Cannabis: Ein Modell fürs Dorf?

Von MAX ROLAND | Smith Falls ist eine Kleinstadt in Kanada, von der wahrscheinlich nie jemand in Deutschland gehört hat. Und doch gibt es viele Parallelen zu manchen deutschen Kleinstädten und Dörfern-und vielleicht eine Chance.

Smith Falls war jahrzehntelang ein Produktionsstandort des US-Schokoladenherstellers Hershey‘s. Die Kleinstadt gab sich zwischenzeitlich den inoffiziellen Titel „Kanadas Schokoladenhauptstadt“. Doch die Zeiten sind vorbei. Das Hershey‘s Werk schloss 2007, und mit ihm fiel der Hauptarbeitgeber der Stadt weg, der in guten Zeiten immerhin 600 Jobs garantiert hatte.

Die „Canopy Growth Cooperation“ ist eine eine 2014 gegründete, kanadische Aktiengesellschaft, die medizinisches Cannabis produziert und verkauft. Und sie hat ihren Sitz in: Smith Falls. „Die Stadt hatte hunderte Arbeitsplätze verloren, aber da gab es weiter die großen leerstehenden Hallen mit Anschluss an das Elektrizitätsnetz. Genau das, was wir brauchten“, sagt Bruce Linton, CEO und Gründer von Canopy, laut „Wirtschaftswoche“ zum Standort Smith Falls.

Städte wie Smith Falls gibt es auch in Deutschland, ob in der ehemaligen DDR oder im Ruhrgebiet: In vielen Kleinstädten ist in den vergangenen Jahrzehnten die Arbeitslosigkeit gestiegen. Fabriken und Unternehmensstandorte schließen, und zurück bleiben Menschen ohne Lebensgrundlage. Auch in Deutschland ist medizinisches Cannabis legal, wird aber so gut wie nur aus den Niederlanden und Österreich importiert. Bietet sich hier eine Chance für eine neue Industrie? Jedenfalls nicht unter der neuen alten Regierung. Denn Bewegung  ist vom Kabinett Merkel IV nicht zu erwarten.

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