Cantillon Effekt: “Die Reichen werden immer reicher!“

Von MAX ZIMMER | Eines der weitverbreitetsten, und damit folgenreichsten Narrative der linken Umverteiler, mit denen sozialistische Projekte wie die “Reichensteuer“ oder “Erbschaftsteuer“ legitimiert werden sollen, ist nicht erst seit Thomas Pikettys “Das Kapital im 21. Jahrhundert“ elementarer Teil der Debatte.
Die Akkumulation des Finanzkapitals wird jedoch nicht nur falsch dargestellt, sondern auch falsch interpretiert.
Zu einem Produkt des “freien Marktes“, des “ungezügelten Raubtierkapitalismus“ und der angeblichen “Derregulierung“ wird dieser ökonomische Prozess erklärt.
Dabei wurde er bereits 1755 – ganze 150 Jahre vor Karl Marx Wirken – von dem irischen Ökonomen Richard Cantillon beschrieben.
Richard Cantillon gilt mit seiner Analyse des Kreditwesens und des Geldkreislaufes als Begründer der Bankenforschung.
In seiner 1755 veröffentlichten “Abhandlung über die Natur des Handelns im Allgemein“ beschreibt er sehr vorausschauend, wie eine Erhöhung der (Giral-)Geldmenge und die damit einhergehende Geldschöpfung der Zentralbanken gewissen volkswirtschaftlichen Bereichen wie den Bankensektor, staatsnahe Firmen sowie dem Unternehmersektor einen Vorteil verschafft, während die mit der Erhöhung der Geldmenge folgende Inflation und die daraus resultierende Preissteigerung beim Rest der Volkswirtschaft Wohlstand mindert.
In der Krise von 2008 haben wir ein typisches Beispiel für diesen Effekt gesehen, in der von der Zentralbank getragene Banken mit neu gedrucktem Geld gerettet wurden, nur um noch mehr Fiatgeld selbst zu schaffen.
Hierbei erhöhte sich die allgemeine Geldmenge, konzentrierte sich jedoch in wenigen Händen.
Gleichzeitig stiegen die Preise, es gab eine Inflation und viele Menschen verloren ihre Arbeitsplätze.
Während die moderne Linke und keynesianische Interventionisten dem “Markt“ und fehlende Regulation der Banken hierfür die Schuld geben, übersehen sie die elementare Bedeutung des zentralisierten Finanzsystems, entweder aus ideologischem Kalkül oder aus purer Ignoranz.
In simpelstem Schwarz Weiß Denken nach marxistischer Tradition gibt man einfach “den Reichen“ die Schuld, und verlangt ihre Teilenteignung in Form von höheren Steuern.
Fundamentale Systemanalyse und
-kritik, was sich gerade Linke gerne auf die Fahne schreiben?
Keine Spur.
Mal wieder werden einfache (und vor allem etatistische) Lösungen für komplexe Probleme gefordert, was die Frage aufwirft, warum gerade diese Menschen das Recht haben, der sicherlich fragwürdigen AfD Populismus vorzuwerfen.

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