Das zeigt: CNN und allen Medien, die diese Story nachplappern, geht es nicht um die Wahrheit. Trump soll als eine Art Diktator stilisiert werden, als der, der die Pressefreiheit einschränkt.

Vielleicht provoziert CNN diese Situationen auch ganz bewusst? Möglich wäre es, denn kaum ein Nachrichtennetzwerk berichtet so einseitig über den US-Präsidenten und lügt dabei sogar regelmäßig. So hat CNN schon behauptet, Donald Trump Jr. hätte über die Leaks auf WikiLeaks im Voraus gewusst: Falsch, denn als Donald Jr. die Dokumente erhielt, waren sie bereits für die Öffentlichkeit zugänglich. CNN hat behauptet, der damalige FBI-Direktor Comey hätte 2017 Trump widersprochen, der sagte, er wäre nicht Ziel einer Ermittlung: Falsch, denn Comey gab dem Präsidenten vor dem Kongress recht.  Man kann noch viel mehr aufzählen: Den Titel „Fake News“ hat sich CNN auf jeden Fall verdient.

CNN, aber auch alle linken Medien scheinen sich für Unangreifbar zu halten. Sie sind es nicht. Man kann sicherlich über die Art und Weise diskutieren, in der Trump es macht: Aber dass er den Medien, die kontinuierlich durch tendenziöse Berichte auffallen, Kontra gibt, ist richtig und wichtig.

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2 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Am meisten nervt diese eklige Selbstgefälligkeit – sehr schön auf den Punkt gebracht mit „sah sich schon auf Linie mit der Weißen Rose“… Sich mutig fühlen ohne ein Risiko einzugehen… PEINLICH

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