CDU will mit neuem Gesicht SPD-Stammland Bremen sichern

Von MAX ROLAND | „Wir wollen das Rathaus stürmen“- der Landeschef der bremischen CDU, Jörg Kastendiek, gibt sich kämpferisch. Auf dem Landesparteitag in der Hansestadt, die seit 1947 fest in SPD-Hand ist, stimmt sich die CDU auf die Bürgerschaftswahl 2019 ein. Der Kandidat ist eine Überraschung: Nachdem die CDU in Bremen jahrelang mit der Bremer Bundestagsabgeordneten Elisabeth Motschmann antrat, hat der Landesvorstand nun den Software-Unternehmer Carsten Meyer-Heder als Spitzenkandidaten nominiert. Der politische Quereinsteiger ist erst seit März CDU-Mitglied. „Ich stehe für bestimmte Werte. Ich glaube, wir müssen Leistung wieder nach vorne stellen. Es gibt Werte – Vertrauen, Verantwortung – die wir einfach leben müssen“, so Meyer-Heder auf dem Parteitag. Doch kann die CDU die SPD nach 71 Jahren aus dem Rathaus vertreiben?

Die Chancen stehen so gut wie nie zuvor. Bereits nach der letzten Wahl konnte Rot-Grün nur knapp die Mehrheit in der Bürgerschaft sichern. Aktuelle Umfragen sehen die SPD in ihrer eigentlichen Hochburg nur noch bei 26%, nur zwei Prozentpunkte trennen sie von der CDU. Mit Bürgermeister Carsten Sieling sitzt jedoch der linke SPD-Flügel im Rathaus: Sieling hatte immer wieder für eine rot-rot-grüne Koalition geworben. Da laut der gleichen Umfrage die Grünen auf 14% kommen, hat die Regierung wohl keine Mehrheit zu erwarten-mit den 15% der Linkspartei kommt man allerdings auf 55%. Eine schwache FDP kann in Bremen nur 7% erreichen, die AfD 5%.